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Meeresströmungen und TetppWfttureu dos Südatlauttsehen öeeatw»
relativ warme Wasser an der Feuêrlanâ-Küste aas der Sihlsce in 42°-—45° S-Br
stammen, während weiter im Süden rein antarktisches Wasser von erheblich
niedrigerer Temperatur ostwärts strömt. Biegt dann dieses pacifische Wasser
östlich von der Stcrnien-Insel nach Norden oh, um auf die patagouiselien Gründe
zu treten, so bringt es seinen kleinen Wärmeüberschufs wenig verkürzt mit,
bann denselben aber weiterhin durch die mächtige Insolationswirkung der pata-
gonisehen Sonne zu den oben erwähnten erheblichen Beträgen im Südsommer
steigern. Hingegen axifserhalb der Bänke würden wir so recht das kalte Mark
des Kap Horn-Stromes, wie cs in etwa 57® S-Br südlich von der Siaatew-lnscl
angetroffen wird, wiederfinden.
Der Verf. nennt diese nördliche Abzweigung des Kap Horn-Stromes
den „ Falkland-Strom“. Die Resultate seiner Untersuchungen fafst er in folgen
den Sätzen zusammen:
1. dafs die BrasiVicw-Strömtnig ihrer Hauptmasse nach jedenfalls ihren
südsüdwestlichen Weg entlang der Ostküste Südamerika’« auch über den
30. Breitengrad hinaus fortsetzt, aber sich von dort au mehr und mehr von
der Küste uud den Küstenhänken entfernt, bis ihr Westrand in 48° S-Br und
57° W-Lg in scharfem Knie nach Osten mnbiegt, worauf die ganze warme
Strömung quer über den Südatlantischen Océan in ostnordöstlicher Richtung
weiterzieht;
2. dafs von Süden her die kalte, hauptsächlich von antarktischen und
südpacifischen Gewässern gespeiste Kap Born-Strömung um die Südspitzo Süd
amerika’» herum einen Zweig nordwärts entsendet, der den breiten von der
warmen Bnrn'fen-Strötisung bis zur Küste freigelassencn Raum einnimmt, während
die Hauptmasse des kalten Stromes in gleicher Richtung wie die umgewendete
H*vsitienS\römtuig und dieser zur Rechten scharf angelagert den Südatlantischen
Océan überschreitet. ')
Der Verf. schreibt das Umbiegen des /iras/fen-Stromes dem Ineinander
greifen mehrerer Ursachen zu, nämlich nicht nur der ablenkenden Einwirkung
der Erdrotation und den Westwinden, sondern hauptsächlich der mechanischen
Gewalt des sehr starken Kap Horn - Stromes, der die schwächere Brasilien-
Strömung aus ihrer südlichen Bahn so scharf in eine östliche hcrninwirft. Die
Frage, ob ein Theil der warmen Strömung bei diesem Znsammenstofse submarin
seine südliche Bahn foitsetzt, läfist der Verf. noch unentschieden, da cs an
einwurfsfreien TScfsee-Lothungen uud -Tempeiatunnesisangen in dem kritischen
Gebiete (westlich von Süd-Getyrgieft) noch mangele.
Das modifieirto neue Bild der südatlantischen Meeresströmungen ist aus
der zweiten Karte auf Tafel No. 7 ersichtlich. Der Verf. hat auf derselben
Doch eine andere Neuerung zur Anschauung gebracht, die er gleichfalls auf die
Aussagen der deutschen Schiffsjournale basirt, nämlich den A^w/Ata-Strom nicht
nur bis 15° O-Lg in den Südatlantischen Océan eindringeu zu lassen, sondern
bis 10° oder 12° O-Lg (in ca 40® S-Br). Ferner entnimmt er den Schiffs
journalen die Thatsache, dafs die Ostindienfuhrer bei oder gleich nach der
Ueborsehreitung des Meridians von Greenwich (auf der Ausreise) meist ciné
entschiedene Abnahme der Wassertemperaturen konstatireu, und erblickt darin
den Beweis, dafs auch in jeneu östlichen Thcilen des Südatlautischen Gebietes
noch die Brasilien- (nunmehrige „Verbindungs“-) und die Kap Born-Strömung
ihren thermischen Charakteruntersehied trotz ihres langen Weges Seite au Seite
sich bewahrt hätten (vgl. die Karte).
„Das neue Bild der Meeresströmungen“, so schliefst der Verfasser,
„erinnert nun in mancher Hinsicht an nordatlantische Vorgänge. Der Brasilien-
Strom ist, wio schon Müllry wollte, dem Golfstrom (d. h. im weiteren Sinne,
wie ihn die Cli a llenger-Expedition gegeben hat: ///«»-Strom und Flor ida -
Strom zusammen ge fä fs t !) zu vergleichen, die Kap //er»-Strömung aber als ein
Pendant des Labrador-Stroms hinzustellen. Indefs nimmt sich der letztere doch
I) J.i'tzn-î-v- Auffasso.Hg Üsnit't sii-li iH-vrit- angedeutei iu Ploix et Cas pari,
Nautique, Vents rt Courants »te.*, Paris 1874, pag* 631 ,T)ans l'Atlantique Snd, nous trouvons
encore le eonrftnt dn <?»p Horn, etmrant froid, .... dont nous parlerons à propos des oonvants du
Pacific, qui se dirige ûn NE, arrondit tes Midonines, et atteint quelquefois 1rs parallèles de 49° «
48° Sud. Là il tourne a I K si, probablement avec a ne partie des m« x r-handes du
courant <1 ii Brésil*.