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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Eingänge von meteorologischen Journalen ete., September 1883. 
743,1 nun betrug. Gewitter uud heftige Regenböen wurden bei beiden Schiffen 
beobachtet. Bei „Indra“ herrschte während der Windveränderung für kurze 
Zeit ein ganz leichter Zug aus West, dagegen sank bei „Papa“ der Wind zwar 
auch bis zur Stärke 0 herab, doch wehte er, als die Windrichtung Nord ge 
worden war, schon wieder stürmisch und veränderte später seine Richtung auch 
nicht weiter als nach NNW. Im Ganzen wurde anscheinend die erstere Bark 
hier etwas gegen den Mitsegler begünstigt; später jedoch gewann infolge 
rascheren Segelus „Papa“ das Verlorene bald wieder. Am 6. Juli war „Indra’s“ 
Standpunkt in 28,8® S-Br und 31,7® W-Lg, und der von „Papa“ in 29° S-Br 
und 30,4° W-Lg. Als „Indra“ aber am 18. Juli den Acquator in 31,1° W-Lg 
erreichte, hatte „Papa“ schon drei Tage früher die südliche Breite verlassen. Für 
„Indra“ waren, um vom Kap Horn her die Linie zu erreichen, 30 Tage er 
forderlich gewesen. Während dieser Zeit hätte man: 50° S-Br in 48,2° W-Lg 
am 24. Juni, 40° S-Br in 42,8° W-Lg am 28. Juni, 30° S-Br in 33,3° W-Lg 
am 4. Juli, 20° S-Br in 31,3° W-Lg am 11. Juli und 10° S-Br in 31,3° W-Lg 
am 14. Juli geschnitten. 
In nördlicher Breite giug für „Indra“ der SE-Passat direkt in den SW- 
Monsun über. Man segelte bis nach 12,4° N-Br in 38° W-Lg, ohne nennens 
werte Mallung angetroffen zu haben. Unweit dieses Punktes ging am 25. Juli 
der zuletzt ganz flau gewordene Wind in Stille über. Am 26. Juli endlich 
stellte sich in der Nähe von 12,6° N-Br und 27,9° W-Lg der NE-Passat ein. 
Im Gebiete desselben fand man bis nach 23° Süd hin frischen Wind, während 
nördlich von dieser Breite nur flaue Briese herrschte. Die polare Passatgrenze 
erreichte die Bark am 6. August in etwa 31° N-Br und 40,6° W-Lg. Auf dem 
letzten noch vorliegenden Theil der Reise wurden zunächst veränderliche Winde, 
und erst nördlich von 40,5° N-Br vorherrschender Westwind angetroffen. Bei 
frischem Winde aus West gelangte „Indra“ am 24. August in Sicht der IAzard- 
Feuer. Die Reisedauer betrug gerade 100 Tage. In nördlicher Breite waren 
davon 37 zugebracht, und hatte man dort: 10° N-Br in 28° W'-Lg am 23. Juli, 
20° N-Br in 35° W-Lg am 30. Juli, 30® N-Br in 40,8° W-Lg am 5. August 
und 40° N-Br in 41° W-Lg am 13. August geschnitten. „Papa“ hatte die 
Mündung des Kanals schon am 15. August erreicht. 
6. Reise der Hamburger Bark „Bolten“, Kapt. J. F. Förster. 
Am 20. November 1881 verliefs die nach Valparaiso bestimmte Hamburger 
Bark „Bolten“ die 2£76e-Mündung. Da sie während der ersten in der Nordsee 
verbrachten Tage stürmische SW-Winde antraf, entschlofs Kapt. Förster sich 
am 24. November Nord um Schottland zu segeln, um auf diesem Wege den 
Atlantischen Ocean zu erreichen. Man legte die Strecke bis nach Fair Island 
dann auch in sehr kurzer Zeit zurück, und befand sich schon am 26. November 
in Sicht der Or/rney-lnselo. Hier beobachtete man am 26. und 27. November 
einen für kurze Zeit aufserordentlich heftigen SE-Sturm, bei dem das Barometer 
bis auf 710mm fiel. Als der Luftdruck zuzunehmen begann und der Sturm sich 
mäfsigte, lief der Wind um nach NE und zeigte diese Windveränderung, dafs 
in diesem Falle das Centrum der Depression südlich vom Schiffe passirt sei. 
Am 26, November beobachtete die nach New- York bestimmte Bark „von Berg“, 
welche am 4. November von der Weser aus in See gegangen war, in 60° N-Br 
und 21° W-Lg ebenfalls einen heftigen Oststurm, bei dem der Luftdruck bis 
auf 711,3mm abnahm. Denselben Sturm überstaud auch das Bremer, am 
9. November von der Elbe abgegangene, nach New- York bestimmte Vollschiff 
„Magdalene“ in 58,7® N-Br und 15° W-Lg. Bei diesem Schiffe erreichte der 
Luftdruck ebenfalls einen niedrigsten Stand von 710mm. Am 29. November 
war „Bolten“ nach 11° W-Lg vorgerückt, und hätte es jetzt nur eines ein paar 
Tage anhaltenden frischen NW-Windes bedurft, um das Schiff rasch wieder 
nach Kanalbreite zurückzuführen. Da dieser sich aber nicht einstellte, der 
Wind sieh während der folgenden Zeit dagegen fast ^ununterbrochen in süd 
licher uud westlicher Richtung hielt, auch last immer stürmisch war, zuweilon 
sogar orkanartige Stärke erreichte, konnte der Fortschritt des Schiffes nach 
SW nur ein äufserst langsamer sein. Erst am 6. Dezember stellten sich, unweit 
55® N-Br in 11® W-Lg, nach einem anfserordeutlich heftigen SW-Stuvm, endlich
	        
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