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Meteorologische etc. Beobachtungen im amerikanisch-arktischen Archipel.
dem NE-Quadranten, und der im November, welche aus dem SE-Quadranten
wehten. Die meisten Stillen kamen in den Monaten Januar bis März vor.
d) Die Temperatur an der Oberfläche der See wurde gefunden zu 0,4°
im Durchschnitt aus den Beobachtungen von August 11—14 (1852) und zu
—0,6° am 23. September 1852.
e) Die Dicke des Eises wurde gemessen im Oktober 1852 zu 0,089 m, am
1. November zu 0,478 m, am 1. Dezember zu 0,816 m, am 1. Januar 1853 zu
1,213 m, am 1. Februar zu 1,652 m, am 1. April zu 1,978 m, am 1. Mai zu 2,451 m,
am 1. Juni zu 2,151m, am 14. Juni zu 1,952 m, am 1. Juli zu 1,800 m und am
15. Juli zu 1,551 m. Dies ergiebt eine Zunahme der Dicke des Eises vom
Oktober 1852 bis 1. Mai 1853 um 2,362m, und alsdann vom 1. Mai bis
15. Juli eine Abnahme derselben um 0,9ro.
9. Winter Insel. Die beiden Schiffe „Fury u und „Heclaunter dem
Kommando von Kapt. W. E. Parry, überwinterten von Anfang Oktober 1821
bis Ende Juni 1822 bei der Winter Insel an der Südküste der Halbinsel
Melville. Vor und nach der Ueberwinterung brachten die Schiffe in der Nähe
der Winter Insel zu, so dafs das Beobachtungsjournal volle 12 Monate umfafst.
Die Beobachtungsergebnisse sind kurz folgende.
a) Temperatur. Die aus zweistündlichen Beobachtungen abgeleiteten
Monatsmittel sind:
1821 j 1822
Aug. Sept. Okt, Nov. Dez. Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Jahr
2,7 —0,2 —10,4 —13,4 —25,7 —30,7 —31,1 —23,7 —14,2 —4,9 0,7 2,2 —12,3
Der wärmste Monat war hiernach der August mit 2,7° mittlerer Tempe
ratur und der kälteste der Februar mit —31,1°.
Das absolute Maximum war 12,2° am 7. Juli 1822 und das absolute
Minimum —39° am 21. Januar desselben Jahres; die jährliche Schwankung
beträgt also —51,2°.
b) Luftdruck. Der mittlere Luftdruck des Jahres betrug 755,4 mm, der
höchste monatliche Luftdruck war 761,5 mm im November 1821 und der niedrigste
750,0 mm im Juli 1822; der absolut höchste Luftdruck, 772,4 mm, wurde beob
achtet am 18. September 1821 und 26. März 1822 und der niedrigste, 731,0 mm,
am 10. Februar 1822.
c) Winde. Während des ganzen Jahres, besonders aber im Winter,
waren NW-Winde die vorherrschenden.
d) Die allerdings an unvollkommenen Instrumenten gemachten Beob
achtungen der Temperaturen an der Meeresoberfläche uud in Tiefen bis zu 330 m
in der Zeit vom 3. bis 11. September 1821 ergaben folgende Werthe in °C.
Obevfl. 183m 192m 194m 198m 201m 210m 219m 227m 229m 238m 247m 256m 274 m 329m
-0,9 —0,9 -1,4 —1.7 —1,2 —1,3 —1,4 —1,2 —1,0 —0,7 —1,1 —1,1 —0,8 —1,1 —1,1
e) Die Messungen der Dicke des neugebildeten Eises ergaben für die Zeit
von Oktober bis Anfang März von Beginn der Eisbildung an eine Zunahme
um 1,4 m.
10. Fort Simpson. In den beiden Sommern von 1849 und 1850 leitete
der damalige Lieutenant (jetzt Vice-Admiral) W. J. S. Pullen mehrere Boot-
Expeditionen zur Nachforschung nach Sir John Franklin und verlebte die
beiden Winter 1849/50 und 1850/51 in Fort Simpson am Mackenzie Flufs
(zwischen dem Grofsen Bären und dem Grofoen Sklaven See). Hier wurden von
1849 Oktober 12 bis 1850 Juni 18 uud von 1850 Oktober 14 bis 1851 Mai 9
täglich zu verschiedenen Stunden meteorologische Beobachtungen betreffend
Temperatur, Luftdruck, Wind und Wetter und, namentlich im zweiten Winter,
auch über die Wolken angestellt, welche in den „Contrib. etc.“, Part III, in
extenso mitgetheilt sind. Aus ihnen ergiebt sich u. A. Folgendes:
Der Januar war der kälteste Monat mit einer mittleren Temperatur von
—31°, während der Mai eine solche von 10° zeigte. Das absolute Wärme
maximum war -j-28° im Juni 1850 und das absolute Minimum —45° im Januar
1850, so dafs die Jahresschwankung 73° beträgt.