340
Bestffckrecbnung auf niederen Breiten.
Beispiel No. 2. Am 5. August 1881 morgens wurde auf 10* 45,0' S-Br
beobachtet: -& h = 22° 47,7'; die Deklination war: G d = 16° 58,8' N u. s. w.
(j> — — 10“ 45,0' 1 Mittelbreite — 3° 7'
d = -f 16“ 58,8' I halbe gröfste Breite = 8° 29'
b = 27“ 43,8' Korr.-Tafel II — + 8'
z — 67“ 12,3' Abweiehungsbreite — 8° 37'.
Korr.-T. I » + 1,3'
c = 67° 13,6'
c -f b — 94° 57,4' log — 3,75568
c — b = 39° 29,8' log = 3,37471
log a 2 = 7,13039
loga — 3,56520
„ = 8“ 37' log sec = 0,00493
log t =X&TÖIS; t — Gl“ 56,5' O.
Die sphärische Rechnung ergiebt: t — 61“ 56,7'.
2. Ist die Zenitdistanz kleiner wie 50°, so kann man den Stundenwinkel
und die Sumner-Linie näherungsweise sehr schnell mittelst der Koppel
tafel erhalten, ein Verfahren, welches sich nicht nur empfiehlt, wenn es sich
darum handelt, schnell ein angenähertes Resultat zu finden, sondern welches
ganz besonders auch innerhalb der genannten Grenzen eine einfache Kontrolle
jeder Stundenwinkel-Berechuuug ermöglicht.
Die Zenitdistanz wird mit Hülfe von Tafel I in die loxodromische ver
wandelt und diese sowohl wie der Breitenunterschied in vollen Minuten aus
gedrückt; man dividirt beide Zahlen dann durch 10, indem man das Komma
eine Stelle nach links rückt und sucht in einer Koppeltafel die zu dieser
Distanz und Breitenunterschied gehörende Abweichung auf, dieselbe wird auf
Zehntel interpolirt. Der Kurswinkel wird hier auf einen halben Grad nebenbei
notirt, wenn die Zenitdistanz kleiner ist als 30° und die Sumner-Linie gezogen
werden soll. Die Mittelbreite resp. die halbe gtöfsore Breite wird mit Hülfe
von Tafel II in die Abweichungsbreite verwandelt, auf Zehntel-Grade abgekürzt
und darauf mit der Abweiehungsbreite als Kurs und der Abweichung in der
Rreitenuntevschiedspalte der Längeuunterschied in der Diatanzapalte ausgesucht.
Dieser Längeuunterschied mit 10 multiplieirt ist der Stundenwinkel in Bogen
minuten, und erhält man denselben mindestens auf 2—3 Minuten genau, wenn
die Interpolation etwas sorgfältig vorgenommen wird. Soll die Sumner-Liuie
gezogen werden, so geschieht dies wie unter 1.
Beispiel No. 1. Es sei dasselbe Beispiel gewählt wie oben:
(p = -f-16° 50,00 Mitteibreite — 8“ 50' Kurswinkel—S 46,5“0.
d — -f 0“ 50,6'J Abweiehungsbreite = 8° 50'-}- 71' = 10° 1' = N133,5°0.
959
b — 15° 59,4'
z— 23° 17,0'
K.-T.I= 4-0,2'
17,2' = 1397'
oder
95,9'
139,7'
a :
Korr.-Tafel 111=— 1,5
101,7'. Azimut=N132,0“O.
LU — 103,3'
oder = 1033'
t — 17° 13'
gegen 17° 11,4' der sphärischen Rechnung.
Beispiel No. 2. Am 11. Januar 1876 Vormittags wurde auf 13° 25,7'
N-Br beobachtet: -©- h = 49° 21,5'; die Deklination war: © d = 21° 56,8' S u. s. w.
<f> — 4- 13° 25,7' \ Mittelbreite — 4° 16'
$ — — 21° 56,8' / Abweichungsbreite = 10“ 58' -f~ 12' = 11,2°.
Korr.-T.
b = 35° 22,5' = 2123'
z = 40“ 38,5'
I = 4. 0,2'
c = 40° 38,7' = 2439'
oder
212,3'
243,9'
a ~ 120,0'
LU = 122,3'
oder = 1223'
t = 20° 23'.
gegen 20° 24' der sphärischen Rechnung.
3. Noch kürzer läfst sich der genaue Stundenwinkel und die Sumner-
Linie konstruireu auf einer Merkator-Karte von genügend grofsem Mala stab,
wenn Breite, Deklination und Zenitdistanz nicht gröfser sind als 10“,