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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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M eeresstroimingen mul Temperaturen des Siidatlantisehen Oeeans. 
Südlich von 50° S-Br und östlich vod 50° W-Lg siud grofse Eisberge 
mehrfach gesichtet, noch in den letzten Jahren hat die Seewarte eine Reihe 
von Berichten darüber in diesen Annalen veröffentlicht. Am interessantesten 
und lehrreichsten ist der von den Beobachtern sub 7 bis 9 gesichtete Berg: 
es wäre unmöglich, seine Position zu verstehen (es ist die Breite der Valdez- 
Ilalbinsel und die Länge von Buenos AyresV), wenn man nicht eine nördliche 
Strömung annimmt, die, sich aus dem Kap //öm-Strom abzweigend, ihn von 
Süden herbeigeführt hat. 
Zuletzt aber ist der Verfasser in der Lage, für dieses Problem auch die 
moderne Tiefseeforschung ins Feld zu führen. 
Die Expedition des „Challenger“ lotliete nämlich am 11. und 12. Februar 
1876 die nachstehenden Temperaturen in folgenden Positionen und Tiefen: 1 ) 
; N<>. 
S-Br j W-Lg 
Ober 
fläche 
Lage <! 
10° i 5° 
er ¿submarinen Isotherme von 
4° ! 3° 2,5° | 2° i 1° 
Boden- [j 
Teiup. Tiefe i 
j 318 
~ l 
42° 32' | 56° 27' 
o 
14.2 
111 
55 
Ul 
120 
m 
345 
m m 
105 | 180 
m ui 
230 | ¡¿750 
o 
0,3 
111 1; 
3730 jj 
h 
41° 5T 54° 46' 
15,3 
75 
240 ; 330 
915 1460 
2010 2750 
—0,4 
4440 |; 
In 42° S-Br liegt nach den oben aufgeführten Berechnungen des Ver 
fassers die Westkante des Brasilien-Stroms iu 55,0° bis 55,3° W-Lg: es ist 
demnach die eine Lotliung (318) im kalten Strom, die andere (319) aber im 
Brasilien-Strom ausgeführt und auch nur unter dieser Bedingung verständlich. 
Es ist ein so schroffer Kontrast bei einer Distanz von nur 160 Sin, wie er 
sonst nur an der Grenze zwischen Golfstrom und Labrador-Strom durch die 
Lothuugen des „Challenger“ aufgefunden worden ist. 
Leber die thermischen Verhältnisse auf der Küstenbank aber hat bereits 
im Jahre 1876, sofort nach seiner Heimkehr von der Expedition S. M. S. „Gazelle 
deren Kommandant Frhr. von Schleinitz sich eingehend ausgesprochen, 2 ) 
indem er seine gleichfalls in dem Februar 1876 ausgeführten Temperatur 
lothungen diskutirte. Es mag gestattet sein, dieselben hier nochmals vor 
zuführen. 
Frhr. von Schleinitz lothete auf der Bank: 
j No. 
■ 
S-Br 
W-Lg 
Temperatur 
Grund 
Bemerkungen 
Oherfl. Boden 
mit 
| 1 
47° 2' 
63° 30- 
O 
12,9 
O 
8,4 
1T1 
115 
in 55m Temp. — S.S° 
i 2 
43° 56' 
60° 52' 
13,6 
6,7 
110 
„55m „ = 85° 
| 3 
36° 48' 
55° 35' 
19,3 
17,8 
46 
\ Am Eingänge 
L* 
35° 0' 
54° 25' 
22,0 
17,4 
46 
J des Laplata-Trichters 
Frhr. von Schleinitz bemerkte dazu wörtlich: 
„Die niedrigen Temperaturen sowohl, wie die niedrigen speeifischen Ge 
wichte (zwischen 1,02596 und 1,02610 bei 1. und 2.) indiciren ebenfalls (wie 
die Stromversetzungen) den kalten südlichen Strom, welcher wahrscheinlich aus 
dem Grofseu Ocean kommt, um Kap Horn herum fliefsend. Das spccifische 
Gewicht (1,02612) der nächsten weiter nördlich genommenen Beobachtung No. 3 
läfst das Wasser dort als von gleichem Ursprünge erscheinen, wie dasjenige 
bei 1. und 2., was indefs durch die höhere Temperatui-, namentlich am Boden, 
nicht bestätigt wird. Man hätte sich über diesen Widerspruch zu wundern, 
wenn die geographische Position der Beobachtung nicht Aufklärung gäbe. Das 
Wasser mufs nach der Temperatur einer atlantischen Tropenströmung an 
gehören, und das geringe spccifische Gewicht findet seine Erklärung darin, dafs 
1) W. Thomson, The Atlantic, II, pag. 230 (Tafel 35). 
-) „Ami. <1. Hydr. etc.*, 1876, pag. 367.
	        
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