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Kleine hydrographische Notizen.
Alle Bedürfnisse lassen sich leiebt und billig von New-Orleans beschaffen,
•weil zwischen dieser Stadt und Pascagoula eine Eisenbahnverbindung besteht.“
4. Strom Versetzungen zwischen St. Vincent und Pernambucu
iiu April 1883. (Aus den Reiseberichten S. M. S. „Olga“, Korv.-Kapt. Frlir.
von Seckeudorff.)
! 1883
N-Br
W-Lg
Stromversetzung
April 12
12° 11,6'
59° 7,2'
N 73° W, 24 Sm
in 24 h
! ,
13
11° 1,7'
57° 11,6'
S 49° V, 22
H Í
14
10° 23,4'
55® 10,5'
S 65° W, 17
„
rt
15
10° 3,3'
53° 8.0'
N 30° W, 3
13
9° 33,6'
50° 40V
N 41° E, S
17
9° 17,8'
48® 59V
N 51° W, 28
18
8° 8,0'
48° 29,1'
S 79° W, 39
19
7° 16,9*
47° 42,5'
N 72° W, 35
•
20
6° 51,9
43° 28,5'
N 30® W, 16,6
21
6° 15,7'
45® 20V
N71° W, 7
22
5° 19,0'
44° 19,0'
S 59° W, 23
,
24
3° 32,2'
40° 1SV
S 83® W, 23 Sm
in ls l!
25
1° 1,6'
38° 15,1'
S 7° W, 17 Sm
in 24 h
»
23
0° 35,8'
8Ö® 53,0'
N 72® E, 17
S-Br
3
28
3° 0,3'
32® 6.3'
N 25® E, 25 Sm
in 48"
29
5° 28,9'
33° 43,1'
N 76° W, 25 Sm
in 24"
! *
30
7° 39,2'
34® 30V
i N 19® IV. 20
*-
Diese Zusammenstellung zeigt, dafs S. M. S. „Olga“ nicht die Eiuwirkuug
des Aequatorial-Gegenstromes, sondern vielmehr konstant eine westlich setzende
Strömung bis zum Aequator erfahren hat.
5. Die Ansteueruug von Pernambuco von Norden her wird (nach
eiuem Bericht desselben Kommandanten) durch sich stets wiederholende, überaus
gleichmäßige Konfiguration der Küste — niedrige, grüne Hügel, einzelne Bäume,
Einschnitte, Ortschaften und Kirchen gleicher Bauart — erschwert, sofern eine
Breitenbeobachtung nicht möglich gewesen ist. Auch eine exploratorische
Annäherung an das der Küste parallel laufende Riff erscheint bei dem sehr
kleinen Mafsstabe der Karte Tit. VIII, No. 48 (Br. Adm.-Karte No. 529) nicht
rathsam. Der zwischen den beiden höchstgelegenen Häusern auf Olinda sicht
bare, ausnehmend hohe Palmenbaum bietet auch von Norden her einen vor
trefflich markirten Punkt.
6. Bemerkungen über Campana am Paranä de Palmas. Der
Kommandant S. M. Kbt. „Albatro/s“, Korv.-Kapt. Pawelsz, berichtet über
diesen Platz Folgendes:
„Campana, am Paraná de Palmas gelegen, ist erst seit 9 Jahren, nach
Bau der Eisenbahn „Buenos Agres—Campanaangelegt worden und zählt
augenblicklich ca 150 Häuser mit einer Einwohnerzahl von annähernd 1000 Köpfen,
welche sich aus Italienern, Engländern, Spanicru, Franzosen und Eingeborenen
zusammensetzt. Deutsche sind nicht am Orte, doch befindet sich iu der Nähe
von Campana in Zarate ein deutsches Kaufmannshaus, welches sieh mit Ankauf
von Wolle und Häuten beschäftigt. Die Balm von Buenos Agres nach Campana,
die sich gut rentiren soll, befindet sich in Händen einer englischen Gesell
schaft. Die Flußdampfer nach Rosario und Santa Fe und anderen Plätzen
empfangen hier Passagiere und Ladung von Buenos Agres und umgekehrt,
setzen ihre Passagiere und Ladung für Buenos Agres hier ab. Zur Bequemlich
keit der Dampfer bezw. auch für ladende und löschende Segelschiffe hat die
Eisenbahngesellschaft eine 650 m lange Ilolzmolc gebaut, auf welcher die Züge
die Güter direkt von den Schiffen in Empfang nehmen können. Täglich ver
lassen zwei Züge Campana und kommen zwei Züge von Buenos Agres hier an.
Die Reisedauer nach Buenos Agres beträgt etwas über zwei Stunden und
werden täglich etwa 100 Personen befördert. In den Händen der Eiseubahn-
gesellschaft befindet sieh noch eine Telegraphen-Anstalt, die aber nur bis
Buenos Agres führt, sowie eine Maschinenwerkstatt und Giefserei.
Handel wird in Campana nur wenig betrieben; nur Leinsamen und
türkischer Weizen werden exportirt. Ungefähr 24 größere Segelschiffe besorgen
den Export oder bringen Kohlen für die Eisenbahngesellschaft.