Eingänge von meteorologischen Journalen etc., April 18S3.
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zum zweiten Mal am 20. Januar iu 72° W-Lg, wie 30° W-Lg iu 25° N-Br aui
22. Dezember, 50° W-Lg in 19,2° N-Br am 6. Januar, 60° W-Lg in 22° N-Br
am 11. Januar und 70° W-Lg in 29,1° N-Br am 18. Januar geschnitten. Iu
derselben Zeit als „Hermann Friedrich“ diese Reise vollendete, war auch die
Danziger Bark „Oberbürgermeister von Winter“ auf einer Reise von Barrow nach
Pensacola begriffen. Dieses Schiff vcrliefs den Parallel von 50° N am 6. De
zember und erreichte 30° N-ßr iu 16° W-Lg am 16. Dezember, fast gleichzeitig,
als die Brigg diesen Parallel in 20° W-Lg schnitt. Die Bark verfolgte später
eine südlichere Route als „Hermann Friedrich“ es that und traf auf derselben
günstigere Verhältnisse an. Infolge derselben war am 2. Januar Mittags der
Schiffsort der Brigg 18,9° N-Br in 41,5° W-Lg, als derjenige der Bark in
16,6° N-Br und 41,3° W-Lg war. Dieses letztere Schiff überschritt 60° W-Lg
in 16,7° N-Br am 9. Januar und erreichte Pensacola am 29. Januar. Am
23. Dezember, als „Hermann Friedrich“ sich in 23,7° N-Br und 32° W-Lg
befand, wurde dort das ganze Schiff mit einem braunröthlichcn Staube bedeckt,
welchen der Kapitän Ilarmattan-Staub nannte.
Von Wilmington aus trat „Hermann Friedrich“ am 6. März die Rückreise
uach Liverpool au, welche unter angenähert denselben Verhältnissen, wie sie
schon im Reiseauszuge der von New- York aus auf der Heimreise bogriffeucu
„Doris“ angegeben worden sind, ausgeführt wurde. „Hermann Friedrich“
kreuzte: 70° W-Lg in 35° N-Br am 11. März, 60° W-Lg in 36° N-Br am
14. März, 50° W-Lg in 39,5° N-Br am 18. März und 30® W-Lg in 45,6° N-ßr
am 1. April. Am 13. April erreichte die Brigg den St. Georgt-K&ü&l. Die
Reise war in 38 Tagen vollendet worden.
16. Reise des eisernen Bremer Vollschiffes „Adelaide“, Kapt. J. Barber.
Während einer Reise von Cardiff nach San Francisco überschritt am
7. April 1882 das Vollschiff „Adelaide u den Parallel von 50° N. Dasselbe
traf auf seinem Wege nach Süden zunächst leichte veränderliche Winde uud
später südlich von 45° N-Br kräftige Westwinde au. Diese letzteren kamen
anfänglich aus südwestlicher Richtung und verzögerten dann den Fortgang des
Schiffes; nachdem dieselben aber am 13. April raumer gelaufen waren, konnte
man rascher nach Süden hin vorrücken. Als 35° N-Br überschritten worden
war, wurde der nordwestliche Wind ganz flau uud am 17. April sank derselbe
in Sicht von der Insel Madeira, bei einem auf 770,2 mm gestiegeneu Luftdruck,
fast bis zur Windstille herab. Aus derselben entwickelte sich nach kurzer Zeit
ein östlicher, nach uud nach au Stärke zunehmender Wind, der zum Passat
wurde. Derselbe wehte auf der zwischen 29° und 9° N-Br liegenden Strecke
mit Kraft und Beständigkeit und begleitete das Schiff, bis es am 29. April nach
4,3° N-Br in 24,7° W-Lg gekommen war. Die Ueberschreitung des hier be
ginnenden Stillengürtels erfolgte in rascher Weise; denn in demselben wurde
Windstille gar nicht angetroffen, und bei leichter südlicher und östlicher Briese
konnte mau noch in verhältnifsmäfsig rascher Weise nach Süden hin vorrücken.
Am 1. Mai stellte sich in der Nähe von 2,8° N-Br und 25,5° W-Lg der
SE-Passat wieder ein, bei welchem man bis zum 3. Mai zu der in 27° W-Lg
überschrittenen Linie segelte. „Adelaide“ hatte die zwischen 50° N-Br und
Aequator liegende Strecke in 26 Tagen vollendet, uud auf derselben: 40° N-Br
in 13,7° W-Lg am 14. April, 30° N-Br in 19,8° W-Lg am 19. April, 20° N-Br
in 25,5° W-Lg am 23. April und 10° N-Br in 25,8° W-Lg am 26. April
gekreuzt.
Der in der Nähe der Linie sehr schwache SE-Passat frischte auf, nachdem
2° S-Br überschritten worden war, und gewährte dem Schiff bis nach 16° S-Br
hin die Möglichkeit einer raschen Fahrt. Unweit 16,5® S-Br in 31,5° W-Lg
veränderte sich der schwächer gewordene Wind nach NE und deutete dadurch
au, dafs man die polare Passatgrenze erreicht habe. Als dasselbe geschah,
zeigte das Barometer auf einen Stand von 763,4 mm. Von NE veränderte sich
am nächsten Tage der Wiud nach S und SW, um sich im letzteren Quadranten
für eine ungewöhnlich lange Zeit zu halten. Erst am 16. Mai lief unweit
24,6° S-Br in 32,5° W-Lg der Wind wieder nach SE zurück, worauf die Reise
dann wieder einen rascheren Fortgang nahm. Südlich von 31° S-Br traten
abermals anhaltende Westwinde auf, bei donen man jedoch, da die Richtung