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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Tiefsee-Photothevmomcter. 
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Ami. <1 Ilydr. <‘U\. 1SS3, Heft VIII. 
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in eine Ausstülpung des eisernen Kastens hinciuragt und zur besseren Leitung 
von Temperaturänderungen von Quecksilber umgeben ist. 
Unmittelbar hinter dem Thermometer ist ein um seine Längsaxe dreh 
barer Oylinder D angebracht, um welchen photographisches Papier gespannt ist. 
Mit dem Cylinder ist an gemeinschaftlicher Axe ein Zahnrad E (Fig. 2) ver 
bunden. Wird dies um einen Zahn gedreht, so rückt eine neue Stelle des licht 
empfindlichen Papiers hinter das Thermometer. Uebcr das Papier kann ein 
Hohlcylinder gestülpt werden, welcher entsprechend der Thermometerröhre einen 
Oängsspalt an der dem Thermometer zugekehrten Seite hat. Dieser Hohl 
cylinder ist nicht drehbar. Aufserdem befindet sich noch ein Elektromagnet F 
im Apparat. Durch den Deckel des Kastens geht die Hin- und Rückleitung 
zum Schill' innerhalb des den Apparat tragenden Taues. 
Der elektrische Strom nimmt zunächst seinen Weg von der Drahtleitung 
im Tau durch den Druckbolzen G nach der Kontaktfeder b, von dort in den 
Elektromagneten, alsdann zur Glühlampe und geht durch die Kontaktfeder a 
(Fig. 2) in ähnlicher Weise wie bei b durch einen im Eiscndeckel befindlichen 
Koutaktbolzen zum Leitungsdraht im Tau zurück. 
Die Funktionirung des Apparates ist folgende: Nachdem an Bord in der 
Dunkelkammer das photographische Papier um den Cylinder befestigt, der mit 
einem Schlitz versehene Hohlcylinder darüber gestülpt und der Deckel auf den 
Kasten geschraubt ist, wird der Apparat in See gelassen. Ist die gewünschte 
Tiefe erreicht, so wird an Bord ein elektrischer Strom erzeugt. Durch einen 
Kontakt schickt man den Strom für einen Moment durch den Draht in die 
Tiefe, so dafs die Lampe im Apparat ins Glühen geräth. Das Licht der Glüh 
lampe fUllt durch das Thermometer — soweit es nicht durch die Quecksilber 
säule behindert ist — auf das photographische Papier. Ein Moment der 
Belichtung genügt, um den Thermometerstaud auf dem Papier zu fixiren und 
man kann sofort weitere Messungen vornehmen. Beim Kontaktschlufs geht der 
Strom, bevor er die Glühlampe erreicht, in den Elektromagneten, welcher einen 
Hebel anzieht, der in einen Zahn des mit dem Cylinder kouaxialen Zahnrades 
eingreift. Beim Unterbrechen des Stromes kommt eine Feder, die am Hebel 
befestigt ist und der Anziehung des Elektromagneten entgegenwirkt, zur 
Geltung. Dabei wird das Zahnrad um einen Zahn weitergerückt und gleich 
zeitig der Cylinder etwas um seine Axe gedreht. Bei erneuter Belichtung be 
findet sieh dann bereits eine neue Stelle des photographischen Papiers hinter 
dem Thermometer. 
Die Tiefe, in der sich der Apparat bei einer Belichtung des Thermo 
meters befindet, wird an der Seiltrommel an Bord auf bekannte Weise jedes 
mal festgestellt und notirt, um nachträglich dem entsprechenden Thermometer 
stande auf dem Papier zugefligt zu werden. Nach Beendigung der Messungen 
wird der Apparat an Bord gezogen und das Papier in einer Dunkelkammer 
vom Cylinder genommen und der zur Entwickelung und Fixirung nöthigen 
Behandlung unterworfen. 
Bezüglich der Lichtwirkung einer Glühlampe auf photographisches Papier 
sind vom Verfasser in Gemeinschaft mit Herrn Professor Vogel im photo 
graphischen Atelier des Berliner Polytechnikum Versuche mit einer Swan- 
Larnpe angestellt, aus denen sich ergab, dafs bereits bei einer Belichtung von 
ca V« Sekunde ein vollkommen scharfes Bild einer Thennometerröhre erzielt 
wurde, so dafs die Leistungsfähigkeit des Apparates in diesem wesentlichsten 
Punkte durchaus gesichert ist. Zu dem genannten Versuche wurde Lamy’s 
Bromsilberpapier benutzt.') 
Eine störende Einwirkung der Glühlampe durch Wärmestrahlung auf das 
Thermometer ist in Anbetracht der kurzen Belichtungszeit, sowie überhaupt 
bei der Konstruktion des Apparates ausgeschlossen. 
Die richtige Anzeige der wirklichen Temperatur des Wasser ist durch 
die eigenthümliche Lagerung des Quecksilbergel'äfses in Quecksilber, welches 
seinerseits innigen Kontakt mit der Ausstülpung des eisernen Kastens hat, 
] ) Das ausgestrahlte Lieht war gleich ea lli Normalkerze». Der Abstand der Lampe vom 
Thermometer betrug ea 10 cm.
	        
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