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Die drei norwegische» Nordmeer-Expeditioueii 1876—7ö.
dadurch zu erzioleudeu Strömung die Tiefe des Fahrwassers auf 6,1 w und
darüber durch Hülfe von Baggern erhalten zu können.
Für Port Natal ist oinc Zeitsignalstation in Angriff genommen, und der
Zeitball soll auf der Bake Vato’s drumm fallen. Die iu Angriff gcuomuieuc
Zeitballstatiou sollte binnen 3 Monaten fcrtiggestellt werden und der Ball dann
täglich mit Ausnahme Sonntags von der Bake Cato’s drumm fallen.
Die drei norwegischen Nordmeer-Expeditionen 1876—78.
i.
ln diesen Annalen, 1881, pag. 517—524, 581—593, 641—648 haben wir
bereits über die Tiefseeverhältnisse des zwischen Norwegen, den Shetland-
Inseln, den Färbern, Island, Ost-Grönland und Spitzbergen gelegenen Meeres,
des Norwegischen oder Nordmeeres, «ach den unter der wissenschaftlichen
Leitung von Prof. Mohn ausgeführten drei norwegischen Forschungs-Expeditionen
dos „ Vbnngen“, Kapt. Wille, 1876, 1877 und 1878 eingehend berichtet.
Das norwegische Storthing hat in sehr liberaler Weise den gröfsten
Theil der nöthigen Geldmittel sowohl zur Ausführung und Ausrüstung dieser
Expeditionen (zum Zweck der oceanographischc» und biologischen Forschungen
in den Meeren westlich und nördlich von Norwegen) als auch zur Herausgabe
eines umfangreichen Specialwerkes über die wissenschaftlichen Ergebnisse der
selben bewilligt. Im Einvernehmen mit der norwegischen Regierung giebt seit
1880 das zu diesem Zweck eingesetzte Rcdaktions-Komitd unter der Leitung von
Prof. Mohn, Prof. Sars und Kapt. Wille eine Reihe von Specialabhandlungen
über die verschiedene« von den Mitgliedern dieser Expeditionen bearbeiteten
Gegenstände in nebeneinanderstehendem norwegischen und englischen Texte
heraus unter dem Titel: „Den Norske Nordhavs-Expedition 1876—1878“ und „The
Norwegian North-Atlantic Expedition 1876—1878“. Christiania. In Kommission
von H. Aschehong & Co.') Von den bis 1883 herausgegebeneu 16 Ab
handlungen dieses werthvolleD, mit Kartenbeilagon, Illustrationen und Figuren
im Text reich ausgestatteten Werkes berücksichtigen wir in diesem Referate
nur diejenigen, deren Inhalt sich auf die physische Oceanographie und Tiefsee
forschung, die Chemie des Meerwassers, die Geologie des Meeresbodens, die
astronomischen Ortsbestimmungon, den Magnetismus und die Meteorologie be
ziehen und deren Ergebnisse in diesen Annalen nur beiläufig oder gar nicht
erwähnt sind.
Der Kommandant de3 Expeditionsschiffes „ Vbringen“, Kapitän der nor
wegischen Marine C. Wille, hat in Abtheilung IV des „Generalberichtes“ im
Jahre 1882 in zwei Abhandlungen zunächst einen Bericht über die Geschichte der
Expeditionen und deren Verlauf in den Jahren 1876, 1877 und 1878 gegeben uod
im Anschluß hieran eine Beschreibung der bei diesen aDgewendeteu Apparate
und deren Handhabung. Hinsichtlich der ersteren verweisen wir hier auf
unsere Mittheilungen in diesen Annalen, 1881, pag. 517—520.
Aus der zweiten Abhandlung, die speciell nautischen Instrumente und
Apparate betreffend, erwähnen wir Folgendes.
Das hölzerne Expeditionsschiff „ Vöringenvon 344 tons, 35 m lang
zwischen den Perpendikeln und 7 m breit, hatte eiue Maschino von 55 Pferde
kraft und eine Geschwindigkeit bei ruhigem Wetter von 7‘/2 bis 8Sm die
Stunde. Es bat sich während der drei Expeditionen vorzüglich bewährt und
bot hinlänglichen Raum für die Besatzung (35 Maun) und die Gelehrten sowie
') Per norwegische Text ist von John Hazelaud in das Englische übersetzt.