Valparaiso. Iquique.
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i) Vgl. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1880, pag. 279, 544.
leicht gefährlich werden. Für die Nacht müssen die Schiffe von der Brücke ab
holen. Die Wassertiefe an derselben ist auch für gröfsere Schiffe genügend.
Die Unkosten der Schiffe stellen sich jetzt bedeutend niedriger als
früher, weil vor etwas länger als Jahresfrist sich eine neue Dampfergesellschaft
für das Schleppen und Verankern der Schiffe und die Versorgung derselben mit
Trinkwasser gebildet hat, die der alten eine bedeutende Konkurrenz bereitet.
Infolge hiervon sind die Preise für die angeführten Dienstleistungen um die
Hälfte gesunken. Eine weitere Folge der Gründung der neuen Gesellschaft ist
die, dais jetzt die Schleppdampfer den einkommenden Schiffen schon in ziemlich
grofser Entfernung vom Lande entgegenkommen. Landungsbrücken sind jetzt
zwei vorhanden, von denen die eine Eigenthnm der Dockkompagnie ist. Beide
gestatten das Anlegen von Booten fast bei jedem Wetter.
Die Usancen beim Löschen der Ladung lassen, ähnlich wie in den
brasilianischen Häfen, noch immer manches zu wünschen übrig. Der Kon
signatär sendet Jemanden an Bord, um das Löschen der Ladung zu überwachen.
Dieser stellt aber für die entlöschten Güter keinen Empfangschein aus, vielmehr
bleibt das Schiff so lange für dieselben verantwortlich, bis sie gelandet sind.
Bei Ankunft der Güter im Zollhause wird von dem betreffenden Beamten ent
schieden, welche von den Gütern sich in unbeschädigtem und welche sich in
fehlerhaftem, bezvv. schlechtem Zustande befinden. Später werden im Beisein
des Zollhaus-Clerks des Hauses, dem die Güter eigen sind, die schadhaften
Colli geöffnet und die etwaigen fehlenden Sachen notirt. Das Fehlende mufs
der Kapitän ersetzen, selbst wenn nachgewiesen werden kann, dafs die Colli in
gutem heilen Zustande das Schiff verlassen haben, und obwohl zwischen dem
Schiff und dem Löschplatz der Lanschen ein langer Weg liegt, auf dem freilich
mancherlei passiren kann. Gewöhnlich werden dem Kapitän die Ansprüche auf
Schadenersatz erst kurz vor seinem Abgänge bekannt und es bleibt ihm nichts
Anderes übrig als zu bezahlen, weil im andern Falle die Empfänger der Ladung
ihm die noch rückständige Fracht vorenthalten würden. Alle Proteste und
Reklamationen seitens der Kapitäne haben bis jetzt nichts genützt, trotzdem in
den meisten Charterpartien gesagt ist: „the cargo to be brought and taken free
alongside“.
Auf das Anbordsenden einer Person zum endgültigen Empfang der Stück
güter, was ganz gut zu ermöglichen wäre und ja auch in den meisten anderen
Häfen geschieht, läfst sich kein Kaufmann ein. Es sind schon wiederholt von
Konsignatären und Kapitänen nach Ankunft der Schiffe Aufforderungen in den
Zeitungen erlassen worden, die Kaufleute möchten ihre Güter an Bord in Empfang
nehmen, damit spätere Streitigkeiten vermieden würden, doch hat dies niemals
Erfolg gehabt, denn Niemand kehrte sich daran. Es ist Alles beim Alten
geblieben. Ein holländischer Kapitän lag mit seiner Ladung an Bord mehrere
Wochen, da er ohne Empfangsbescheinigung keine Güter verabfolgen lassen
wollte. Schliefslich mufste er sich doch bequemen, nach dor Usance zu löschen,
und konnte nur froh sein, nicht noch Schadenersatz für verspätete Lieferung
der Waaren zahlen zu müssen. Wenn ein Zollbeamter und eine vom Kon
signatär mit der Empfangnahme der Ladung beauftragte Person sich während
des Löschens an Bord aufhielten und für den Empfang der Güter zeichneten,
so wäre damit dem Uebel abgeholfen, oder die Eigenthümer selbst müfsten in
der einen oder andern Weise veranlafst werden, ihre Güter an Bord zu empfangen.
Im Interesse der Schiffahrt wäre es wirklich wünschenswerth, dafs die jetzt be
stehenden, allem Recht widerstreitenden widersinnigen Usancen beim Löschen
der Ladung in Valparaiso baldigst abgeschafft würden.
2. Bemerkungen über Iquique. Dezember 1882. *)
Iquique hat, seitdem Chile im Besitz dieses Hafens ist, eine gröfsere
Bedeutung für den Handel als sonst, denn die Ausfuhr de3 Salpeters ist kein
Monopol der Regierung mehr, wie dieses unter der peruanischen Herrschaft der
Fall war. Es haben sich deshalb in den letzten Jahren eine Anzahl neuer