Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Februar 1883.
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in derselben Heftigkeit auftretender Sturm ereignete sich am 6. Februar in der
Nähe von 49° N-Br und 22° W-Lg. Derselbe begann aus östlicher Richtung
und wehte, nachdem ein niedrigster Barometerstand von 719 mm abgelegen
worden war, in gröfstcr Stärke aus NW. Der Wind veränderte sieh während
dieses Sturmes von SK durch S und SW nach NW. Um 8 1 ' a. nt., als die Wind
richtung S war, besafs der Wind für kurze Zeit nur geringe Stärke. Am
12. Februar, 25 Tage später als New- York verlassen worden war, überschritt
das Schiff den Meridian von Lizard. Während der Fahrt über den Occan war:
70° W-Lg in 38,2° N-Br am 21. Januar, 60° W-Lg in 40,5° N-Br am 23. Januar,
50° W-Lg iu 42,1° N-ßr am 26. Januar und 30° W-Lg in 46,4° N-Br am
2. Februar gekreuzt worden.
10. Reise der eisernen Bremer Brigg „Asante“, Kapt. J. Utecht.
Am 5. September 1882 vcrliefs die, auf einer ihrer gewöhnlichen Reisen
nach der Westküste Afrika’» begriffene Brigg „ Asante“ den Kanal. Der Irische
Ostwiud, bei dem dasselbe geschah, begleitete das Schiff auch auf seiner weiteren
Fahrt nach Süden, uud erreichte dasselbe das Gebiet des Passats, ohne dafs
vorher eine nennenswerthe Verzögerung der Fahrt vorgefallen war. Zwischen
38° uud 36° N-Br wurde leichter nordwestlicher Wind angetroffen, der anhielt,
bis sich am 12. September, in der Nähe der letzteren Breite und 17,5° W-Lg,
der NE-Passat cinstellte. Der Passat entstand, indem sich der leichte Wind,
bei einem höchsten Barometerstände von 769,5 mm, von NW durch N nach NE
veränderte. Bald auffrischend, führte derselbe das sich ostwärts von der Kap
UmTe-Inselgruppe haltende Schiff dann in rascher Fahrt südwärts. Unweit
15° N-Br in 19,8° W-Lg wurde am 19. September die äquatoriale Grenze des
Passatgebiets erreicht. Iu ihrer Nähe veränderte sich der für kurze Zeit ganz
flau gewordene Wind durch S nach SW. Später wehte der Wind jedoch nocli
wieder aus nordöstlicher Richtung, und schliefslieh ging derselbe am 22. Sep
tember, in etwa 11,5° N-Br und 19,8° W-Lg, durch eine Drehung nach links
in den südwestlichen Monsun über. Von diesem leichten Winde geführt, über
schritt „Asante“ am 2. Oktober die Lauge des Kap Palmas und erreichte am
6. Oktober die Rhede von Appam. Am 6. Oktober waren 31 Tage seit der
Abreise vom Kanal verflossen. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in
15,5° W-Lg am 9. September, 30° N-Br in 20,4° W-Lg am 13. September,
20° N-Br in 20° W-Lg am 16. September und 10° N-Br in 19,5° W-Lg am
23. September überschritten.
Von Accra aus trat „Asante“ am 21. November die Heimreise au. Die
Brigg segelte bei dem auf See angetroffenen ganz leichten, sudlichou Winde
über B. ß.-Bug, bis am 27. November 1,4° N-Br iu 4,2° O-Lg erreicht worden
war. ln der Nähe dieses Punktes, wo der Wind solch südliche Richtung an-
nahrn, dafs mau beim Segeln über St. B.-Bug einen Westkurs einlialten konnte,
wurde gewendet. Dio Reise nahm dann bei dom zwar schwachen, aber doch
beständigen Südwinde, und besonders infolge starker, durch den Acquatorial-
strom bewirkter Versetzung einen befriedigenden Verlauf. Am 29. November
konnte in 1,2° N-Br der erste Meridian überschritten werden, und am 7. De
zember berührte „Asante“ in 14° W-Lg den Aequator. Am 12. Dezember
schlug Kapt. Utecht von dem gut westlich gelegenen Punkte 1,8° N-Br iu
23,8° W-Lg aus einen hoch nördlichen Kurs ein, auf welchem mau bis zum
13. Dezember zu der in 3,5° N-Br und 24,8° W-Lg gelegenen nördlichen Grenze
des SE-Passats gelangte. Der sich bis nach 5,1° N-Br in 24,4° W-Lg aus-
dehuende Stillengürtel wurde bei leichter, meist östlicher Mallung iu drei Tagen
überschritten. Am 16. Dezember stellte sich in der Nähe des letzteren Punktes
der NE-Passat wieder ein. Man traf im Gebiete desselben nur schwachen Wind
an uud konnte als Folge davon, wahrscheinlich aber auch zum grofseu Theil
mit verursacht durch den unrein gewordenen Boden des eisernen Schiffes, dort
nur eine langsame Fahrt erzielen. Von 16° N-Br in 31,5° W-Lg ab wurde
kein Passat mehr augetroffen. Es hielt sich der Wind nördlich von diesem
Punkte zwar noch für eine sehr lange Zeit im östlichen Halbkreise, doch besafs
derselbe solch geringe Stärke, dafs der Name Passat nicht mehr passend für
ihn erscheint. Erst nördlich von 32° N-Br wehte der Wind meistens aus west
licher Richtung, und konnte erst dann wieder ein etwas rascherer Fortgang