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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Die drei norwegischen Nordmeer-Expeditionen 1876—78. 
Die von der Expedition zum Iicraufholen von Seetliiereu gebrauchten 
Apparate waren Kratznetzo und Schleppnetze von bekannter Konstruktion nach 
englischem Muster. Das zum Schleppen der Netze benutzte Tau war aus 
bestem russischen Hanf und hatte für die ersten 2000 Fad. 5 cm und für die 
noch übrige Länge 6,5 cm im Durchmesser. Beim Hinablassen der Schlepp 
netze wurde ein Accumulator gebraucht, der die bei detu Lotheu angeweudeten 
noch an Gröfse übertraf. Die Zeit, welche die ganze Operation — Hinablasseu, 
Schleppen, Aufholeü — erforderte, war im Durchschnitt für 100 Fad. l 1 /« Stunde, 
für 500 Fad. 4'/* Stunde, für 1000 Fad. 7 Stunden 20 Minuten und für 1500 Fad. 
10 l /s Stunde. 
Für die Navigirung des Schiffes waren u. A. im Gebrauch: ein Admiralitäts- 
kompafs, Massey’s Pateutlog (s. „Handb. d. naut. Instr.“, pag. 161) und 
Petersen’s Wasserlog. 
Petersen’s Wasserlog ist eine einfache Anwendung des Priucips der 
Pitot’schen Röhre. Unter dem Maschiuenraum wurde der Schiffsboden durch 
bohrt und ein Flanschcnrohr eingesetzt, welches durch einen Hahn verschliefsbar 
war. Durch das Flanschcnrohr hindurch war das eigentliche Wasserrohr geführt, 
dessen feine, nach vorn weisende Oeffnung 20 Zoll vom Schiffsboden abstand. 
Dieses innen noch mit einem Hahn verschliefsbare Rohr stand dann durch ein 
Bleirohr in Verbindung mit einem Rohr, welches im Maschiuenraum vertikal 
mittschiffs mit dem unteren Ende unter der Wasserlinie aufgestellt war und zur 
Aufnahme eines Schwimmers eine Weite von 4 Zoll hatte, ln das Schwimmer 
rohr war unten eine ringförmige Blende eingesetzt, um bei der Bewegung des 
Schiffes ein „Pumpen“ der Wassersäule zu verhindern. Vom Schwimmer führte 
eine Schnur über eine Messingrolle am oberen Ende der Röhre, von da über 
eine zweite Rolle, von welcher ein kleines Bleigewicht zwischen zw 7 ei Messing 
schienen vor einer Skala herab hing. Wenn nun bei Fortbewegung des Schiffes 
das Wasser in der Röhre stieg, so senkte sich das Gewicht vor der Skala 
hinab und blieb an einem Thcilstrich stehen, sobald eine gleichmäfsige Ge 
schwindigkeit erlangt war. Die Skala war getheilt nach der Formel 
h = M~, 
2g’ 
worin h die Steighöhe des Wassers über der Wasscrline, v die Geschwindigkeit 
des Schiffes in Meter per Sekunde, g die Beschleunigung der Schwere (9,81) 
und M einen Koefficienten bezeichnet, welcher bei der vorliegenden Konstruktion 
praktisch = 1 angenommen werden konnte. Folgende Zahlenreihe giebt dann 
die Skala des Wasserlogs. 
Fahrt 
Skala 
Fahrt 
•Skala 
in Knoten 
in Meter 
in Knoten 
in Meter 
1 
0,014 
7 
0.663 
2 
0,054 
8 
0,866 
3 
0,122 
9 
1,0% 
4 
0,217 
10 
1,354 
5 
0338 
11 
1,638 
6 
0,487 
12 
1,949 
Kapitän Wille äufsert sich aufserordentlich befriedigt über diese ein 
fache Vorrichtung: „Nach unserer Erfahrung bewies sich das Wasserlog durch 
aus zweckentsprechend und war sehr leicht in Ordnung zu halten.“ 
In einer dritten Abhandlung diskutirt Kapt. Wille die während der 
drei norwegischen Expeditionen sowohl an Küstenpunkten als auch in offener 
See gemachten Bestimmungen der drei Elemente des Erdmagnetismus, der 
Deklination, Inklination und horizontalen Intensität. Die hierzu angewendeten 
Apparate waren: ein Unifilar-Magnetometer No. 38 von Elliott Brothers in 
London, auf dem Observatorium zu Kew verificirt und in seinen Konstanten 
bestimmt; ein kleiner Theodolit von Olsen in Christiania; ein Inklinatorium 
von John Dover in Charlton (Kent), geprüft zu Kew ; ein Admiralitäts-Normal- 
Kompafs, verificirt auf dem Kompafs-Öbservatorium zu Deptford-, — verschiedene 
Azimut-Kompasse; ein Fox-Kreis, No. 30, von John Dover, mit Aufstellung 
in kardanischer Aufhängung; verschiedene Chronometer und Sextanten.
	        
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