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Kleine hydrographische Notizen.
„Die Sydney Insel, nach neueren sorgfältigen Bestimmungen in 4° 25' S-Br
und 171° 13'W-Lg gelegen 1 ), ist flach und hat einen Durchmesser von 4,8km;
sie ist gänzlich mit Gebüschen und Bäumen bedeckt, deren Höhe über dem
oberen Bande des 6 m hohen Strandes 6—18 m beträgt, deren oberste Theile
sich also 12—24 m über dem Meere befinden.
Der Verschiffungsplatz ist an der Westseite, ca ‘/2 Sm vom Lande hat
man guten Ankerplatz in 18—100m (10—55 Fad.); abliegende Untiefen sind
nicht vorhanden.
Die Strömung setzt fast beständig westwärts, ihre Stärke hängt vom
Passat ab, der auch einigermafsen ihre Bichtuug bedingt; man kann sie ungefähr
zu 1 Sm die Stunde veranschlagen.
Die vorherrschende Windrichtung ist gewöhnlich zwischen EzN und EzS,
von Anfang April bis Anfang Dezember ziemlich regelmäfsig, in den übrigen
vier Monaten ist der Wind zuweilen veränderlich. Schiffsführer sollten die
Insel so ansteuern, dafs sie, wenn dieselbe in Sicht kommt, gut luvwärts (also
ostwärts) von ihr siud; durch Aufkreuzen gegen Wind und Strom können sie
viel Zeit verlieren.
Signale wechselt man mit den Schiffen vermittelst des allgemeinen Ilandels-
signalsystems; wenn ein Schiff ankommt, begiebt sich Kapt. Mann an Bord
und ertheilt die nöthige Anleitung wegen Ankerplatz u. s. w., er ist der Ver
walter der Insel, ein Vertrauenswerther Schiffsfühler und mehrere Jahre auf
diesen Inseln beschäftigt.
Der Guano wird in Booten und Säcken längsseit gebracht, so dafs er
an Bord gehifst werden kann; die entleerten Säcke müssen wieder abgeliefert
werden.“
i) Nach Findlay a. a. O. in 4° 30' S-Br und 171° 30- W-Lg.
Gedruckt und in Kommission bei E. S. Mittler & Sohn,
Königliche Hofbuchhandlung.
Kochstrafse 69/70.