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TrHi.eis im NtwlailatiiisetiiMi Ocean.
Tagen des Monsunwechsels am besten beobachten. Südlich und nördlich von
den Äcrimata-i nseltv siebt mau dann viele bronngelbe Secgrasstreifen, die sich
Meilen weit in der Richtung NW—SO erstrecken. Nahe bei deu Inseln sind
diese Streifen schmal und die Seiten scharf abgezcichnet, gerade als wenn es
zwischen den Inseln, wie in einem Trichter, zusammengetrieben worden wäre.
Von den Fahrwassern zwischen den Inseln wird selten Gebrauch gemacht, da
sie für die Schiffahrt von wenig Werth sind. Nur iu vereinzelten Fällen, bei
raumem Winde, könnten sic den Segelschiffen Vortheil bieten.
lieber das Auftreten des Treibeises im Nordatlantischen Ocean im
Frühling 1883.
Berichte aus den Journalen der deutschen Schiffe „Olbers“, Kapt. R. Alberts
und „Elena“, Kapt. Jobs. Steenken.
{Mittheilung von <ler Denhsebtn Seew№fle,'j
Unter den zahlreichen Berichten über das Antroffen von Treibeis im
Nordatlantischen Ocean, welche in diesem uüd dem vorigen Jahre bei der See
warte eingegangen sind, erscheinen von besonderem Interesse die der Schiffe
und „Elena“, und zwar insofern, als sich aus diesen die grofse Aus
dehnung, welche das Verbreitungsgebiet des arktischen Eises schon in de«
ersten Monaten des Jahres 1883 wieder gewonnen hatte, nachdem seine Grenze
im Herbst 1882 erheblich zurückgewichen war, und die Masscnhaftigkeit seines
Auftretens mit gröfster Deutlichkeit erkennen lassen.
Das deutsche Schiff „Ölbers“, Kapt. R. Alberts, kreuzte, von Bremen
nach New-York bestimmt und die Route nördlich von Schottland nehmend,
1Ö* W-Lg in 60,6° N-Br am 4. März, 30° W-Lg in 50° N-Br am 10. März
und 40° W-Lg in 48,5° N-Br am 13. März. Von letzterer Position richtete
Kapt. Alberts den Kurs auf den nördlichen Thcil der Neufundland-Bank mit
der Absicht, in die Nähe der amerikanischen Küste zu gelangen und, diese
haltend, den letzten Thcil seines Weges zurückzulegen, wie es den Strömungs-
Verhältnissen und den zu erwartenden NW-Winden gegenüber am zweck
mäßigsten war. Das Einhalten dieser Route wurde indessen durch die großen
Treibeismasson, welche das Schiff auf seinem Wege antraf, unmöglich gemacht.
Am 17. März gerieth „Olbers“ in 46° 4(8 N-Br und 47° W-Lg in ein dichtes
Eisfeld. Mit Mühe wieder herausgebracht, segelte das Schiff, von zahlreichen
Eisbergen und oft von Scholleneis umgeben und im Westen von sich stets ein
zusammenhängendes, unabsehbares Eisfeld behaltend, längs der Ostkante der
Neufundland - Bank, in etwa 30 Sm Abstand von der 100 m-Linie, nach etwa
SSW rvr. Erst nachdem man 150 Sm auf diesem Kurse zuriickgelcgt und
44° 30' N-Br erreicht hatte, gelang es am 19. März auf westlichem Kurse den
Treibeisgürtel zu durchbrechen und auf den südlichen Theil der Bauk zu
kommen, wo dann freies Wasser angetroffen wurde. Das letzte Eis — ein
grofaer Berg, der wahrscheinlich auf der Kante der Bank an Grund gcrathen
war, wurde in der Nacht vom 19. zum 20. März in 44° 26' N-Br und 49° 48'
W-Lg gesehen. Das Nähere ergiebt sich aus dem nachstehenden Jonrnalbcriehi.
„Am 17. März 1883 um 4 b 45 m Morgens auf 46° 41' N-Br und 47° 1'
W-Lg, bei steifem SSE-Winde und trüber, nebliger Luft liefen wir in ein
kompaktes Treibeisfeld. Obwohl im freien Wasser eine ziemlich hoho See
stand, wurde das Wasser zwischen den Eisschollen sofort ruhig. Es wurde
sogleich die ganze Mannschaft an Deck beordert, tun das Schiff so schnell als
möglich herumzuhalson, weiches auch gelang. Gogeu 5 1 /» Uhr kamen wir auf
einem OzS-Kurse wieder frei vom Eise. Die Eismassen lagen mitunter so dicht,
daß das Schiff trotz des günstigen, steifen südlichen Windes, mit dem wir