Kleine hydrographische Notizen.
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Strafso entfernten, desto westlicher holte der Wind; bis er sich schliefslich in
NW fcstsetzte. Um 4 Uhr Nachmittags peilte das nordöstliche Ende der
Madang- oder /’Yai-Inscl 0*/;S.“
8. (D.&.) Bemerkungen über die Magdalena-Bai in Untercali-
fornien, von Kapt. J. E. Hackd, Führer der deutschen Bark „Bodüd
In der Einfahrt der Magdalena Bai laufen zur Zeit der Springfluth starke
Stromkabbelungen, welche sich aber weiter nach dem Innern dieser ausgedehnten
Bai hin verlieren. Die Strömung ist indefs immer so stark, um das Auf kreuzen
gegen dieselbe zu einer mühsamen Arbeit zu machen.
Die Niederlassung, auf dem NW-Ufer der Bai gelegen, ist zur Nachtzeit
durch eine Laterne mit weifsem Lichte, welche an der Veranda des Hafenhauses
angebracht und bei klarem Wetter ungefähr ßSm weit sichtbar ist, erkonubar.
Wenn das Feuer WNW peilt, so kann man ohne Gefahr auf dasselbe zusteuern
und dann in 10,8 m (6 Fad.) Tiefe ankern. Für Schifte, welche Ladung eiu-
zunehmen haben, ist dieses der geeignete Ankerplatz. Nach einem längeren
Aufenthalt daselbst ereignet es sich nicht selten, dafs die Anker unklar gefunden
werden. Im Uebrigon ist der Ankerplatz (auf hartem Sandboden) sicher, trotz
der NW-Winde, welche in der Bai und über den sie umgebenden Lagunen oft
stürmisch auftveten, während sic gleichzeitig in See nur mit der Stärke einer
gewöhnlichen Briese wehen.
9. Uebev deu Hafen von Corral, Chile,*) berichtet der Kommandant
S. M. S. „MoltkeKapt. z. See Firner, Folgendes: „Der auf der Br. Adiu.-
Karte No. 1318 (Tif. Xll, No. 85) angegebene Ankerplatz in dem Hafen
von Corral ist gegen alle Winde, mit Ausnahme dev Nordwinde, geschützt;
auf demselben können selbst die gröfsten Schifte an solchen Stellen ankern,
die auch gegen Nord geschützt sind. Indessen ist immer anzurathen, mit
Moorings-Schäkcln zu vertäuen, da aufser dem regclmäfsigen Ebbe- und Fluth-
strom zuweilen noch andere vorübergehendes Strömungen eiutreten. Proviant
ist in Corral nieht vorhanden und mufs von Valdiria herantergeschafft werdeu.
Die Verbindung zwischen diesen beider. Plätzen wird durch kleine Dampfer her
gestellt. welche ohne rcgelmäfsigen Fahrplan nach Bedarf ihre Fahrten ein
richten, welcho im Durchschnitt 1 */-> Stunden dauern? neuerdings ist Vatdivia
mit Corral durch eine Telegraphoulinie verbunden. — Das Fahrwasser im west
lichen Arm des Va/AW«-Flusses ist durch Marken am Lande leicht zu erkennen
und gestattet Schiften von 3 m Tiefgang die Fahrt bis Valdivia, während der
östliche Arm, der aber keine Seezeichen hat und 3,6 m tief ist, mir von dem
einzigen größeren Postdampfer „Limari", welcher bis Valdivia hinaufgeht, be
nutzt wird. Der gesummte Export- und Import-Handel, sowie die Industrie sind
fast ausschliefslich in deutschen Händen.“
10. Untersuchung der Korallenriffe an dem Eingänge des Hafens
von Saluafata durch S. M. S. „Carola“, Korv.-Kapt. Kar eher. Auf
Grund einer von dem Kommando S. M. Kbt. „Moewe“, Korv.-Kapt. v. Kyck-
bnsch, in dem Uebungsberieht von 1880/81 mitgetheilten Notiz, dafs die
Korallenriffe zu beiden Seiten der Einfahrt in stetigem Wachsen begriffen sind
und dafs die an sich schon schmale Einfahrt immer enger wird, wurde der Kom
mandant S. M. S. „Carola“, Korv.-Kapt. Karcher, im Jahre 1882 beauftragt,
diese Korallenriffe hinsichtlich ihres etwaigen Wachsthums näher zu untersuchen
und die geeigneten Vorkehrungen zu treffen, welche spätere Beobachtungen
dieses Vorganges sicher stellen.
Korv.-Kapt. Karcher theilt in seinem hierüber eingesendeten Berichte
zunächst mit, dafs nach mehrfach vorgeuommeuen Messungen der Breite der Ein
fahrt dieselbe au ihrem nördlichen Eingänge 630 m und etwas weiter südlich
540 m betrage. Die in Heft VI der „Annalen der Hydrographie etc.“, 1881,
gegebene Skizze des Hafens von Saluafata nach den Vermessungen S. M. S.
„Bismarck“, Kapt. z. See Deinhard, zeigt wegen ihres kleinen Mafsslabes
von 1 :20 OCX) nicht den 20 bis 30 m breiten Saum längs der Ecke des Ost
riffes, auf welchem, allmählich abfallend, in 4 bis 6 m Tiefe viele Stellen mit
Korallen liegen; sie läfst nur den Verlauf des Hauptriffes erkennen. Auf
diesen Umstand ist vielleicht die Voraussetzung eines schnellen Wachsens dieses
') Findlay: ,S>i>»th Fneilio Directory“ (1877), pag. 132.