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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Eingänge  von  meteorologischen  Journalen  etc.,  April  1SS3.

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Die  Pillauer  Bark  „Bremen“,  weiche  auf  einer  Reise  von  Hamburg  nach
New-  York  begriffen,  den  Kanal  am  7.  Januar  verlassen  hatte,  die  bei  den  im
offenen  Oeean  zunächst  augctroffenen  Ostwinden  einen  westlicheren  Kurs  einschlug,
  als  wie  „Magdakm“  es  that,  befand  sich  am  21.  Januar  Mittags  in
26,9°  N-Br  und  26,8°  W-Lg,  während  das  Vollschifl  gleichzeitig  in  28°  N-Br
und  21,6°  W-Lg  stand.  Im  Passatgebiet  hielt  sich  di©  Bark  später  etwas
nördlicher  als  das  Vollschiff  und  blieb  dort,  vielleicht  infolge  augctroffenen
schwächeren  Passats,  vielleicht  aber  auch  verursacht  durch  geringere  Scgeffähigkeit,
  zurück.  Am  Mittage  dos  27.  Januar  war  „  Magdatene’s“  Schiffsort
21,6°  N-Br  in  42,2  W-Lg,  gegen  „Bremen’s“  Standpunkt  in  23,2°  N-Br  und
42,2°  W-Lg.  Am  15.  Februar,  nach  39tägiger  Reise  vom  Kanal  ab,  ankerte
die  Bark  im  Hafen  von  New  York.
Am  15.  Märe  trat  „Magdahne“  von  New-York  aus  die  Heimreise  nach
Bremen  an.  Auf  den  kräftigen  Westwind,  bei  dem  dasselbe  geschah,  folgte
nach  einigen  Tagen  östlicher  Wind,  der  jedoch  zunächst,  noch  nicht  von  langer
Dauer  war.  Nachdem  das  Schiff  jedoch  bis  zum  4.  April  nach  48,5°  N-Br  in
18,5°  W-Lg  gekommen  war,  und  sich  der  Wind  dort  abermals  nach  NB  verändert ­
  hatte,  hielt  er  sich  längere  Zeit  im  östlichen  Halbkreise.  Die  Boise
wurde  durch  diesen  Umstand  um  ein  Bedeutendes  verlängert,  und  erreichte
„Maydalene“  nicht  eher  als  am  12.  April  die  Mündung  des  Kanals,  Es  war
die  durch  nennenswerthe  Stürme  nicht  erschwerte  Fahrt  über  den  Occau  in
28  Tagen  vollendet  worden.  70°  W-Lg  hatte  man  in  39,6°  N-Br  am  16.  März,
60°  W-Lg  in  39°  N-Br  am  19.  März,  50°  W-Lg  in  41,8°  N-Br  am  24.  März
und  30°  W-Lg  in  46,S®  N-Br  am  2.  April  gekreuzt.
19.  Reise  des  eisernen  Hamburger  Vollscliiffes  „Humboldt“,  Kapt.  W.  Wendt.
Am  19.  Mai  1882,  dem  vierten  Tage  einer  Reise  von  Hamburg  nach
Valparaiso,  verlief»  das  Vollschiff  „Humboldt 8  den  Kanal.  Der  dort  wehende
kräftige  Ostwind  veränderte  sich  im  Ocean  bei  langsam  abnehmendem  Luftdruck ­
  nach  rechts,  und  als  das  Schiff  am  23.  Mai  nach  46,3°  N-Br  in  14°  W-Lg
gekommen  war,  wurde  die  Windrichtung  eine  südwestliche.  Man  konnte  dann
nur  iu  langsamer  W T eise  vorrücken  und  bis  zum  4,  Juui  nicht  weiter  als  nach
34°  N-Br  in  15,5®  W-Lg  segeln.  Einen  etwas  rascheren  Verlauf  nahm  die
Reise,  nachdem  am  eben  erwähnten  Tage  und  in  der  Näh©  des  letzteren  Punktes
der  schwache  Wind  nordöstliche  Richtung  angenommen  hatte  und  Passat  geworden ­
  war.  Dasselbe  geschah  bei  einem  höchsten  Luftdrucke  von  770,0  mm.
Das  Gebiet  des  Passats,  in  welchem  längere  Zeit  anhaltender  kräftiger  Wind
kaum  angetroffen  wurde,  dehnte  sich  südwärts  aus  bis  nach  7,6®  N-Br  in  24,8°
W-Lg.  In  geringer  Entfernung  von  diesem  Punkte  erreichte  „Humboldt“  am
17.  Juni  den  Stillengürtel,  zu  dessen  Ueberschroitnng  eine  unverhältnifsmäfsig
lange  Zeit  erforderlich  war.  Erst  am  25.  Juui  wurde  unweit  5,5®  N-ßr  in
19,5®  W-Lg  der  SE-Passat  wieder  angetroffen,  von  welchem  das  Schiff  bis  zum
1.  Juli  zu  der  in  27,5°  W-Lg  überschrittenen  Linie  geführt  wurde.  Am  1.  Juli
waren  43  Tage  nach  der  Abreise  vom  Kanal  verflossen.  Während  dieser  Zeit
hatte  man:  40®  N-Br  in  15,2®  W-Lg  am  31.  Mai,  30®  N-Br  in  17,6®  W-Lg  am
7.  Juni,  20°  N-Br  in  24“  W-Lg  am  12.  Juni  und  10°  N-Br  in  25,2®  W-Lg  am
16.  Juni  gekreuzt.  Am  23.  Juui  war  in  28®  W-Lg  die  mitsegelnde  Bremer
Bark  „Alma“  von  der  nördlichen  zur  südlichen  Halbkugel  übergegangen.
Dieses,  auf  einer  Reise  nach  San  Francisco  begriffene  Schiff,  hatte  den  Kanal
ebenfalls  am  19.  Mai  verlassen  und  befand  sich  am  20.  Juni  Mittags  in  5,9°  N-Br
und  23,5®  W-Lg,  während  gleichzeitig  „Humboldt“  in  6,1°  N-Br  und  23,4"  W-Lg
stand.  Beide  hier  so  nahe  bei  einander  befindlichen  Schiffe  segelten  damals  bei
dem  aus  SSE  wehenden  Winde  über  St.  B.-Bng.  „Humboldt“  wendete  jedoch
nach  drei  Wachen  und  verfolgte  nachher  für  längere  Zeit  einen  Ostkurs,  auf
dem  es  bis  zum  24.  Juni  nach  5,5°  N-Br  in  19,6®  W-Lg  gelangte.  „Alma“
bebnrrte  dagegen  auf  ihrem  südwestlichen  Kurse.  Die  Folge  dieses  verschiedenen
Verfahrens  war,  dafs  dieses  Schiff  am  23.  Juni  in  28°  W-Lg  den  Aequatör
erreichte,  während  „Humboldt“  dasselbe  in  27,5®  W-Lg  erst  acht  Tage
später  that.
Im  Südatlautischeu  Oeean  wurde  „Humboldt“  bis  nach  24,5°  S-Br  in
41°  W-Lg  vom  SE-Passate  begleitet.  Unweit  dieses  Punktes  veränderte  sich,
Aon.  Kydr.  etc.,  1883,  Heft  YHI.  o
            
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