Kleine Imb^raplibeltt* Notizen.
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Vom Kap San Antonio (Cuba) nord westwärts in tloö (»oll' hiiicin-
s teuer nd, faud ich bis 25° N-Br uud 87° W-Lg stets einen nordwestlich
setzenden Strom. Weiter nördlich folgte die Strömung der Richtung des
Windes. Während eines Norders wurde ich in den ersten 24 Stunden, mit
dem Winde aus SW bis W, (iS Srn nach ONO versetzt. Am nächsten Tage
war der Wind Dach NW bis NNW geholt und die Versotzuug betrug in diesem
Elmalc 36 Sw nach SO. Bei dem an den drei folgenden Tagen mäfsig wehen
den NE-Winde wurden wir in der Stunde 1 Sin nach W versetzt.
Die Norder fangen gewöhnlich mit dem Wiudo von SSE oder S an uud
dio Luft ist außerordentlich feucht. Sie wehen am stärksten aus W bis NW
und holen daun abnehmend nach N und NE, worauf das Wetter klar wird.
ln der Niihe der Krisle pflegt die Richtung des Windes eine nördlichere zu
sein, als 100 Sw von derselben entfernt.
Im Vergleiche mit dem Wintenvetter auf dem Nordatlantischen Ocean
ist das Wetter im Golf von Mexico als ein ruhiges zu bezeichnen und die
Extra-Versicherungsprämie von 2'/s Proecnt» welche den hierher bestimmten
Schiffen, auch wenn sie nicht die gefährlichen Ankerplätze an der mexicani schon
Küste zu besuchen haben, nufgobürdet wird, erscheint nach meiner Ansicht
deshalb als eine nicht gerechtfertigte Forderung.
Pensacola. Die Barre vor dem Hafen hat eine Wassertiefe von 6,8 m
(22 Fufs). Man darf aber nicht erwarten, jederzeit mit einem Cm (20 Fufs)
tiefgehenden Schiffe dieselbe passiren zu können, vielmehr kommt es vor,
dafs des Seegangs wegen Schilfe mit einem Tiefgange von 5,4 in (18 Fufs) vier
Wocbeu auf eine gnustige Gelegenheit zu warten haben, che sie über die Barre
segeln können. (Unter Anderen hat Kapt. Tebelmann, vom Bremer Schiffe
„SavannalP, in dieser Hinsicht böse Erfahrungen gemacht.) Bei nördlichen
Winden ist das Wasser allerdings ruhig, aber mit dem Winde von ESE — der
vorheri sehenden Windrichtung — steht auch hei gutem, beständigem Wetter
eine mehr oder weniger hohe Seo auf der Barre und macht das Passiren der
selben für tiefgehende Schiffe oft unmöglich.
Ebbe- und F]uthersehcicutigen treten bei gutem Wetter regelmäßig auf
und laufen bei dem Navygard mit der Geschwindigkeit von 1Sm in der
Stunde über die Barre. Bei stürmischen Nordwinden ist keine Fluth vorhanden.
Die Schiffe Hegen nahe der Stadt und sind nach hinten und vorn ver
ankert. Durch diese Lage wird unter Umständen das Laden von Balken sehr
erschwert. Ballast wird au dem neugebauten Pier gelöscht, woselbst auch
kleinere Schiffe ihre Ladungen, besonders Planken, einnehmen können. Der
beste Ladeplatz, an dem Sullivans- oder Railway-Pier, hat nur 4,5 m (15 Fufs)
Wassertiefe und pafst deshalb nicht für grofse Schiffe.
Die Unkosten in Pensacola sind sehr schwankend, so dafs sich hierüber
nichts Bestimmtes sagen 1 äffst, leb bezahlte das letzte Mal 50 Cts., dieses Mal
10 Cts. für die Tonne Ballast. Ebenso waren Dampfer- und Stau er lohn jetzt
30 bis 50 Procent billiger als früher. Die Preise verändern sich fast in jeder
Woche. Man kann indessen anuehuieu, dafs ein 600 Reg.-T. grofses Schiff
etwa 300 Lstrl. Unkosten hat. Proviant ist billig und gut. Reparaturen an
Schiffen sind nicht ausführbar, weil keine Helgen und keine Zimmcrleute vor
handen sind.
Pascagoula. Die Barre hat, und zwar unter günstigen Verhältnissen,
eine Wassertiefc von nur 4,6m (15'/a Fufs) und nicht, wie von Maklern ver
sichert wird, von 5,1 m (17 Fufs). Ich habe die Barre selber ansgelothet und
das Fahrwasser mit Zeichen versehen, weil die Lotsen liier, wie dieses ganz
richtig in den englischen Segelhandbüchern betont wird, eine Gesellschaft sorg
loser und unwissender Leute sind.
Tiefgehende Schiffe müssen bei Smith-Island laden, was umständlich ist
uud auch mehr Kosten verursacht. Wenn dio Fracht ab hier nicht wenigstens
10 sh. für den Petersburger-Std. höher ist als ab Pensacola, so ist letzterer
Hafen auch selbst für kleinere Schiffe Pascagoula vorzuzäeheu. Im Hafeu von
Pascagoula, welcher eine incileaweite Ausdehnung hat, steht nur an einigen
Stellen 4,8 in (16 Fufs) Wasser. Die Schiffe liegeu 8 bis 10 Sm von der Stadt
entfernt vor Anker.
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