Eingänge von meteorologischen Journalen etc., April 1S83.
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„Bremen“ eine ähnliche Wind Veränderung beobachtot wurde, so traf „Dort*“
doch in den nächsten Tagen um so viel günstigere Winde an, dafs am 19. Januar
„Doris“ Schiffsort 23,3° N-Br in 33,7° W-Lg gegen „Bremens“ gleichzeitigen
in 30,8° N-Br und 25,8° W-Lg war. Dieser bedeutende Vorsprung war ganz
allein die Folge des westlicheren Kurses der „Dons“. „Bremen“ fand später
auf dem übrigen Theil der Reise auch ganz günstige Verhältnisse und erreichte
daher den Hafen von New- York am 14. Februar, 5 Tage später als wie „Doris“
dahin gelangt war. Ein zweiter Mitsegler von „Doris“ war das Bremer Voll
schiff „Magdalenewelches, nach New- York bestimmt, die BV-ser-Mündung am
5. Januar 1883 verlassen hatte und das, von kräftigem Ostwind begünstigt, dann
in 3 Tagen nach Lizard gesegelt war. Auch dieses Schiff suchte bei dem
stürmischen Ostwind möglichst rasch nach Süden zu gelangen und verlor daher
durch die infolge dieses Verfahrens später angetroffenen Verhältnisse bedeutend.
Obgleich „Doris“ den Kanal nur einen Tag vor „Magdalene“ verlassen batte
und „Doris'“ Segelfähigkeit wahrscheinlich nicht die gröfserc war, so konnte
dieses Schiff doch bis zum Mittag des 21. Jauuar nach 21,9° N-Br in 36,8° W-Lg
gelangen, während „Magdalene“ sich gleichzeitig noch in 28° N-Br und 21,6°
W-Lg befand. Aufserdem hatte „Magdalene“ am 12. und 13. Jauuar in der
Nähe von 43° N-Br und 14,5° W-Lg einen orkanartigen Weststurm erlebt, von
dem die gleichzeitig in 37° N-Br und 20,5° W-Lg segelnde „Doris“ keine Spur
beobachtet hatte. „Magdalene“, welche auf dem ferneren Theil der Reise durch
die Verhältnisse ganz besonders begünstigt wurde, erreichte ihren Bestimmungs
platz am 15. Februar.
Am 11. März verlicfs „Doris“ den Hafen von New- York wieder, um nach
Bremen zurückzukehren. Die kräftigen, beim Antritt der Reise herrschenden,
Westwinde begleiteten das Schiff bis zum Meridian von 50° W, wurden, nachdem
diese Länge überschritten worden war, aber durch Ostwind verdrängt, bei dem
der Verlauf der Reise dann nur ein sehr langsamer wurde. Es vergingen nicht
weniger als 2 Wochen, bevor sich wieder westlicher Wind einstellte, und nachdem
dasselbe am 31. März in der Nähe von 45,2° N-Br in 32,5° W-Lg geschehen,
war derselbe auch noch nicht von sehr langer Dauer. Nachdem die Aufscn-
gründe erreicht worden waren, folgte auf dort für kurze Zeit herrschende Stille
abermals Ostwind, durch den das Schiff derartig zurückgehalten wurde, dafs
es erst am 9. April die Mündung des Kanals erreichen konnte. Die Fahrt über
den Ocean war in 29 Tagen vollendet worden. Während derselben hatte man:
70° W-Lg in 39,5° N-Br am 12. März, 60° W-Lg in 39,7° N-Br am 15. März,
50° W-Lg in 40,2° N-Br am 17. März und 30° W-Lg in 45,8° N-Br am
31. März überschritten.
14. Reise der Rostocker Brigg „Hermann Friedrich“, Kapt. R. Niejahr.
Am 2. Dezember 1882, dem 11. Tage einer Reise von Hamburg nach
Wilmington, befand sich die Brigg „Hermann Friedrich“ in der Nähe von
Lizard. Stürmische Gegenwinde hinderten in der nächsten Zeit den Fortgang
der Reise und konnte man erst, nachdem am 5. Dezember, in der Nähe von
48° N-Br und 7,5° W-Lg, der Wind eine hochnördliche Richtung angenommen
hatte, in rascherer Weise fortschreiten. Es wurde dann ein südlicher Kurs
cingeschlagcn, auf dem die Brigg bis zum 18. Dezember nach 29° N-Br in
22° W-Lg gelangte. Unw'eit dieses Punktes, wo der Luftdruck einen höchsten
Stand von 769,5 mm erreicht hatte, folgte auf kurze Stille ein mäfsiger NE-Wind,
der zum Passat wurde. Derselbe wehte später nur in geringer Stärke und
wurde unweit 22° N-Br in 37° W-Lg durch mehrere Tage anhaltende westliche
Mallung unterbrochen. Erst am 31. Dezember stellte sich in der Nähe vou
20,7° N-Br in 38,5° W-Lg der Passat wieder ein. Die Reise nahm dann,
obgleich der Passat später keineswegs in befriedigender Weise auftrat, einen
rascheren Verlauf. Die polare Passatgrenze wurde im westlichen Theil des
Oceans in 26,2° N-Br und 66° W-Lg am 14. Januar erreicht, und nachdem der
letzte Reiseabschnitt durch ungewöhnlich lange dauernde, flaue Winde noch
bedeutend verzögert worden war, gelang es am 27. Januar dou Bestimmungs
hafen zu erreichen. Während der in 56 Tagen erfolgten Fahrt über den Ocean
hatte man: 40° N-Br in 18° W-Lg am 11. Dezember, 30° N-Br in 20° W-Lg
am 16. Dezember, 20° N-Br in 39,5° W-Lg am 31. Dezember und 30° N-Br