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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Eingänge  von  meteorologischen  Journalen  etc.,  September  1882.

nach  NW,  und  es  schien,  als  ob  endlich  die  Reise  einen  günstigeren  Verlauf
nehmen  wolle.  Nach  einigen  Tagen  lief  der  Wind  aber  wieder  um  nach  Osten,
wehte  von  daher  nun  sogar  stürmisch  und  machte  jeden  Fortschritt,  aufser
nach  Süden  hin,  unmöglich.  In  fünf  Tagen  konnte  nur  2°  Grad  Länge  gut
gemacht  werden.  Es  schien,  als  ob  von  „Triton“  hier  keine  Westwinde  anzutreffen
  wären.  Als  endlich  am  6.  Mai,  in  der  Nähe  von  52°  S-Br  in  114°  W-Lg,
westlicher  Wind  einsetzte,  war  derselbe  noch  nicht  von  langer  Dauer.  Am
15.  Mai  nahm  der  Wind  abermals  nordöstliche  Richtung  an,  und  am  16.  Mai
überstand  die  Bark  in  der  Nähe  von  58,5°  S-Br  und  71°  W-Lg  einen,  zwar
nur  kurzen,  aber  sehr  heftigen  NE-Sturm,  bei  dem  der  Luftdruck  bis  auf
737,5  mm  sank.  Als  sich  dieser  Sturm  gemäfsigt  hatte,  folgten  höchst  unbeständige, ­
  flaue  Ostwinde,  und  bei  solchen  erreichte  man  auch  am  20.  Mai  den
Meridian  des  Kap  Horn.  Es  waren  bis  dahin  nicht  weniger  als  66  Tage  nach
dem  Vcrlasseu  der  Küste  Australiens  verflossen.  Während  dieser  Zeit  hatte
man:  150°  O-Lg  in  48,5°  S-Br  am  24.  März,  180°  Länge  in  50,8°  S-Br  am
I.  April,  150°  W-Lg  in  46°  S-Br  am  9.  April,  120°  W-Lg  in  50,6°  S-Br  am
28.  April  und  90°  W-Lg  in  56,5°  S-Br  am  12.  Mai  überschritten.
Unter  den  66  Tagen,  welche  „Triton“  auf  der  zwischen  Australien  und
Kap  Horn  liegenden  Strecke  zugebracht  hatte,  befinden  sich  nicht  weniger
als  31,  an  denen  östlicher  Wind  von  längerer  oder  kürzerer  Dauer  beobachtet
wurde.  Dieses  Vorkommen  zeigt  von  Neuem  die  scIiod  früher  wiederholt  gemachte ­
  Erfahrung,  dafs  im  südlichen  Winter  in  höherer  Breite  des  Grofson
Oceans  die  Herrschaft  des  Westwindes  keineswegs  eine  solch  ununterbrochene
ist,  wie  dieses  früher  wohl  oft  behauptet  und  angenommen  worden  ist.  Die
Verhältnisse,  welche  „Triton*  fand,  waren  zweifellos  selten  ungünstige.  Untersucht ­
  man  jedoch  die  Fahrt  der  Bark  über  dieses  Meer  mit  Bezug  auf  die  dort
verfolgte  Route,  so  zeigt  es  sich,  dafs  es  jedenfalls  besser  gewesen  wäre,  wenn
Kapt.  Reinicke  sich  mehr  bemüht  hätte,  die  eiumal  erreichte  Breite  festzuhalten, ­
  sich  nicht  zu  weit  aus  seinem  Kurse  nach  Norden  hin  hätte  abdrängen
lassen.  Als  der  Gegenwind  zuerst  aus  SE  einsetzte,  konnte  nicht  anders  gehandelt ­
  werden,  als  nach  NO  zu  steuern.  Denn  bei  dem  damals  tnäfsig  hohen
Stande  des  Luftdrucks  konnte  mit  vollem  Recht  ebenso  gut  vermuthet  werden,
dafs  man  sich  an  der  Südseite  einer  Depression  befände,  dafs,  wenn  man  weiter
nach  Norden  segelte,  dort  fallendes  Barometer  und  Westwinde  sich  einstellen
würden,  als  dafs  das  Gegentheil  der  Fall  sei.  Nachdem  Kapt.  Reinicke  aber
eine  bedeutende  Strecke  wieder  nach  Norden  gekommen  war,  dort  der  Luftdruck ­
  langsam  und  stetig  stieg  und  der  Ostwind  schwächer  und  schraler  wurde,
die  Bark  also  augenscheinlich  anstatt  zur  Mitte  einer  Depression  inmitten  eines
Gebietes  des  Maximums  gerathen  war,  und  es  sich  nun  zeigte,  dafs  eine  gäuzliche
  Verschiebung  der  Wetterlage  erfolgt  sei,  deren  Auftreten  freilich  in  keiner
Weise  hätte  vorausgesehen  werden  können,  würde  es  unbedingt  vortheilhafter
gewesen  sein,  zu  wenden  und  nach  Süden  zu  segeln.  Dafs  damals  diejenigen
Schiffe,  welche  sich  in  höherer  Breite  hielten,  raschere  Reisen  als  „Triton“
machten,  zeigt  die  Fahrt  des  eisernen  Hamburger  Vollschiffes  „Undine“,  Kapt.
J.  F.  List,  welches  am  21.  März  von  Melbourne  abgegangen  war.  Dieses
Schiff  befand  sich  am  8.  April  Mittags  in  48°  S-Br  und  159,5°  W-Lg,  während
gleichzeitig  „Tritons“  Standpunkt  in  47°  S-Br  und  154,5°  W-Lg  war.  Der
frische  Südwind,  bei  dem  beide  Schiffe  an  diesem  Tage  segelten,  veränderte
sich  am  nächsten  Tage  nach  SE  und  hielt  sich  so  mehrere  Tage.  Beide  Schiffe
wurden  durch  denselben  nach  Norden  hin  abgedrängt.  „  Triton“  verlor  aber
bedeutend  mehr  Breite  als  ,,Undinedenn  als  am  Mittage  des  12.  April
„Undine“  nach  47,4°  S-Br  in  147,7°  W-Lg  gelangt  war,  stand  gleichzeitig
„Triton“  in  44,5°  S-Br  und  141,5°  W-Lg.  Als  dann  bei  dem  Vollsehiffe
der,  während  der  letzten  24  Stunden  aus  NW  wehende,  Wind  wieder  nach
Ost  umlief,  liefs  Kapt.  List  nach  SSO  steuern,  während  „Triton“  bei  dem,  freilich
nur  für  kurze  Zeit  herrschenden,  SW-Winde  einen  Ostknrs  einsehlug.  Auch
„Undine“  wurde  auf  dem  ferneren  Wege  zum  Kap  Horn  durch  Ostwinde  noch
lange  aufgehalten,  erreichte  aber  dennoch  die  Länge  dieses  Vorgebirges  am  11.  Mai,
neun  Tage  vor  dem  „Triton 1 *.  Sehr  viel  günstigere  Winde  als  diese  beiden
Schiffe  hatte  das  Vollschiff  „Border  Chief*  auf  seiner  Fahrt  über  den  Grofsen
Ocean  angetroffen.  Dasselbe,  welches  von  Port  Pirie  nach  London  bestimmt,
            
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