Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Februar 18<S3.
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in 31,8° N-Br am 12. Dezember, 50° W-Lg in 35,5° N-Br am 17. Dezember
und 30° W-Lg in 44,1° N-Br am 26. Dezember gekreuzt worden.
5. Reise der Stralsund er Hark „Aequator“, Kajtt. R. Wallis.
Am 23. März 1882, nicht weniger als 20 Tage nach dem Antritt einer
Reise von Hamburg nach Tahiti, befand sieh die Bark T Aequator“ in der Nähe
von Lizard. Bei veränderlichen, aus östlicher und nordwestlicher Richtung
vorherrschenden Winden konnte im offenen Ocean oin einigeruiafsen befriedigen
der Fortgang erzielt werden. Unweit 30° N-Br nahm der Wind am 4. April
die nordöstliche Richtung an und entwickelte sich allmählich zum Passat.. Von
23° N-Br ab trat derselbe kräftig und beständig auf, die Bark bis zum 16. April
nach 2° N-Br in 25,7° W-Lg führend. Den in der Nähe dieses Punktes
beginnenden Stillcngürtel überschritt „Aequator“ in zwei Tagen, ln 1,3° N-Br
und 25,5° W-Lg wurde der SB-l’assat wieder angetroffen, welcher die Baik bis
zum 19. April zu der in 25,5° W-Lg überschrittenen Linie brachte. Am 19. April
waren 27 Tage nach der Abrciso vom Kanal verflossen. Während dieser Zeit
hatte mau: 40° N-Br in 14° W-Lg am 30. März, 30° N-Br in 20° W-Lg am
3. April, 20° N-Br in 24,3° W-Lg am 9. April und 10° N-Br in 25,1° W-Lg
am 12. April gekreuzt.
Im Südatlantischen Ocean dehnte sich das Gebiet des häufig von
regnerischem Wetter begleiteten SB-Passats aus bis nach 28° S-Br in
24,5° W-Lg. Erst unweit dieses Punktes veränderte sieb der kräftige Wind
nach NB. Bin höchster Luftdruck von 766,4mm war schon in der Nähe von
20° S-Br beobachtet worden. Südlich vom Passatgebietc hielt sich der bei
langsam steigendem Luftdrücke wehende Wind für längere Zeit mit grofser
Beständigkeit im nordöstlichen Quadranten. Br veränderte sich erst, nachdem
am 9. Mai, in der Nähe von 37° S-Br ciu Maximum dos Luftdrucks von
772,4 mm abgelcscu worden war, durch N nach NW und lief derselbe daun
rasch durch die westlichen Striche und S zurück nach SE. Aus der letzteren
Richtung für mehrere Tage stürmisch wehend, verursachte er mm eine läugere
Verzögerung der Reise. Am 10. Mai hatte „Aequator“ sich scliou iu 38,7° S-Br
und 3,8° W-Lg befunden, und erst am 17. Mai konnto in 40,8° S-Br der
Meridian von Greenwich überschritten werden. Um zu demselben von der
Linie her zu gelangen, waren 28 Tage erforderlich gewesen. 10° S-Br hatte
man in 29° W-Lg am 23. April, 20° S-Br iu 30,2° W-Lg am 29. April und
30° S-ßr in 21,2° W Lg am 5. Mai geschnitten.
Beim Zurücklegen der Länge hielt „Aequator“ sich zwischen 44° und
45° S-Br. Dio dort angetroffenen Winde waren anfänglich auch recht günstig,
bis am 26. Mai in der Nähe von 44° S-Br und 30° O-Lg der Wind umlief nach
SB. Indem er sich nach dieser Veränderung für länger als eine Woche im
ösllichen Halbkreise hielt, von daher au mehreren Tagen stürmisch wehte,
wurde durch ihn fast jeder Fortgang unmöglich gemacht. Man konnte erst
wieder rascher fortschreiten, nachdem der Wind nordöstliche Richtung an
genommen hatte. Am 3. Juni veränderte sich der Wind wieder durch N nach
W. Das nach über 39® S-Br zurückverdrängte Schiff suchte bald wieder höhere
Breiten auf, erst Ost steuernd, nachdem 45° S-Br überschritten worden war.
Bei dort vorherrschendem Westwinde, der zwar häufig stürmisch, aber nur in
einem einzigen Falle als besonders heftiger Sturm auftrat, nahm die Reise dann
in nächster Zeit einen befriedigenden Verlauf. Jener, die Bark zum Beidreheu
zwingende Sturm wehte am 18. und 19. Juli iu der Nähe von 43,5° S-Br und
172° W-Lg. Demselben ging ein rasch abnehmender Luftdruck und ganz
leichte östliche Briese vorher, und setzte der Sturm, nachdem das Barometer
mit 722,3mm seinen niedrigsten Stand erreicht hatte, plötzlich aus SSW in
orkanartiger Siärke ein. Bei langsam zunehmendem Luftdrücke und indem sich
der Wind allmählich nach WSW veränderte, hielt der Sturm dann zwei Tage
lang an und mäfsigte sieh erst am 20. Juli. Nachdem die erforderliche Länge
zurückgelegt worden war, wurde ciu nördlicher Kurs eingeschlagen, der, wie
man hoffte, das Schiff zum SE-Passate führen würde. Ein solcher wurde aber
gar nicht angetroffen. Nördlich von 28° S-Br wurde die Bark zwar mehrere
Tage von ungewöhnlich kräftigem Südwinde begünstigt, doch veränderte sieh
derselbe, nachdem er schwächer geworden war, unweit 22° S-Br, wieder nach