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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., April 1883.
geringer Fortschritt erzielen liefs. Derselbe dauerte, bis man am 10. August
nach unweit 37,5° S-ßr in 95,5° O-Lg gekommen war, und konnte man daun
bei dem hier eiusetzeuden westlichen Wind wieder in rascherer Weise vor
rücken. Das Gebiet des Passats wurde am 20. August in der Nähe von 21,5°
S-Br und 107,5° O-Lg, wo bei einem höchsten Luftdruck von 765,4mm sich
der schwache Wind von SSW durch S nach SSE veränderte, erreicht. Vom
rasch auffrischenden Passat wurde „Anna Thormann“ bis zum 26. August zur
»S«>if/a-Stralse geführt. Um dahin von New- York ab zu gelangen, waren 116 Tage
erforderlich gewesen. Auf dem letzten Reiseabschnitte hatte man: 30° S-ßr in
102,7° O-Lg am 13. August, 20° S-ßr in 107° O-Lg am 20. August und
10° S-Br in 105,5° O-Lg am 24. August überschritten.
Am 21. Oktober trat „Anna Thormann“ von Soerabaja aus die Heimreise
nach dom Kanal an. Der Aufang derselben sollte nach Kapt. Vofa’ Absicht
durch die Lom&oc/fc-Strafse führen, doch mufste dieses Vorhaben, nachdem man
vom 30. Oktober bis 2. November in jener Strafse gegen südliche Winde und
nördliche Strömung gekreuzt hatte, aufgegebeu werden. Man vcrliefs die Stralse
daher wieder und segelte nach der Bali-Strafse. Die Bark erreichte dieselbe
am 4. November und passirte sic, indem bei zu ungünstigen Verhältnissen
geankert wurde, in 6 Tagen. Am 10. November befand sich „Anna Thormann“
in 8,8° S-Br und 114,7° O-Lg. Hier wehte schon der SE-Passat, doch trat
derselbe anfänglich nur in geringer Stärke auf, und fand man erst frischeren
Wind, nachdem 10,5' S-Br überschritten worden war. Der später recht kräftig
und beständig wehende Passat begleitete das Schiß bis am 4. Dezember 24° S-Br
in 63,5° O-Lg erreicht worden war. Bei einem Barometerstände von 762,4 mm
veränderte sieh dort der kurze Zeit vorher schwach auftretende, nun aber wieder
kräftiger gewordene, Wind nach NE, und nachdem später in unregelmäisiger
Weise eine Drehung nach links vollendet worden war, herrschte wieder ein
längerer Ostwind. Bei demselben stieg der Luftdruck bis auf einen unweit
27° S-Br beobachteten höchsten Stand von 767,2 mm. Auch die später ange
troffenen Winde waren meistens in einer mehr oder minder unregclmäfsig ver
laufenden Drehung nach links begriffen, wobei jedoch stets die östlichen Winde
vorherrschend waren. Man konnte daher, da-Stürme aus ungünstiger Richtung
gar nicht angetroffeu wurden, in einigermafsen rascher Weise fortschreiten und
bis zum 1. Januar 1883 in Sicht des Vorgebirges der Chiti n Hoffnung gelangen.
Am 8. Januar überschritt die „Anna Thormann"' bei leichtem, südwestlichem
Winde den Parallel von 30° S in 10,5° O-Lg. Südlich von demselben hatte man
20 Tage zugebracht; auf der zwischen ß«/t-Strafso und Südspitze Afrikas
liegenden Strecke war: 10° S-Br in 113,2° O-Lg am 12. November, 20° S-ßr
in 71° O-Lg am 30. November und 30° S-Br in 38,7° O-Lg am 19. Dezember,
wie 90° O-Lg in 17,5° S-Br am 21. November, 60° O-Lg in 26 2° S-Br am
7. Dezember und 30° O-Lg in 32,9° S-Br am 26. Dezember gekreuzt worden.
Aus dem leichten südwestlichen Wind, von welchem „Anna Thormann"
nördlich von 30° S-Br noch für einige Tage begleitet wurde, entwickelte sieb
am 11. Januar in der Nähe von 27,3° S-Br und 6,5° O-Lg der SE-Passat. In
geringer Entfernung von diesem Punkte wurde ein höchster Barometerstand von
766,4 mm angetroffen. Die Bark durchsegelte das Passatgebiet, infolge des in
ihm angetroffeneu mäfsigen Windes, in langsamer Fahrt und erreichte am
4. Februar den Aequator in 27° W-Lg. Um zu diesem Punkt von 30° S-Br
ab zu gelangen, waren 27 Tage erforderlich gewesen. 20° S-Br hatte man in
3,9° W-Lg am 16. Januar und 10° S-Br in 14,6° W-Lg am 26. Januar über
schritten.
Der SE-Passat dehnte sich in nördlicher Breite aus bis nach 2° N-Br in
27,4° W-Lg. Unweit dieses Punktes wurde am 5. Februar der Stillengürtel
erreicht, den die Bark bei leichter östlicher Mallung in 2'/■- Tagen überschreiten
konnte. Nachdem am 8. Februar, in der Nähe von 3,5° N-Br und 29° W-Lg,
der rasch auffrischende NE-Passat wieder angetroffen worden war, nahm die
Reise seil langer Zeit zum ersten Mal wieder einen raschen befriedigenden
Fortgang. Nachdem „Anna Thormann“ vom Passat bis zum 24. Februar nach
33,3° N-Br in 39,6° W-Lg geführt worden war, endete derselbe in Windstille.
Als diese letztere sieh einstellte, zeigte das Barometer auf 765,7 mm, dagegen
war 3 Tage vorher unweit 30° N-Br ein höchster Stand von 770,1 mm beob