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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Meeresströmungen und TetppWfttureu dos Südatlauttsehen öeeatw» 
relativ warme Wasser an der Feuêrlanâ-Küste aas der Sihlsce in 42°-—45° S-Br 
stammen, während weiter im Süden rein antarktisches Wasser von erheblich 
niedrigerer Temperatur ostwärts strömt. Biegt dann dieses pacifische Wasser 
östlich von der Stcrnien-Insel nach Norden oh, um auf die patagouiselien Gründe 
zu treten, so bringt es seinen kleinen Wärmeüberschufs wenig verkürzt mit, 
bann denselben aber weiterhin durch die mächtige Insolationswirkung der pata- 
gonisehen Sonne zu den oben erwähnten erheblichen Beträgen im Südsommer 
steigern. Hingegen axifserhalb der Bänke würden wir so recht das kalte Mark 
des Kap Horn-Stromes, wie cs in etwa 57® S-Br südlich von der Siaatew-lnscl 
angetroffen wird, wiederfinden. 
Der Verf. nennt diese nördliche Abzweigung des Kap Horn-Stromes 
den „ Falkland-Strom“. Die Resultate seiner Untersuchungen fafst er in folgen 
den Sätzen zusammen: 
1. dafs die BrasiVicw-Strömtnig ihrer Hauptmasse nach jedenfalls ihren 
südsüdwestlichen Weg entlang der Ostküste Südamerika’« auch über den 
30. Breitengrad hinaus fortsetzt, aber sich von dort au mehr und mehr von 
der Küste uud den Küstenhänken entfernt, bis ihr Westrand in 48° S-Br und 
57° W-Lg in scharfem Knie nach Osten mnbiegt, worauf die ganze warme 
Strömung quer über den Südatlantischen Océan in ostnordöstlicher Richtung 
weiterzieht; 
2. dafs von Süden her die kalte, hauptsächlich von antarktischen und 
südpacifischen Gewässern gespeiste Kap Born-Strömung um die Südspitzo Süd 
amerika’» herum einen Zweig nordwärts entsendet, der den breiten von der 
warmen Bnrn'fen-Strötisung bis zur Küste freigelassencn Raum einnimmt, während 
die Hauptmasse des kalten Stromes in gleicher Richtung wie die umgewendete 
H*vsitienS\römtuig und dieser zur Rechten scharf angelagert den Südatlantischen 
Océan überschreitet. ') 
Der Verf. schreibt das Umbiegen des /iras/fen-Stromes dem Ineinander 
greifen mehrerer Ursachen zu, nämlich nicht nur der ablenkenden Einwirkung 
der Erdrotation und den Westwinden, sondern hauptsächlich der mechanischen 
Gewalt des sehr starken Kap Horn - Stromes, der die schwächere Brasilien- 
Strömung aus ihrer südlichen Bahn so scharf in eine östliche hcrninwirft. Die 
Frage, ob ein Theil der warmen Strömung bei diesem Znsammenstofse submarin 
seine südliche Bahn foitsetzt, läfist der Verf. noch unentschieden, da cs an 
einwurfsfreien TScfsee-Lothungen uud -Tempeiatunnesisangen in dem kritischen 
Gebiete (westlich von Süd-Getyrgieft) noch mangele. 
Das modifieirto neue Bild der südatlantischen Meeresströmungen ist aus 
der zweiten Karte auf Tafel No. 7 ersichtlich. Der Verf. hat auf derselben 
Doch eine andere Neuerung zur Anschauung gebracht, die er gleichfalls auf die 
Aussagen der deutschen Schiffsjournale basirt, nämlich den A^w/Ata-Strom nicht 
nur bis 15° O-Lg in den Südatlantischen Océan eindringeu zu lassen, sondern 
bis 10° oder 12° O-Lg (in ca 40® S-Br). Ferner entnimmt er den Schiffs 
journalen die Thatsache, dafs die Ostindienfuhrer bei oder gleich nach der 
Ueborsehreitung des Meridians von Greenwich (auf der Ausreise) meist ciné 
entschiedene Abnahme der Wassertemperaturen konstatireu, und erblickt darin 
den Beweis, dafs auch in jeneu östlichen Thcilen des Südatlautischen Gebietes 
noch die Brasilien- (nunmehrige „Verbindungs“-) und die Kap Born-Strömung 
ihren thermischen Charakteruntersehied trotz ihres langen Weges Seite au Seite 
sich bewahrt hätten (vgl. die Karte). 
„Das neue Bild der Meeresströmungen“, so schliefst der Verfasser, 
„erinnert nun in mancher Hinsicht an nordatlantische Vorgänge. Der Brasilien- 
Strom ist, wio schon Müllry wollte, dem Golfstrom (d. h. im weiteren Sinne, 
wie ihn die Cli a llenger-Expedition gegeben hat: ///«»-Strom und Flor ida - 
Strom zusammen ge fä fs t !) zu vergleichen, die Kap //er»-Strömung aber als ein 
Pendant des Labrador-Stroms hinzustellen. Indefs nimmt sich der letztere doch 
I) J.i'tzn-î-v- Auffasso.Hg Üsnit't sii-li iH-vrit- angedeutei iu Ploix et Cas pari, 
Nautique, Vents rt Courants »te.*, Paris 1874, pag* 631 ,T)ans l'Atlantique Snd, nous trouvons 
encore le eonrftnt dn <?»p Horn, etmrant froid, .... dont nous parlerons à propos des oonvants du 
Pacific, qui se dirige ûn NE, arrondit tes Midonines, et atteint quelquefois 1rs parallèles de 49° « 
48° Sud. Là il tourne a I K si, probablement avec a ne partie des m« x r-handes du 
courant <1 ii Brésil*.
	        
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