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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Vergleichende Uebersicht etc., April 1883. 
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Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats April 1883 
in Nordamerika und Centraleuropa. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Nach der „ Monthly Weather Review“ des „Signal Office tf in Washington 
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung 
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monate 
April 1883 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber. 
Nordamerika. 
1. Die mäfsige Anzahl barometri 
scher Minima, welche das Gebiet west 
lich vom Felsengebirge in ostnordöst 
licher Richtung durchzogen. Zwei 
kamen im Nordosten vom Ocean und 
durchzogen das ganze Gebiet zuerst 
in südöstlicher, dann in ostnordöst 
licher Richtung. Das verhältnifsmäfsig 
häufige Auftreten der barometrischen 
Maxima in den nordöstlichen Gebiets- 
theilen. 
2. Der zu niedrige mittlere Luft 
druck an der mittleren Pacifischen 
Küste, in New-England, den mittleren 
Atlantischen Staaten und im östlichen 
Thoil der unteren Seenregion. Am 
niedrigsten war der mittlere Luftdruck 
(unter 758 mm) über Süd Colorado und 
Nord-New-Mexico, von hier aus nahm 
derselbe westwärts nach der Pacifischen 
Küste rasch zu, wo er bis 763 mm an- 
stieg. 
Die Schwankungen des Luftdrucks 
waren am gröfsten auf dem Gebiete 
zwischen dem Mississippi und dem 
Felsengebirge, am geringsten in Flo 
rida und Südcalifornien. 
3. Die grofse A r eränderlichkeit in 
den Windrichtungen. Nur an der Cali- 
fornischen Küste waren dieWinde meist 
nordwestlich und in Texas meist süd 
lich. Hervorzuheben sind die heftigen 
Lokalstürme und Toimados, welche in 
einigen Gobietstheilon viele Verluste 
an Gut und Menschenleben verursach 
ten. Von heftigen Stürmen begleitet 
war eine Depression, welche am 19. 
an der Pacifischen Küste erschien und 
in den folgenden 4 Tagen das mittlere 
Gebiet durchschritt. Am 22. und 23. 
traf dieselbe mit den heftigen Tornados 
zusammen, von welchen zu dieser Zeit 
die Südstaaten heimgesucht wurden. 
4. Die zu grofse Regenmenge über 
einem grofsen Gebiete, welches sich 
von der Nordpacifischen Küste südost- 
Centraleuropa. 
1. Die Seltenheit barometrischer 
Minima, insbesondere im Norden und 
Osten Europa’s; die in Centraleuropa 
sich zeigenden Minima hatten meist 
nur sehr geringe Tiefen. Die Häufig 
keit von Gebieten hohen Luftdrucks 
besonders im Norden und Osten des 
Erdtheils; indessen waren gut aus 
gebildete und hohe Maxima nur selten 
zu erkennen. 
2. Der im südlichen und östlichen 
Gebiete um etwa 1 mm, im nördlichen 
aber um etwa 5 mm zu hohe mittlere 
Luftdruck. Die Höhe des Luftdrucks 
betrug am Südabhang der Alpen und 
in Ungarn etwa 760, in Dänemark 
und Südnorwegen 764mm. Die Schwan 
kungen des Luftdruckes lagen im 
Norden etwas unter der Normalen, im 
Süden waren sie etwa um 10 % gröfser 
als normal. 
3. Das entschiedene Vorherrschen 
der nordwestlichen bis östlichen, oder 
der westlichen bis nordöstlichen Winde 
im gröfseren Theile Centraleuropa’s, in 
Dänemark und Holland waren nord- 
nprdöstliche bis südsüdöstliche Winde 
die häufigsten. 
Die ungewöhnliche Seltenheit 
stürmischer Winde. 
4. Die Geringfügigkeit der Nieder 
schläge auf dem ganzen Gebiete, ins 
besondere aber im westlichen Nord- 
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