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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Meeresströmungen und Temperaturen des Südatlan tischen Oceans. 
458 
Jounud- 
| No. 
Schiff und Kapitän 
Datum 
S-Br 
W-I.g 
Temperatur 
von auf | Diff. 
11 ■■ 11 ' ' — | 
Distance i 
in Sm 
1598 
„Vorwärts“, Oltmanns 
18.'8. 81 
34° 23' 
53° 19' 
18,1°— 7,7° 
10.4° 
32 
135 
„Wvlie“, Ilaltemiann 
21./7. 70 
35 3 
52 34 
16,0 — 7,9 
8.1 
34 
150 
„Carolina“, Bettecke 
l./i). 70 
35 5 
51 28 
17,5 — 8,7 
8,8 
20 
1413 
^Vanmu% Köopinami 
13./S. 80 
38 24 
50 41 
16,0 — 8,6 
7,4 
24 
582 
.Wvlie“, Wolters 
5./G. 74 
36 49 
53 18 
17,5 — 8,1 
9,4 
15 
1583 
„Jupiter“, Hinge 
9./7. 81 
36 50 
52 28 
18,4 —10,2 
8.2 
38 
1413 
„Varnu»*, Kuopmaim 
14./8. 80 
37 33 
52 0 
16,0 — 8,1 
7,9 
20 ! 
1(588 
„George“, Sehwarting 
4.-9. 81 
38 34 
52 35 
16,8 — 6,7 
10,1 
19 
953 
„Merkur“, Geffken 
31-/3. 7S 
3S 35 
53 48 
20,4 -11,4 
9,0 
20 
1782 
„Jupiter“, Ringe 
10-/9. 82 
39 15 
/4 12 
13,2 — 6,0 
7,2 
34 1 
1855 
„Bolten“, Hörster 
28./1. 82 
39 82 
54 58 
21,8 —14,2 
7,6 
32 
Es sind also hier Temperaturgegensätze auf engem Raume naebgewiesen 
von solchen Beträgen, wie sie sonst wohl nur vom Golf- oder M^w/Aas-Strom 
bekannt sein dürften. Als das überhaupt zu erwartende Maximum dieser Differenz 
stellt der Yerf. 13° hin; derselbe bezieht sich auch zur weiteren Illustration 
dieser Vorgänge auf die letzte Reise der Hamburger Bark „JupiterKapitän 
Ringe, über welche' kürzlich in diesen Annalen ein Bericht erschien. 1 ) Kapitän 
Ringe hat danach am 8. September von Mittag bis Mitternacht die Wasser 
wärme von 4,8° auf 17,0° steigen sehen, also um 12,2®. 
Endlich berührt der Verf. auch noch einige, diese Temperaturgegensätze 
begleitende anderweitige Erscheinungen. So ist die Wasserfarbe des kalten 
Stromes fast stets dunkelgrün, die des warmen dagegen blau. Im kalten Strom 
werden zahllose Schaaren von Fischen beobachtet, wodurch wiederum die See 
vögel oft zu Tausenden augeloekt werden. Bei östlichen und südlichen Winden, 
die vom warmen Strom herüber kommen, liegen dicke Nebel über dem kaltcu 
Wasser, oft in Sprühregen übergehend: kurz Erscheinungen, wie sie von analogen 
Meeresstrichen, wie den Neufundland - Bänken oder der Agulhas ■ Bank, wohl 
bekannt sind. 
Wie die obige Tabelle der Oberflächenteiuperatureu bezeugt, ist nun aber 
auf der patagonisehen Bank wieder wärmeres Wasser vorhanden, als unmittelbar 
östlich davon. Diese Erscheinung ist bekanntlich die Ursache dafür geworden, 
dafs so viele Autoritäten bisher die Brasilien - Strömung hier über die patago- 
nischcn Bänke hinüber nach Süden strömen liefsen. Der Yerf. aber zeigt, dafs 
sowohl die direkt beobachteten Stromversetzungen, wie eine Menge von Indicien 
gerade für die umgekehrte Bewegung sprechen. Das Wasser über der Bank 
strömt nach Norden, nicht aber nach Südeu. 
ln 65 guten Schiffsjournalen hat der Yerf. für die Strecke zwischen 
38° und 50° S-Br bei insgesammt 458 Beobachtungstageu (durch alle Monate 
vertheilt) 321 Tage mit Stromversetzungen gefunden, die nach einer Richtung 
zwischen WKW und ONO gehen; also 70 % nördliche Strömungen. 
Ferner ist von den Kommandanten deutscher Kriegsschiffe die unerwartete 
nördliche Stromversetzung auf der Route zwischen Montevideo und der Magellan- 
Strafse öfter ausdrücklich in diesen Annalen hervorgehoben worden, und es 
mag gestattet sein, diese Berichte hier nochmals zusammenzustellen. 
1. Vom 8. bis 16. Februar 1876 fand Kapt. z. See Frbr. von Schleinitz, 
Kommandant von S. M. S. „Gazelleauf der ganzen genannten Route von der 
Magellan-Btratse nach Montevideo „den Strom mit dem Schiff gehend, was bisher 
unbekannt war“. Es ist ausdrücklich gesagt, dafs die Fahrt innerhalb der 
Grenzen der die Küste umgebenden 100 Faden-Bank genommen wurde. 
2. S. M. S. „LeipzigKorv.-Kapt. Paschen, hielt sich bei seiner Fahrt 
von Montevideo nach der Magellan’Su&feQ Ende Januar 1878 „stets in 30 bis 
40 Sm Abstand von der Küste . . . trotz der vorherrschenden Winde aus nörd 
licher Richtung setzte der Strom immer nördlich, mit Ausnahme eines einzigen 
Tages“. 
>) S. oben pag. 429. Die Heise zeigt in typischer Weise, wie bei östlichem Kurse das warme 
Wasser erreicht, bei westlichem aber wieder das kalte durchschnitten wird.
	        
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