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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., April 1883. 
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Nachdem die in der Nähe dieses Punktes liegende Passatgrenzo überschritten 
worden war, nahm die Reise, obgleich die angetroffenen Winde meistens noch 
aus östlicher Richtung kamen, wieder nur einen langsamen Verlauf. Man voll 
endete den noch vorliegenden Reiseabschuitt, ohne dafs sich Erwähnenswerthcs 
ereignete, bis schliefslieh am 28. Juli der Bestimmungshafen erreicht wurde. 
Die seit 1V* Jahr nicht im Trockendock gereinigte eiserne Bark, welche infolge 
dieses Umstandes nur noch geringe Segelfähigkeit bcsafs, hatte die Reise in 
81 Tagen vollendet. Während derselben hatte man: 25° N-Br in 75,5° O-Lg 
am 20. Mai, 20° N-Br in 63,6° O-Lg am 29. Mai, 15° N-Br in 65,7° O-Lg am 
3. Juni, 10° N-Br in 69° O-Lg am 6. Juni und 5° N-Br in 87,5° O-Lg am 
11. Juni, wie 10° S-Br in 88,5® O-Lg am 23. Juni, 20° S-Br in 71,8° O-Lg am 
1. Juli und 30° S-Br in 33,6° O-Lg am 24. Juli, endlich 90° O-Lg in 6,4° S-Br 
am 21. Juni, 60° O-Lg in 22,8° S-Br am 6. Juli und 30° O-Lg in 32,5° S-Br 
am 26. Juli überschritten. 
10. Reise der Hamburger Bark „Jupiter“, Kapt. C. II. P. Ringe. 
Am 18. Juli 1882, 11 Tage später al8 die Elbe verlassen worden war, 
befand sich die auf einer Reise nach Valparaiso begriffene Rark „Jupiter* in 
der Nähe von IAzard. Die ungünstigen Westwinde, welche die Reise bis dahin 
schon so verlängert hatten, hielten auch noch während der ersten im Atlan 
tischen Ocean zugebrachten Zeit an, und konnte man erst, nachdem am 23, Juli 
in der Nähe von 46° N-Br in 8° W-Lg der Westwind raumere Richtung an 
genommen hatte, in rascherer Weise fortschreiten. Am 25. Juli veränderte sich 
unweit 43° N-Br in 10,8° W-Lg der frische Wind von NNW durch N nach 
NNE, und ging derselbe später, ohne dafs vorher irgend welche Störung an- 
getroffen wurde, unmittelbar in den Passat über. Ein höchster Luftdruck von 
772,8 mm wurde in 41,5° N-Br beobachtet. Der anfänglich recht kräftig auf 
tretende Passat, trat südlich von 27° N-Br nur schwach auf, und wurde zwischen 
21° und 20° N-Br zwei Tage lang durch leichte südliche und westliche Mallung 
gänzlich unterbrochen. Als der Passat sich später wieder einstellte, besafs er 
auch nur geringe Stärke, und als die Bark am 8. August nach 12,9° N-Br in 
26° W-Lg gelangt war, endete jener Wind. Leichte hier angetroffenc östliche 
Mallung deutete an, dafs der Stillengürtel erreicht sei, und nachdem man bei 
jener etwa i'/a Tage einen stidlicheu Kurs verfolgt batte, trat kräftiger SW- 
Monsun an ihre Stelle. Von 11,4° N-Br in 25,4° W-Lg bei südwestlichem 
Winde meist über B. ß.-Bug segelnd, und gleichzeitig versetzt von östlicher 
Strömung, gelangte „Jupiter* daun bis zum 19. August nach 2,4° N-Br iu 
13,8° W-Lg. Nachdem in der Nähe dieses Punktes zum letzten Male gewendet, 
und zwei Tage lang südwestwärts gesegelt worden war, wurde am 21. August 
in 18,8° W-Lg der Aequator erreicht. Es waren damals 34 Tage nach der 
Abreise vom Kanal verflossen. 40° N-Br hatte man in 14° W-Lg am 26. Juli, 
30° N-Br in 20,5° W-Lg am 30. Juli, 20° N-Br in 25,7° W-Lg am 5. August 
und 10° N-Br in 24,5° W-Lg am 11. August gekreuzt. Am 22. August, einen 
Tag später als „Jupiter*, giug in 19,5° W-Lg die von Hamburg nach Guayaquil 
bestimmte Sehouerbrigg „Irene* vou der nördlichen zur südlichen Halbkugel 
über. Dieses Schiff hatte den Kanal ebenfalls am 18. Juli verlassen und war 
gleich anfangs etwas gegen den Mitsegler zurückgeblieben. Beide Schiffe 
wendeten am 19. August Mittags nahezu gleichzeitig; „Irene* iu 3,4° N-Br und 
14,7° W-Lg und „Jupiter* in 2,4° N-Br und 13,8° W-Lg. 
Im Südatiantischcu Ocean wurde „Jupiter“ von recht frischem Passate 
begünstigt. Als die Bark bis zum 28. August nach 19,2° S-Br in 34,7° W-Lg 
gekommen war, veränderte sich bei einem Barometerstände von 767,7 mm der 
schwächer gewordene Wind nach NE, dadurch andeutend, dafs der Passat ein 
Ende genommen habe. Südlich vom Passatgebiete vollendete der Wind zwei 
Rundläufe nach links, während welcher die westlichen Striche rasch, die öst 
lichen verhältnifsmäfsig langsam durchlaufen wurden. Das Schiff konnte deshalb 
bei ihnen iu befriedigend rascher Weise nach SW hin vorrücken. Nachdem 
man südlich von 36° S-Br gekommen war, hielt sich der Wind anhaltend in 
westlicher Richtung, und nahm die Reise dann einen langsameren Verlauf. Da 
gegen herrschten südlich von 40° S-Br wieder nördliche Winde vor, von welchen 
„Jupiter* bis zum 19. September nach 50° S-Br iu 65,9° W-Lg geführt wurde.
	        
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