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Hafenplatz Barrow. Westküste von England.
nur ausnahmsweise in einer gröfseren Entfernung vom Lande, selten aufserhalb
des Feuerschiffes von Morecamhe-Bn\'re. Oestlich von diesem Feuerschiff wird
man sie aber stets anwesend finden. Ihre Fahrzeuge unterscheiden sich von
denjenigen der Fleetwood-Lotsen, welche an derselben Stelle kreuzen, dadurch,
dafs sie zwei Masten und ein B. im Segel haben, während letztere einmastige
Fahrzeuge siud. Trifft man keinen Barrow-Lotsen, sondern nur einen aus
Fleetwood, so kann man auch diesen bis zum Ankerplatz bei Piel verwenden.
Die Schleppdampfer gehören der Doekkompagnie und kommen nur eine kurze
Strecke, vielleicht einige Seemeilen, vom Lande ab den einsegelnden Schiffen
entgegen. Das Signal für einen Schleppdampfer ist die Nationalflagge im
Grofstop.
Die Ilafenunkosten sind mäfsig; sie betragen für ein 500 bis 600 Reg.-
Tonnen grofses Schiff, welches mit Holz einkommt und mit Ballast wieder aus
geht, 90 bis 100 Lstrl.
Seit 1875 besteht in Barrow ein Deutsches Yize-Konsulat. Der Konsul
ist ein Engländer und der deutschen Sprache nicht mächtig. Deutsche Seeleute
finden aber stets bei einem hiesigen deutschen Makler, der schon seit 1871
hier etablirt ist und sich eines guten Namens erfreut, in Streitsachen u. s. w.
die nöthige Unterstützung. Auch pflegt derselbe den Konsul, wenn erforderlich,
in der uneigennützigsten Weise als Dolmetscher zu unterstützen. Seit dem
Beginn des Jahres 1882 wird Ramsden - Dock in Barrow durch mehrere
elektrische Lampen erleuchtet, und es ist mehrmals vorgekommen, dafs man
von Schiffen, die sich während der Nachtzeit der Küste näherten, diese Lampen
lichter eher gesehen hat, als das Blinkfeuer auf Walney-Island. Dieser Umstand
kann leicht zu grofsem und gefährlichem Irrthum Veranlassung geben. Was
im Uebrigen die Ansegelung des Hafens anbetrifft, mufs ich mich darauf
beschränken, jedem Schiffsführer, der hier nicht bekannt ist, zu rathen, nicht
ohne Lotsen in den Hafen zu gehen, am allerwenigsten zur Nachtzeit. Die
meisten Sandbänke vor der Mündung des Fahrwassers, die die Umgebung in
der Karte als sehr unrein erscheinen lassen, haben freilich bei Hochwasser für
Schiffe mit einem Tiefgang von 16 bis 18 Fufs (4,8 bis 5,4 m) genügend
Wassertiefe.
Schliefslich sei noch den Schiffsführern, die diesen Hafen besuchen, der
Rath gegeben, dafs sie sich, ausgehend, mit dem Lotsen über das zu zahlende
Lotsengeld deutlich verständigen. Die Lotsen haben nämlich mehrere Stationen
oder Zonen. Die erste dieser Zonen ist durch die Belpford Boje — die
äufsere Tonne des Fahrwassers •— begrenzt. Die Schiffe nehmen nun gewöhnlich,
wenn die Witterungsverhältnisse günstig sind, den Lotsen nur bis zu dieser
Station und bezahlen ihn dementsprechend. Nun aber ist es vorgekommen,
dafs sich das Vonbordnehmen des Lotsen, der gewöhnlich ein kleines Boot bei
sich hat und vom Dampfer zurückgeschleppt wird, so lange verzögerte, dafs das
Schiff mittlerweile die Station Belpford Boje passirte, und dafs der Lotse in
diesem Falle noch einen Zuschlag zu dem schon erhaltenen Lotsgeld oder
die ganze Taxe bis zu der nächsten Station verlangte, selbst wenn die erste
Zone nur um eine Schiffslänge überschritten worden war. Besonders haben die
Lotsen es hierbei auf die Ausländer abgesehen. Bei ihren eigenen Landsleuten
machen sie den Versuch nicht, weil sie wohl wissen, dafs sie damit keinen
Erfolg haben. Unzweifelhaft ist die Forderung nur berechtigt, wenn der Lotse
auf den ausdrücklichen Wunsch des Kapitäns noch weiter mitgeht als bis zu
der Stelle, wozu er wegen des schon gezahlten Lotsgeldes verpflichtet ist.
Um aber allen Streitigkeiten vorzubeugen, mufs der Kapitän dafür sorgen, dafs
der Lotse rechtzeitig wieder von Bord kommt. Es wäre wünschenswerth, dafs
das „Board of trade“ diese Angelegenheit in die Hand nehmen und regeln
möchte, denn solche Vorkommnisse sind dazu geeignet, das in so erfreulichem
Aufblühen begriffene Barrow in Mifskredit zu bringen.
2. Bemerkungen über Pensacola. Mexico.
Der Hafen von Pensacola ist zwar ein rein natürlicher, doch läfst er in
Bezug auf die Sicherheit der Schiffahrt nichts zu wünschen übrig, da er gegen
alle Winde geschützt ist, ausgezeichneten Ankergrund und Raum für eine grofse
Anzahl Schiffe hat.