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Witterung in Matupi.
Regendauer im Ganzen nur 38,8 Stunden. Während der Zeit vom Januar bis
März 1881 war das Wetter viel regnerischer; beispielsweise waren unter
53 Tagen nur 17, an denen es nicht regnete.
Die mittlere Temperatur der Meeresoberfläche betrug nach den Beob
achtungen von 8 ühr Morgens, 2 Uhr Nachmittags und 8 Uhr Abends 29,5° C.
und für jeden dieser drei Termine 29,2°, 29,8° und 29,5° C. Am wärmsten —
30,8° — war das Wasser am 2. und 18. Juni 2 Uhr Nachmittags, am kältesten
— 27,9° C. — am 13. Juni 8 Uhr Morgens.
Kurz zusammengefafst, ergiebt sich der Charakter der Witterung zu
Matupi während des 36tägigen Aufenthalts der „Louise“ vom 23. Mai bis
27. Juni 1882 etwa wie folgt. Das Wetter war bei vorwiegend leichtom SE-
Wiude sehr schön; cs fiel wenig Regen und nur einige Male traten ganz leichte
Böen auf. Fast an jedem Abend wurde cs windstill, worauf dann in der Nacht
meistens leichte westliche Winde vom Lande her wehten. Ueber Neu-Irland
blitzte es fast in jeder Nacht.
In Jaluit, wohin „Louise“ von Matupi versegelte, war die Witterung
vom 27. Juli bis zum 22. August 1882 wesentlich von der am ersten Platz
gefundenen verschieden. Leider konnten die regelmäfsigen meteorologischen
Beobachtungen wegen Erkrankung des Kapt. Köhne nicht auf die ganze Zeit
dos Aufenthalts in Jaluit ausgedehnt, sondern mufsten schon am 10. August
geschlossen werden. Bis zum 8. Juli herrschte in Jaluit ein durchschnittlich
schwacher, doch mitunter von starken Böen begleiteter NE-Passat, der für
gewöhnlich um 2 Uhr Nachmittags am kräftigsten auftrat und am meisten des
Abends durch Windstillen unterbrochen wurde. Am 9. und 10. Juli wehte statt
des Passats ein frischer SW-Wind.
Der aus sämmtlichen angestellten Beobachtungen abgeleitete mittlere
Luftdruck betrug 760,0 mm gegen 758,8 mm in Matupi. Ersterer ist also
1,2 mm höher. Der höchste beobachtete Luftdruck war 762,0 mm am 8. August
8 Uhr Morgens bei leichtem NE-Winde und böigem, regnerischem Wetter; der
niedrigste betrug 757,3 mm und ereignete sich am 4. August 8 Uhr Abends bei
ebenfalls schwachem NE-Winde und unbeständiger, regnerischer Witterung. Die
mittlere Temperatur ergiebt sich zu 27,2°, 1,5° weniger als in Matupi. Das
höchste Tagesmittel der Temperatur betrug 28,3°, das niedrigste 26,1° C. Die
mittlere Temperatur für 8 Uhr Morgens war 21,1° für 2 Uhr Nachmittags 29,2°
und um 8 Uhr Abends 27,9°, während das mittlere Minimum sich auf 24,5°
bezifferte. Mithin betrug die mittlere tägliche Schwankung der Lufttemperatur,
d. h. der Unterschied zwischen dem mittleren Minimum und dem Mittel der
2 Uhr Nachmittags-Beobachtungen 4,7° C. Das absolute Maximum der Tempe
ratur ereignete sich am 4. August 2 Uhr Nachmittags und betrug 31,0° C., das
absolute Minimum — 22,6° — trat ein in der Nacht vom 8. zum 9. August.
Der Unterschied beträgt also 8,4°. Auch hier folgte, wie in Matupi, die
niedrigste Luftwärme bald auf den höchsten Luftdruck, während der niedrigste
Luftdruck 6 Stunden später als die gröfste Wärme beobachtet wurde. Die
relative Feuchtigkeit wurde in Jaluit auffälliger Weise, trotz des vielen Regens,
daselbst geringer gefunden als in Matupi und betrug im Mittel 84,6 Proc.
Die am häufigsten auftretendc Wolke war auch hier der Cumulus, oft in
Verbindung mit Nimbus. Die Cirrus-Wolke wurde gar nicht beobachtet.
Die wirkliche Regendauer läfst sich nicht geben, weil genaue Angaben
über diesen Gegenstand fehlen.
Die mittlere Temperatur der Oberfläche des Wassers betrug 28,0°. Eine
Aenderung derselben mit der fortschreitenden Tageszeit ist aus den Mittel-
werthen nicht zu erkennen. Das Wasser war im Mittel 1,5° kälter als in
Matupi. Die gröfste in Jaluit beobachtete Wassertemperatur betrug 28,6°, die
kleinste 27,4°.
Während der Anwesenheit der „Louise* in Jaluit war das Wetter im
Allgemeinen sehr unbeständig und es regnete zuweilen ununterbrochen 6 Stunden
lang. Auch traten zu wiederholten Malen westliche Winde auf. Am 18. August
wehte es den Tag über mit der Stärke 4—5 aus südlicher bis südwestlicher
Richtung, wobei es von Morgens 9 Uhr bis Abends 10 Uhr unaufhörlich stark
regnete. Am Morgen des 19. setzte wieder ein leichter Passatwind ein.