Meeresströmungen nml Temperaturen dos Südallnmischon Ooeans.
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das La Plata-Wasser sich hier mit dem jener Strömung mischt. Den tropischen
Ursprung der Strömung macht ein Vergleich des Tages-Durchsclmitts der Luft
temperaturen mit demjenigen der Wassevtemperaturen noch wahrscheinlicher,
indem derjenige der erstereu am 14. Februar anf 39° S-Br um 2,8° C. kälter
ist, als der der letzteren.“ — „Es träfen also danach in der Gegend des Kap
Corrientes drei Wassermassen verschiedenen Charakters zusammen, eine kalte
(wahrscheinlich aus dem Grofsen Ocean herrührend), eine atlantisch-tropische
und das Flufswasser des La Plata.“
„Wie mau sieht“, fährt der Verf. fort, „hat Frhr. von Schleinitz also
schon damals die einzig richtige Erklärung der vorhandenen Phänomene gegeben.
Zugleich beseitigt derselbe Beobachter die letzten Bedenken, die etwa gegen
die antarktische Herkunft auch des warmen Wassers auf der patagouischen
Bank noch erhoben worden könnten. Die Erwärmuug ist nur eine durchaus
oberflächliche, überdies ja auch nur in der warmen Jahreszeit eine erhebliche
gegenüber dem kalten Strom östlich von der Bank. Es sind aber auch gerade
über der patagouischen Bank die Bedingungen für eine lokal starke Erwärmung
gegeben und zwar in den abnormen klimatischen Verhältnissen. Allgemein
bekannt ist der gewaltige Kontrast zwischen dem Witterungs-Charakter der
Westküste und Ostküstc Patagoniens: jene das ganze Jahr hindurch von regen-
schwcrcu Wolken verdunkelt, eine der uiederschlagreichstcn Küsten der Welt
— die Ostküste dagegen eines der sonnigsten und trockensten Litorale.“ „Au
dieser Küste“, beifst es im „South American Pilot“ (I, 1874, pag. 301), „zwischen
den Breiten von 40° und 50° Süd herrscht eine grolsc Einförmigkeit der
Witterung, indem jene zehn Breitengrade eine viel geringere Verschiedenheit
in den Temperaturen verursachen, als man ohne Woiteres annchmen könnte.
Die Winde sind gleichfalls regclmäfsigcr als am La Plata, und da die jährliche
Regenmenge unvergleichlich viel geringer ist als dort, ist das Klima hier
mindestens oben so warm, wie das von Buenos Ayres, und in so hohem Grade
trocken, dafs das ganze Land, aufser entlang den Flüssen, dürr und steril ist.
In einigen Häfen der Küste (San Blas, the Oven, San Antonio u. a.) ist ein
Schiff geradezu ruinirt, wenn es mehrere Sommcrmouatc daselbst still liegt;
selbst ein Aufenthalt von Wochen ist verderblich, so mächtig ist die Kraft der
Sonne, die, nur selten von Wolken verdeckt, den ganzen Tag auf das Holzwerk
des Schiffes hemiederbrennt, das selbst durch Thau nicht augefeuchtet wird.
Im Winter kommen wohl scharfe Fröste vor, aber nur Nachts, niemals setzen
sie sich in den Tag hinein fort.“
Diese mächtige Insolationswirkung dürfte wohl im Wesentlichen ausreichen,
die auffällige und besonders in der warmen Jahreszeit sehr erhebliche Temperatur
erhöhung in den Oberflächenscliiehtcu dieser ursprünglich kälteren Gewässer zu
erzeugen. Iudcfs logt der Verf. auch noch auf einen anderen Umstand kein geringes
Gewicht, nämlich auf die mehrfach bestätigte Thatsache, dafs unmittelbar uutcr
Kap Horn, wie überhaupt in der Nähe des Feuerlamls, sieh wärmeres Wasser
findet als weiter in See. Diese Thatsache allein hat Dr. A. Mühry*) bewogen,
einen Zweig der auf der patagouischen Bank angeblich vorhandenen Brasilien-
Strömung in westlicher Richtung um Kap Horn umbiegen und in die Südsee
eintreten zu lassen. Inclefs widersprechen einer solchen Auffassung durchaus
die von den Kap IJom-Führern gemeldeten Stromversetzungen, wofür Mühry
selbst (a. a. 0.) eine Reihe von Beispielen beibriugt: Fitz-Roy, Foster und
Findlay kennen am Kap Herrn nur östliche Strömungen und in der Südsee im
Westen des Feuerlandes nur südöstliche.
Der Verf. glaubt nun eine befriedigende Erklärung der relativ hohen
Temperaturen dieser Küstengewässer in der Thatsache erblicken zu dürfen, dafs
die grofse, den Südpacifischen Ocean südlich von 35° S-Br beherrschende Ost-
ströimmg bei ihrem Anprall an das gegenstohende südamerikanische Festland
sieh tlieilt, so dafs alles Wasser nördlich von ca 42° S-Br nach Norden sich
wendet (als sogenannter kalter Peru-Strom), dagegen südlich der genannten
Breite das Wasser südöstlich abschwenkt, um durch die Kap Horn-Strafse in
den Siidatlantischen Ocean ciuzutreteu, Nach dieser Auffassung würde das
*) Pctermanns „Mittheilnngcn*, 1872, pag. 132. Yergl. amli Hermann Bergbaus,
Physikalische Wandkarte der Erde, Gutlta 1874.
Am d. Hy4r. «fe, 1SSS, H*fl VIII 3