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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Fehinar 1883. 
entwickelnde Passat nahm allmählich bis zum frischen Winde zu und wehte 
südlich von 24,5° N-Br mit grofser Beständigkeit. Derselbe dehnte sein 
Gebiet südwärts aus bis nach 8,5° N-Br in 26,4° W-Lg. Unweit dieses Punktes 
nahm der Wind am 2. Juni rasch bis zum leisen Zuge ab, und betrat „Deutsch 
land“ dort den Stillengürtel. Man überschritt denselben bei flauem östlichem 
Zuge in drei Wachen und traf schon nach deren Verlauf, iu etwa 8,4° N-Br 
und 26,5° W-Lg, südöstlichen Wind an, der zum SE-Passat w urde. Am 7. Juni 
ging „Deutschland“ in 30,6° W-Lg von der nördlichen zur südlichen Halbkugel 
über. Die Bark hatte die letzten 50 Breitengrade in 25 Tagen zurückgelegt 
und während dieser Zeit: 40° N-Br in 16° W-Lg am 17. Mai, 30° N-ßr in 
17,8° W-Lg am 21. Mai, 20° N-Br in 23,9° W-Lg an» 29. Mai und 10° N-Br 
in 26,5° W-Lg am 2. Juni gekreuzt. 
Etwa sechs Stunden früher als „Deutschland“ passirte iu 31,1° W-Lg die 
mitsegelnde Hamburger Bark „Caroline Beim u den Aequator. Dieselbe hatte 
sich am Mittage des 13. Mai in 48,6° N-Br und 9,6° W-Lg in Sicht von 
„Deutschland“ befunden und sich später auf dem gauzen Wege zur Linie stets 
in geringer Entfernung von dor letzteren Bark gehalten. 
Im Südatlantischen Oceau traf „Deutschland“, wie es für den Monat 
Juni nicht anders zu erwarten war, einen iu der Nähe der Linie raumen, 
weiter südwärts aber aus sehr schmier Richtung wehenden Passat an. Als am 
9. Juni die Iusel Fernando de Noronha gesichtet wunde, hielt Kapt. Braue es 
für geratlien, zu wenden. Man verlor dort durch Kreuzen mehrere Tage und 
konnte erst am 14. Juni südlich von 10° S-Br gelangen. „Caroline Belm“ 
scheute sich nicht, westlich von jener Insel zu segeln. Diese Bark lag nur, als 
für wenige Wachen beim über B. B.-Bug-Segeln ein südlich von Ost liegender 
Kurs eingehalten werden konnte, ostwärts und kreuzte daher 10° S-Br in 
34,6° W-Lg schon am 12. Juni. Der Passat wehte erst südlich von 18° S-Br 
aus raumer Richtung. Er veränderte sich dort später allmählich weiter nach 
links, bis schliefslich seine Richtung am 23. Juni, unweit 24,5° S-Br in 27° W-Lg, 
NE wurde. 
Dadurch war die südliche Grenze des SE-Passats bezeichnet. Nachdem 
südlich von derselben der Wind eine unregelmäfsige Drehung nach links uus- 
geführt hatte, wehte er wieder für längere Zeit aus dem östlichen Halbkreise. 
Seine Richtung war jedoch meistens eine raume, und liefs sich deshalb die 
Reise iu befriedigender Weise fördern. Am 2. Juli diehte unweit 35® S-Br in 
8° W-Lg der kräftige Wind durch N nach NW, und bei Wiud aus letzterer 
Richtung überschritt „Deutschland“ auch am 4. Juli, in 37° S-Br den Meridian 
von Greenwich. Der 4. Juli war der 27. bis dahin in südlicher ßieito zu 
gebrachte Tag; 10° S-Br war in 33,9° W-Lg am 14. Juni, 20° S-Br in 28,1° W-Lg 
am 22. Juni und 30° S-Br in 19,2® W-Lg am 29. Juni gekreuzt worden. Der 
Mitsegler „Caroline Beim“, welcher sich am 2. Juli Mittags iu 38° S-Br und 
8,4° W-Lg befunden hatte, als gleichzeitig „Deutschlands“ Schififsort 34,8° S-Br 
in 9,2° W-Lg gewesen war, fand, nachdem die damals herrschende Stille ein 
Ende genommen hatte, kräftigen Ostwind anstatt des bei „Deutschland“ folgenden 
frischen NW-Windes, und war eine bedeutende Verzögerung der Reise jener 
Bark die Folge dieser verschiedenen Verhältnisse. „Caroline Beim“ erreichte 
erst am 6. Juli in 42° S-Br den ersten Meridian. 
Während der Zeit, in welcher die eiforderliche Länge zurückgelegt 
wurde, hielt „Deutschland“ sich am längsten zwischen 41® und 42° S-Br. Die 
Bark traf dort fast nur aus westlicher Richtung wehende Winde an, die zwar 
häufig stürmisch waren, indessen iu keinem einzigen Falle solche Hoftigkeit 
erreichten, dafs beigedreht werden mufste. Den schwersten Sturm überstand 
man am 18. und 19. Juli, nnweit 40,2® S-Br und 61° O-Lg. Deiselbe begann 
aus NW, eudete aus W und war von einem niedrigsten Barometerstaude von 
747,8mm begleitet. Am 23. Juli, 19 Tage später als östliche Länge erreicht 
worden war, kreuzte „Deutschland“ in 37,3® S-Br die Länge von 38® 0. An 
demselben Tage überschritt in 42,1° S-Br auch der Mitsegler „Caroline Beim“ 
den Meridian von 80° 0. Dieses Schiff hatte die Länge zwischen 44° und 
45° S-Br abgelaufen. 
Sehr günstige Verhältnisse wurden von „Deutschland“ auf dem Wege 
zum Passatgebiete angetroffen. Der frische Wind veränderte sich dort langsam
	        
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