accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Kingäuge von meteorologischen Journalen etc., Februar 1883. 
371 
am Mittage des 23. Oktober, bis auf 760,6 mm am 24. Oktober mittags vorher 
ging, wehte am letzteren Tage, in der Nähe von 33,5° S-Br und 30° O-Lg, 
zuerst aus NNE. Bei Gewitter uud Regen veränderte sich am Nachmittage 
des 24. Oktober der Wind daun ziemlich rasch von NNE 10 nach W3, um 
später, nachdem am Morgen des 25. Oktober der Luftdruck mit 755,0 mm 
seinen niedrigsten Stand erreicht hatte, aus südwestlicher Richtung bis zum 
vollen Sturme zuzunclnnen. Derselbe wehte damals iu ungewöhnlich heltigen, 
Regen und Blitz berbeifuhrenden Böen. Am Mittage des 26. Oktober, als der 
Luftdruck wieder auf 770,4 mm gestiegen war, herrschte nahezu Windstille. Da 
es sich in den nächsten Tagen, vielleicht infolge des eben erwähnten Sturmes, 
ergab, dafs das Steuerruder des Schiffes stark beschädigt worden war, so ent- 
schlofs sich Kapt. Jaeger Port Elisabeth als Nothhafen auzulaufeu. Man 
erreichte diesen Platz am 31. Oktober, 34 Tage später als die Sunda-Strafte 
verlassen worden war. Während dieser Zeit hatte man 10° S-Br in 98° O-Lg 
am 29. September, 20° S-Br in 73,5° O-Lg am 6. Oktober, 30® S-Br in 
45° O-Lg am 20. Oktober; wie 90° O-Lg in 13,4° S-Br am 1. Oktober, 
60° O-Lg iu 27,2° S-Br am 13. Oktober und 30° O-Lg in 33,6° S-Br am 
24. Oktober gekreuzt. 
Nachdem in Port Elisabeth die beabsichtigte Reparatur erfolgt war, 
ging „Carl Ritter“ am 11. November wieder in See, um die unterbrochene 
Reise fortzusetzen. Oestlieho Winde, welche am 12. November durchkamen, 
führten die Bark in 2 Tagen zur Lauge der Kapstadt, und der liier wehende 
kräftige SE-Wind begünstigte auch die fernere Fahrt. Ohne dafs irgend welche 
Mallung beobachtet wurde, ging jener Wind später direkt in den Passat über. 
Man legte den Weg zur Linie zurück, ohne dafs auf demselben etwas Nouneus- 
werthos angetroffeu wurde, und ging schlicfslich am 6. Dezember in 20,5° W-Lg 
von der südlichen zur nördlichen Halbkugel über. Um vou 30° S-Br in 
11,1° O-Lg zum Aequator zu gelangen, waren 19 Tage erforderlich gewesen. 
20° S-Br hatte man in 1,2° W-Lg am 23. November und 10° S-Br in 12° W-Lg 
am 29. November gekreuzt. 
Nachdem iu nördlicher Breite der SE-Passat am 9. Dezember, in 5° N-Br 
und 22,2° W-Lg, aufgehört hatte zu wehen, und für 2 Wachen leichte Mallung 
beobachtet worden war, stellte sich der NE-Passat wieder ein. Derselbe nahm 
bald nach seinem Einsetzen au Stärke zu und begleitete den „Carl Ritter“ bis 
nach 33,5° N-Br in 32° W-Lg. Unweit dieses Punktes veränderte sich der 
kräftige Wind am 20. Dezember nach SE, und indem er sich später ganz 
langsam nach rechts weiter veränderte, nahm er nördlich von 4P S-Br süd 
westliche Richtung an. Bei SW-Wind konnte man dann auch den letzten Tlieil 
der Reise iu sehr rascher Weise vollenden. Am 29. Dezember erreichte der 
„Carl Ritter“ den St. Georgs-Kanal. Die Reise war in der kurzcu Zeit vou 
48 Tagen vollendet worden. In nördlicher Breite waren 23 Tage zugebrachl, 
worden, und hatte man dort: 10° N-Br iu 25,7° W-Lg am 11. Dezember, 
20° N-Br in 30,5° W-Lg am 15. Dezember, 30° N-Br in 33,5° W-Lg am 
19. Dezember und 40° N-Br iu 27,5° W-Lg am 23. Dezember goschnittcu. Die 
von „Carl Ritter“ im Nordatlantischcn Oceau angetroffenen Veränderungen des 
Windes und Luftdrucks waren ungewöhnlich regelmäfsige, und wurden eben 
dadurch die so aufserordentlich günstigen Verhältnisse verursacht. Der bei 
langsam steigendem Barometer wehende Ostwiud veränderte sich, bald nach 
dem unweit 38° N-Br iu 29,5° W-Lg ein Maximum von 772mm beobachtet 
worden war, durch S nach SW. Dieser letztere Wind war daun von rasch 
abnehmendem Luftdrucke begleitet, uud als „Carl Ritter am 29. Deceiuber zum 
St. Georgs-Kanal gelangte, war das Barometer auf den bis dahin beobachteten 
niedrigsten Stand von 749 mm gefallen. 
8. Reise der Hamburger Bark „Malincbe“, Kapt. C. W. Kling. 
Am 12. Dezember 1881, mehr als vier Wochen nach dom Antritt einer 
Reise von Hamburg nach Acajutla, verlicfs die Bark „Malinehe“ den Kanal. 
Einen Tag später geschah dieses auch von der Hamburger, nach Afacassar 
bestimmten Schonerbrigg „Seenymphe“, und legten dann beide Schiffe unter 
ähnlichen, schon im Reise-Auszug des letzteren Schiffes angegebenen Ver 
hältnissen den Weg zur Linie zurück. „Malinehe* kreuzte: 40° N-Br iu 
An», a. Hy di. otc., 1S8S, Heft VI. 
0
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.