accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Plivsisehe Ucviinograjiliie clc. zwischen 30°—00° 8-Br mul 10“—10° O-I.g. 
335 
und genau auf die Acnderung des Windes zu achten, um darin eiu Anzeichen 
für die Richtung, in welcher der Sturm fortschrcitet, zu gewinnen, ’) und um 
daraus schliefscn zu können, auf welcher Seite das barometrische Minimum das 
Schiff passireu wird. Wenn z. B. ein NW-Wind sich auf der südlichen Halb 
kugel nach West verändert, so ist dieses ein Anzeichen, dafs sich das Sturm 
system nach Osten fortbewegt, und dafs das barometrische Minimum südwärts 
vom Schiffe passireu mufs; in solchem Falle befindet sich das Schiff auf der 
linken Hälfte der Sturmbahu und mufs über St- ß.-Bng beidrehen. 
II. Südwestliche Stürme. 
Häufigkeit. Bin Drittel aller in diesem Gebiete verkommenden Stürme 
gehört dieser Gruppe an, nämlich 29% für die Ausreise und 36% für die 
Heimreise (s. Tabelle IS). Bei den ersteren fällt die gröfstc relative Häufigkeit 
auf die Monate September bis Dezember und die kleinste auf' Mai bis August; 
bei der Heimreise ist der Procentsatz von September bis .Januar etwas gröfscr 
als für die meisten anderen Monate. 
J-age. Die SW-Stürme sind bei der Ausreise hinsichtlich der Längen 
ausdehnung ziemlich gleiohmäf'sig vertheilt, obgleich sie eine Tendenz haben, 
südlich von der /l^a/Aus-Bank häufiger und stärker zu wehen, als anderswo. 
Die Heimsegler erfahren diese Stürme hauptsächlich nahe dem Ostrande der 
Agulhas-Bsmk und der Südost-Küste von Afrika. 
Charakteristik. Die dem Windsystem der SW-Stürme angehöreudeu Winde 
sind in ihrer Richtung denen der NW-Stürme ähnlich, indem das erste Falleu 
dos Barometers mit einem nach NW drehenden N-Winde eintritt; der haupt 
sächlichste Unterschied zwischen den beiden Gruppen der NW- und SW-Stünne 
besteht darin, dafs bei dem SW-Sturmsystem die NW-Winde nicht die Stärke 
eines Sturmes erreichen. Die SW-Stürme setzen gewöhnlich mit steigendem 
Barometer ein und sehr häufig zugleich mit oder unmittelbar nach heftigem 
Regen. 
Alanövriren der Schiffe hei SW-Stürmen. Bei diesen Stürmen ist keine 
besondere Vorschrift betreffs des Manövrirens der Schiffe zu geben, mit Aus 
nahme für den Full, dafs es nothwendig ist, beizudrehen. Es mufs alsdann der 
St. B.-Bug gewählt werden, da der Wind gewöhnlich während dos Sturmes um 
einige Striche nach Süden zu sich verändert, um sowohl etwas zu gewinueu, 
als auch mehr auf See zu liegen zu kommen. 
Wie schon erwähnt, ist der SW-Sturm nahe der östlichen Grenze der 
Agulhas-Btirik, woselbst die A^w/Aas-Strömuug mit grofser Geschwindigkeit nach 
SW, dem Sturm entgegen, setzt, sehr gewöhnlich. Die entgegengesetzte Wind 
end Stromiichtung erzeugt jedoch eine sehr hohe See, und die Schiffe finden 
daun im allgemeinen ruhigere See und besseres Wetter, wenn sie auf dio 
Bank, näher an die afrikanische Küste, gehen; dabei ist jedoch zu bemerken, 
dafs die Schiffe alsdann den Vortheil der starken SW-Strömung vorliercn und 
sogar leicht eine nordöstliche Gegenströmung antreffen können. 
Die grofse Nähe dieser beiden Gegenströmungen maeht es nothwendig, 
dafs eiu Schiff seine Position so genau als möglich bestimmt, wenn es sich in 
der Nähe des Meridians des Kap Agulhas glaubt, und ehe es nach NW abhält. 
Während eines starken SW-Sturmes wurde ein rankes (mit Jute von 
Indien beladenes) Schiff, welches nordwestwärts quer über den Agulhas-Strom 
beilag, auf die Seite geworfen, so dafs es die Masten kappen rnufste, um sich 
wieder aul'znrichteu. Der Druck des Windes auf die Segel und der Gegendruck 
des Stroms auf den Schiffskörper war zu stark für die Stabilität des Schiffes 
gewesen. 
111. Nordöstliche Stürme. 
Häufigkeit. Sic bilden nur 6 1 /- % aller in diesem Gebiete vorkommenden 
Stürme und werden von den Heimsegleru häufiger aogetroffen, als von den 
Ausseglern. Auf der Ausreise ist die relative Häufigkeit von August bis 
i) Bei einem gut segelnden Schifte mufs der Kurs und die Geschwindigkeit des Schiffes heim 
Ahvhärzen der Stunurichtimg in Betracht gezogen werden.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.