accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

422 
Golf von Persien. 
wohnlich um 8 Uhr Morgens am höchsten, 4 Uhr Nachmittags am niedrigsten, 
und stieg wieder bis 8 Uhr Abends. Die mittlere tägliche Schwankung des 
Luftdrucks zwischen den angegebenen Terminen hatte eine Gröfse von etwa 
2,3 mm. 
Die mittlere Temperatur der Luft für die genannte Zeit ergiebt sich zu 
20,5° C. Die absolute Schwankung derselben sowohl, als auch die tägliche 
Aenderung war nicht bedeutend; das Maximum betrug 23,8°, das Minimum 17,4° 
und die mittlere tägliche Aenderung 3,5° C. 
Die mittlere relative Feuchtigkeit war der oceanischen Lage des Ortes 
entsprechend ziemlich bedeutend, nämlich 75,9 pCt. An einem Tage nahm sie 
bis 60 pCt. ab. Die mittlere Bewölkung ist gleich 0 zu setzen, denn an den 
37 Beobachtungsstunden zeigten sich nur dreimal einige Cumulus. Dahingegen 
war die Luft fast immer mit Dunst angefüllt, der gewöhnlich sehr stark auftrat. 
Am Morgen des 26. Februar war die Luft so diesig, dafs die kaum 8 Sm vom 
Sehiff entfernten Inseln Ormus und Kicken nicht zu sehen waren, trotzdem es 
schien, dafs der Horizont klar sei. Zu einzelnen Beobachtungsstunden war es 
indefs auch recht fernsichtig. 
Am 28. Februar wurde die Bemerkung gemacht, dafs infolge der 
Trockenheit der Luft die Deckplanken Bisse bekamen, obwohl die Luft ver- 
hältnifsmäfsig kühl war, und die relative Feuchtigkeit 66 pCt. ergab. Am Abend 
des 3. März war die Luft mit einem gelben Staube angefüllt. Einige Cirri im 
Zenith strichen nach NE. Der Wind, welcher frisch von S war, holte gleich 
darauf nach NE 2 und die Luft wurde sehr fernsichtig. In dem allgemeinen 
Zustand der Witterung trat von einem zum andern Tage keine nennenswerthe 
Aenderung auf. Die mittlere Temperatur der Oberfläche des Wassers war 
20,0° C. 
Auf der Boise von Bender Abbas nach Buschehr, vom 8. bis zum 18. März, 
sind die meteorologischen Beobachtungen am Ende jeder Wache angestellt. 
Die ganze Zeit läfst sich in zwei Perioden von verschiedenem Wittorungs- 
eharakter eintheilen. In der ersten Periode, vom 8. bis 14. März, herrschten 
leichte westliche Winde bei einem mittleren Luftdruck von 762,6 mm, während 
in der zweiten Periode vom 15. bis 18. März bei einem mittleren Luftdruck 
von 757,7 mm frische bis stürmische östliche Winde auftraten. Fafst man die 
beiden Perioden zusammen, so treten die Winde aus dem westlichen Halbkreis 
des Horizonts mit 55 pCt., die aus dem östlichen mit 45 pCt. aller beobachteten 
Winde auf, deren mittlere Stärke 3 war. 
Der aus den 61 Beobachtungen vom 8. bis 18. März abgeleitete mittlere 
Luftdruck ist 760,9 mm. Der höchste Luftdruck von 765,2 mm trat auf bei 
schwachem WSW-Winde, der niedrigste — 752,6 mm — bei einem frischen 
ENE-Winde. 
Die mittlere Lufttemperatur, aus allen Beobachtungen berechnet, betrug 
21,1° C. Das Maximum — 25,6° C. — trat ein bei leichtem W-Winde, das 
Minimum — 15,8° C. — bei steifem N-Winde. 
Die relative Feuchtigkeit war im Golf von Persien bedeutend höher als 
auf der Bhede von Bender Abbas, und zwar 88,7 pCt. gegen 75,9 pCt. im Mittel 
am letztgenannten Orte. Mit70pCt. erreichte die Luft die geringste, mit99pCt. 
die gröfste Feuchtigkeit. 
In den ersten drei Tagen der Beise war die Bewölkung des Himmels 
und der Zustand der Luft so wie in Bender Abbas; an den vier folgenden 
Tagen schwankte die Bewölkung zwischen 0 und 10, und sah die Luft bei 
Wetterleuchten manchmal drohend aus. An den vier letzten Tagen der Beise 
hielt sich der Himmel fast fortwährend bedeckt, und Gewitter mit Begen waren 
nicht selten. Für die ganze Zeit vom 8. bis 18. März ergiebt sich die mittlere 
Bewölkung zu 4,4. 
Die mittlere Wassertemperatur war 21,3° C., 1,3° höher als in Bender 
Abbas. In der Nacht vom 9. zum 10. März wurde starkes Meerleuchten beob 
achtet. Yon 8 Uhr Morgens bis 5 oder 6 Uhr Abends setzte der Strom nach 
Osten; von dieser Zeit bis 8 Uhr Morgens, also in der Nacht, nach Westen. 
Im Wasser befanden sich viele Quallen und rothe Stellen. 
Auf der Bhede von Buschehr wurde wieder um 8 Uhr Morgens, 12 Uhr 
Mittags, 4 Uhr Nachmittags und 8 Uhr Abends beobachtet. Das Schiß lag
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.