Eingänge von meteorologischen Journalen etc.. September 1882.
39
eine Störung beobachtet wurde. Bei dem Monsune über B. B.-Bug segelnd,
erreichte „Fürst Bismarck“ als östlichsten Punkt am 8. Oktober 20,9° W-Lg
in 4,6° N-Br. Der Mitsegler „ Wilhelminewelcher am 9. Oktober in 18,2°
W-Lg und 3,6° N-Br wendete, gelangte zum Aequator iu 23,2° W-Lg am
12. Oktober, etwa 10 Stunden später als „Fürst BismarckDieses letztere
Schiff hatte die zwischen Kanal tmd Linie liegende Strecke in 30 Tagen
zurückgelegt.
Das Gebiet des SE-Passats erstreckte sich für „Fürst Bismarck“ bis
nach 21° S-Br iu 31,2° W-Lg. Am Mittage des 20. Oktober, an welchem
Tage die polare Passatgrenze erreicht wurde, war „Fürst Bismarcks“ Stand
punkt in 21,4° S-Br und 31,2° W-Lg, während sich damals gleichzeitig „ Wil-
helmine“ in 21,4° S-Br und 30,4° W-Lg befand. Das stürmische Wetter,
welches am 23. und 24. Oktober so manche der nach Ostindien bestimmten
deutschen Schiffe beobachteten, trat auch bei „Fürst Bismarck“ auf. Am
24. Oktober Mittags segelte der in 30,1° S-Br und 24,8° W-Lg stehende „Fürst
Bismarck“ bei Wind aus Süd (8), „ Wilhelmine“ in 29,9° S-Br und 21,4° W-Lg
bei Wind NNW (4), und ein anderer Mitsegler, der „Richard Rickmerslag
in 32,5° S-Br und 25,7° W-Lg beigedreht vor SE-Wind von Stärke 9. Am
27. Oktober lief bei „Fürst Bismarck“ der Wind östlich, dagegen fand „Wil-
helmine“ fortgesetzt günstigen Wind, und blieb infolge dieser verschiedenen
Verhältnisse das erstere Schiff um so viel zurück, dafs es erst am 6. No
vember in 41° S-Br zum Ersten Meridian gelangte, während „ Wilhelmine“ den
selben schon am 2. November in 40,4° S-Br hatto überschreiten können. „Richard
Rickmers“ ging ebenfalls am 6. November in 41,3° S-Br von westlicher in öst
liche Länge über. Für „Fürst Bismarck“ waren, um von der Linie nach dem
ersten Meridian zu gelangen, 26 Tage erforderlich gewesen; 10° S-Br hatte
dieses Schiff in 29,6° W-Lg am 15. Oktober, 20° S-Br in 31,5° W-Lg am
19. Oktober und 30° S-Br in 25° W-Lg am 24. Oktober geschnitten.
Beim Zurücklegen der erforderlichen Länge berührte „Fürst Bismarck“
am 11. November als südlichsten Punkt 42,6° S-Br in 18,5° O-Lg. Jenes
geschah bei fast nur aus günstiger Richtung wehenden, nicht sehr stürmischen
Winden, und am 28. November, dem 22. bis dahin in östlicher Länge zuge
brachten Tage, gelangte „Fürst Bismarck“ in 40° S-Br zum Meridian von
80° Ost. Der Mitscgler „ Wilhelmine“ hatto dieselbe Länge in 37° S-Br am
21. November, und „Richard Rickmers u in 38,5° S-Br am 25. November über
schritten. Beim Aufsteuern nach Norden fand „Fürst Bismarck“ frischen, seine
Richtung langsam von NW durch West nach SW und Süd verändernden Wind.
Diese Veränderung war begleitet von einem ruhig und gleichmäfsig erfolgenden
Zu- und Abnehmen des Luftdrucks. Als die Windrichtung eine südwestliche
geworden war, begaun das Barometer zu steigen. Nachdem am 2. Dezember,
unweit 32° S-Br in 89° O-Lg, ein Maximum von 771,4 mm beobachtet worden
war, begann bei dem mehr und mehr südlich drehenden Winde der Luftdruck
langsam abzunehmen; und als am 3. Dezember die Windrichtung eine südöst
liche wurde, zeigte das Barometer einen Druck von 768,6 mm an. Augen
scheinlich hatte sich das Schiff während der letzten fünf Tage an der Süd- und
Ostseite eines Gebietes hohen Luftdrucks befunden und dasselbe umsegelt. Der
nur flau einsetzende Passat trat auf der zwischen 27,5° und 15,5° S-Br liegenden
Strecke recht kräftig auf, und endete am 15. Dezember in der Nähe von
6° S-Br und 89° O-Lg. Nördlich vom Gebiete desselben herrschte zunächst
an einem Tage leichte östliche Mallung, auf welche später mäfsiger Wostmonsun
folgte, bei dem am 19. Dezember in 90,6° O-Lg der Aequator überschritten
wurde. Auf dem Wege zu diesem Punkte war: 30° S-Br in 90,2° O-Lg am
3. Dezember, 20° S-Br in 90,1° O-Lg am 7. Dezember und 10° S-Br in 89,3°
O-Lg am 12. Dezember geschnitten worden. „ Wilhelmine“ hatte die südliche
Halbkugel in 91° O-Lg am 8. Dezember uud „Richard Rickmers“ in 92,8° O-Lg
am 11. Dezember verlassen.
Nachdem „Fürst Bismarck“ in nördlicher Breite zunächst noch leichten
westlichen Wind, später für einen Tag leichte Mallung und Stille beobachtet
hatte, stellte sich schliefslich am 21. Dezember in etwa 2,8° N-Br und 92,5°
O-Lg der NE-Mousuu ein. Von diesem nicht sehr beständig auftretenden Winde
wurde „Fürst Bismarck“ bis zum 28. Dezember nach 90,9° O-Lg in 11,3° N-Br,