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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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die ersehnten nöi’dliehen Wiude ein, uud gelaugte mau dann bis zum 12. De 
zember uach 50° N-Br io 15,5° W-Lg. Es waren damals schon 22 Tage nach 
dem Antritt der Reise vergangen. Sehen wir uns uuter den mit der Secwartc 
in Verbindung stehenden Mitseglern um, ob zu der Zeit, als „Bolten“ den nörd 
lichen Weg wählte, andere Schiffe, die durch den Kanal gingen, günstigere 
Resultate erzielten, so finden wir, dafs die Bark „Papa“, welche die Elbe- 
Mündung am 30. November verliefs, am 6. Dezember bei Lizard, am 12. De 
zember schon in 38,8° N-Br und 16,5° W-Lg stand, bedeutend gegen den sonst 
tüchtig geführten „Bolten“ gewonnen hatte. Und wenn selbstverständlich auch 
solch einzelner Pall nicht als im Allgemeinen mafsgebend gelten kann, so scheint 
doch auch anderweitige Erfahrung zu lehren, dafs der Weg Nord um Schottland 
zur Spätheibstzeit selbst für nach Nord-Amerika bestimmte Schiffe selten 
günstige Verhältnisse bietet. Lehrreich ist des „Bolten’s“ Reise aber besonders 
doch deswegen, weil dieselbe die Schwierigkeit, nach Süden hin zu gelangen, 
wenn nur etwas Länge vergeben werden kann, in einem günstigeren Lichte er 
scheinen läfst, als wie dasselbe von anderen Kapitänen in ähnlichen Fällen 
wohl dargestellt worden ist. Würden „von Berg“ sowohl wie „Magdalene“ 
auch entschlossen einen südlichen Kurs verfolgt haben, so würden deren spätere 
Reisen sehr wahrscheinlich kürzer und bequemer verlaufen sein. Ala „Bolten“ 
am 7. Januar 1882 den Aequator erreichte, befand sich „von Berg“ in 
48,2° N-Br und 41,0° W T -Lg, und „Magdalene“ in 42,2° N-Br uud 52° W-Lg. 
Südlich von 50° N-Br wurde von „Bolten“ gar kein stürmisches Wetter 
mehr angetroffen. Die veränderlichen Winde wehten dort zunächst nur in 
mäfsiger Stärke; unweit 35° N-Br herrschte an drei Tagen sogar Windstille 
und ganz leiser Zug. Am 23. Dezember, als die Bark sieh in Sicht von Madeira 
befand, entwickelte sich aus dem letzteren Winde der NE-Passat, in dessen 
sich bis nach 3° N-Br in 23,7° W T -Lg ausdehnendem Gebiete man später ziemlich 
frischen beständigen Wind antraf. Im Stillengürtel wurde aufser Windstille 
ganz leiser nördlicher Zug beobachtet. Die Bark überschritt ihn in B'/s Tagen, 
fand nach deren Verlaufe am 7. Januar in 0,3° N-Br und 25° W-Lg den SE- 
Passat wieder, und kreuzte noch an demselben Tage den Aequator in 
25,7° W-Lg. Es waren, um zu diesem von 50° N-Br ab zu gelangen, 
26 Tage erforderlich gewesen; 40° N-Br hatte man in 14,6° W-Lg am 16. De 
zember, 30° N-Br in 20,4° W-Lg am 24. Dezember, 20° N-Br in 25,5° W-Lg 
am 28. Dezember und 10° N-Br in 24,6° W-Lg am 1. Januar geschnitten. 
Im Südatlantischon Oceau trat der Passat zwischen 2° und 10® S-Br 
recht kräftig und beständig auf. Seine polare Grenze fand die Bark schon 
am 14. Januar in der Nähe von 16,5° S-Br und 33,2° W-Lg; denn schon hier 
nahm der flauer werdende Wind nordöstliche Richtung an. Als der Wind nach 
einigen Tagen wieder auffrischte, vollendete er unweit 23° S-Br eine Drehung 
nach links, um sich später für verhältnifsmäfsig lange Zeit im östlichen Halb 
kreise zu halten. Westliche Winde wurden nicht eher als am 27. Januar un 
weit 39° S-Br angetroffen; doch waren dieselben, da sie nicht aus südwestlicher 
Richtung kamen, ganz günstig. Auf der zwischen 40° und 50° S-Br liegenden 
Strecke herrschten wieder östliche und nördliche Winde vor, von denen die 
Bark bis zum 5. Februar zu dem in 64,6° W-Lg gekreuzten letzteren Parallel 
geführt wurde. Der 5. Februar war der 29. in südlicher Breite zugebrachto 
Tag. Die Bark hatte dort: 10® S-Br in 31,9° W-Lg am 11. Januar, 20° S-Br 
in 34,3° W-Lg am 16. Januar, 30° S-Br in 42,5® W-Lg am 21. Januar und 
40° S-Br in 55,3° W-Lg am 28. Januar überschritten. 
Am 8. Februar befand sich „Bolten“ in der Nähe der Ostspitze der 
Staaten - Insel. Hier folgte auf kurze Windstille nordöstlicher Wind, der, 
während gleichzeitig der Luftdruck abnahm, auffrischte und sich nach links 
veränderte. Die Bark machte dann raschen Fortschritt nach Westen gut und 
war, als der Wind am 10. Februar nach WNW umgelaufeu uud von daher 
stürmisch wehte, nach 58,7° S-Br in 69,6° W-Lg vorgerückt. Nachdem dieser 
nur kurze Zeit anhaltende Sturm sich gemäfsigt hatte, herrschten für längere 
Zeit veränderliche Winde von mäfsiger Stärke, welche die Bark bis zum 
19. Februar nach 50° S-Br in 82,5° W-Lg führten. „Bolten“ hatte südlich von 
diesem Parallel nur 14 Tage zugebracht und dort kaum einen nennenswerthen 
Sturm überstanden. Die Länge des Kap Horn war in 57,5® S-Br am
	        
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