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Aenderung der Ternperatur-KoEfficienten der Chronometer.
Hierin bedeuten gi, gt ... g6 die beobachteten zusammengezogenen
Gänge und @1, @2 ... ©6 die Abweichung der zu gi, g2 . . . gehörigen
Temperaturen t von 15° im Sinne 0 = t — 15°. Aus diesen sechs Gleichungen
werden auf bekannte Weise nach der Methode der kleinsten Quadrate die drei
Normalgleichungen:
M = [g] = go u + a [©] + b [©2] I
N = [g©] = go [©] + a [©2] + b [©3] 1 (2)
P = [ge*] = go [©*] + a [©s] + b [©4] )
gebildet, worin n = der Anzahl der Bedingungsgleichungen und [g@] = gi©i +
g2@2 + . . . + ge@6 ist u. s. w. Indem wir die Gröfsen auf der linken Seite,
welche für jedes Chronometer besonders zu berechnen sind, während rechts
keine Aenderung eintritt, mit den Buchstaben M, N, P bezeichnen und nun die
Gleichungen auflösen, so erhalten wir:
go = «M + ^N + yP I
a = p + iN + iP (B)
b = yM + eN + f P |
Gleichungen, welche die charakteristische Symmetrie der Normalgleichungen zur
Diagonale ebenfalls zeigen müssen und die für jedes Chronometer nach Ein
setzung der entsprechenden Werthe für M, N, P die Koefficienton ergeben.
Wir haben nun für die in Rede stehende Untersuchung die Bedingungs
gleichungen:
(la)
gl
= go
+
14,8 a +
219,04 b
gi
= go
+
11,0a +
121,00 b
g3
= go
+
5,2 a +
27,04 b
g*
— go
+
0,9 a +
0,09 b
gs
= go
—
3,9 a +
15,21 b
ge
= go
—
5,6 a +
31,36 b
Hieraus bildet man leicht die Normalgleichungeu:
M = 6,00 go + 21,800 a + 413,7400 b ]
N = 21,80 go + 413,740 a + 4478,4920 b 1 (2a)
P = 413,74 go+ 4478,492 a+ 64568,2213 b
doren Auflösung ergiebt:
go = + (9,53948—10) M + (8,36483—10) N — (7,58274—10) P 1
a = + (8,36483—10) M + (8,05105—10) N — (6,96781—10) P (3a)
b = — (7,58274—10) M — (6,96781—10) N + (6,01874—10) P J
Die in Klammern stehenden Zahlen sind Logarithmen. Als Beispiel
nehmen wir Chronometer Eppner 149, für welches gi = —19,58 s , g2 = —21,66’,
g3 = —23,05 s , g 4 = —25,04 s , g 5 = —26,30 s , go = —26,48 s , M = -142,11,
N = —404,558, P = —8765,6246. Diese letzten Werthe, in die Gleichungen
(3a) eingesetzt, ergeben die Koefficienton go = —25,060 s , a — +0,2972,
b = +0,0041, und wenn wir mit diesen Werthen wieder die Gänge gi . . . g6
berechnen, so erhalten wir resp. —19,76 s , —21,30 s , —23,40 s , —24,97 s , —26,15 s ,
—26,60 s , welche von den beobachteten im Sinne B—R urn +0,18 s , —0,36 s ,
+0,35 8 , -0,07 s , -0,15 s , +0,12’ abweichen.
Auf diese Weise sind die Koefficienton für alle Chronometer berechnet
worden. Aus einem Vergleich der Resultate des Jahres 1881/82 mit denen des
Jahres 1880/81 ergiebt sich, dafs die Koefficienten alle mehr oder weniger grofse,
zum Theil sehr bedeutende Aenderungen erlitten haben. Hierdurch wird, be
sonders wenn mau bedenkt, dafs die fraglichen Chronometer unter den günstigsten
Verhältnissen beobachtet worden sind, der Werth, den man den Temperatur-
Koefficienten beilegen zu können glaubte, unstreitig herabgestimmt werden, doch
wird die nachfolgende Tabelle, welche eine Zusammenstellung der Koefficienten
giebt, welche für einige Chronometer bei drei auf einander folgenden Unter
suchungen 1879/80, 1880/81 und 1881/82 gefunden wurden, zeigen, dafs, so grofs
die Aenderungen auch bei einzelnen Instrumenten sind, die Koefficienten selbst
eine reelle Bedeutung haben und im Allgemeinen doch nur langsamen
Aenderungen unterworfen sind.