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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Kleine hydrographische Notizen. 
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Schiff „Germania,*, Kapt. 0. Romberg, iu der Nacht vom 16. zum 
17. April 1882 in 36° N-Br und 123° W-Lg (vor San Francisco): „Währond 
der ganzen Nacht Nordlicht.“ 
Schill „Emma Römer*, Kapt. P. Albrand, in der Nacht vom 16. zum 
17. April 1882 in 46° S-Br und 92° W-Lg: „Gegen 11* p. m. bemerkten in Süd 
bis SW mw. am klaren Himmel einen intensiv rothen Lichtschein, ähnlich als 
ob die Sonne aufgehen wollte. Die Dauer war etwa ’/* Stunde. Um 2 h a. m. 
sahen wir dieselbe Erscheinung für etwa s /* Stunden.“ 
Schiff „.Johanna*, Kapt. M. Brückmann, in dor Nacht vom 17. zum 
18. April in 41° S-Br und 94° O-Lg: „Um 6Vi h P- m. färbte sich der Himmel 
plötzlich pnrpurroth, welche Erscheinung etwa 10 Minuten anhielt. Es war ein 
prachtvoll grausiger Anblick. Das Polarlicht strahlte bis zum Zenith hinauf.“ 
12. (D. S.) Eis im Südatlantiscben Ocean, südwestlich vom 
Kap der guten Hoffnung. Kapitän K. Jost vom deutschen Schiffe „Auguste* 
berichtet der Seewarte, wie folgt: „Am 27. Dezember 1882 Mittags auf 45° 15' 
S-Br und 2° 33' O-Lg, auf der Reiso von Cardiff nach Singapore, sahen wo 
gegen 9 Uhr Morgens plötzlich Eis aus dem nur leichten Nebel auftaucheu. 
Es war ein ungefähr 3 m (10 Pufs) hohes Stück von der Gröfse des Rumpfes 
eines Eischerkutters und trieb in einer Entfernung von 30 m (100 Fufs) am 
Schiffe vorbei. Mittags sahen wir ein zweites, grösseres Stück Eis von etwa 
6 m (20 Fufs) Höhe und der mittleren Länge und Breite eines Schiffes. Das 
selbe war vollständig glatt und an den Seiten schön gewellt. Von jetzt an gab 
cs fast jede Stunde, zeitweise öfters, Eisberge zu vermeiden, während wir seit 
wärts von uns deren noch mehr sahen. Ich zählte gleichzeitig 22 Eisberge, 
womit die ganze Zahl derselben indefs nicht gegebeu ist. Glücklicherweise 
klaite das Wetter etwas ab uud wurde zeitweise ganz klar, besonders in der 
Nacht, so dafs wir bei scharfem Ausguck und anfgebrafsten Raaeu stets unser» 
Kurs verfolgen konnten, der mit Rücksicht auf das Eis freilich etwas nördlicher 
genommen wurde. 
Douuerstag, den 28. Dezember 1882 Mittags, auf 42° 52' S-Br und 
7° 17' O-Lg, wehte steifer Wind von N bis NW. ln der vorhergegangenen 
Nacht hatten wir kein Eis gesehen, aber mit Tagesanbruch wurden zwei Eis 
berge, oder richtiger Eisiuselu, passirt, während wir gleichzeitig in allen Rich 
tungen kolossale Berge, welche gleich Inseln von mehreren Hundert Fufs Höhe 
majestätisch emporragton, erblickten. Einige hatten die wunderbarsten Gestalten. 
Freitag, den 29. Dezember Mittags, auf 43° 1' S-Br und lü° 35' O-Lg, 
wehte ein mäfsiger, zeitweise leichter und unbeständiger NW-Wind; die Luft 
war trübe und etwas schauerig und hin und wieder trat leichter Nebel auf. 
Wir passirten Vormittags noch zwei Eisberge, die letzten, welcho wir sahen. Die 
meisten der weniger grofsen Eisberge hatten in Lee von sich eine lange Reihe 
kleiner Eisstücke schwimmen, weshalb wir säiumtliches, in unseru: Kurse liegende 
Eis luvwärts zu passiven suchten, oder sehr weit nach Loe abhielten.“ 
Nach einer anderweitigen uns zugegangenen Mitthcilung wurden am 
27. Dezember 1882 iu 42° S-Br uöd 0° O-Lg an Bord der Hamburger Bark 
„Papa*, Kapt. Bannau, mehrere übor 30m hohe Eisberge gesichtet, ebenso 
am 28. Dezember zwei grofse und mehrere kleine. 
13. (D. S.) Flaschenposten. 1) Durch Kapt. W. Cowell von der 
britischen Bark „F'rances Alilly* ist der Seewarto ein Flasehenpostzettel zu 
gegangen, welcher von der deutschen Bark „Hans*, Kapt. A. Thomson, auf 
der Reise von Hamburg nach Wladiwostok am 11. Juni 1882 auf 1° 40' N-Br 
uud 25° 40* W-Lg über Bord geworfen und am 25. Januar 1883 von dem Ein 
sender auf der Rhede von Trepovc, Westküste von Afrika, in ungefähr 
4° 58' N-Br und 6° 0' W-Lg aufgefunden wurde. 
Der Fundort liegt von dem Orte, wo die Flasche 228 Tage vorher über 
Bord geworfen wurde, 0 7 /sN 1200 Sin entfernt. Es ist aber anzunehmeu, dafs 
die Flasche diesen Weg nicht direkt zurückgelegt hat, sondern zunächst mit 
dem A äquatorial■ Strom beträchtlich nach Westen und zugleich etwas nach 
Norden getrieben ist. Vermittelst der nördlichen Strömung, welche am Nord 
rande des Hejwafmai-Stromes auftritt, gelangte sie alsdann über 5° N-Br 
hinaus in den öwi'wea-Strom und wurde von diesem erst östlich gegen die
	        
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