Kleine hydrographische Notizen.
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aui derselben stehenden Klosters sichtbar. Der westlich vom Kloster befindliche
und durch aufgezogene Boote leicht kenntliche Landungsplatz ist bis auf einen
schmalen Kanal mit Klippen verlegt, weshalb beim Landen grofse Vorsicht
nothwendig ist.
4. Hafen von Desterro in der Santa C’atharina-Strafse. Brasilien. 1 )
(„Notice to Mariner«“ Ko, 93/523. Washington 1882.) Nachdem auf der Süd
spitze der Insel Atvoredo im Oktober 1882 ein weil'ses festes Feuer mit Blinken,
alle zwei Miuuten abwechselnd ein weifser und ein rother Blink, angozündet
worden ist,* *) ist der Hafen von Desterro einer der besten Zufluch tsbäfeu
an der Küste von Brasilien geworden. Mau kann beim Ansteuern dieses
Hafens sowohl zwischen deu Inseln Arvoredo und Deserta hindurch gehen, als
auch zwischen der Insel Arvoredo und den bei der SO-Spitze dieser Insel
liegenden kleinen Inseln, da daselbst nirgends weniger als 55 m Wasser sind.
Mit Ausnahme der nordwestlich von der Insel Arvoredo und 1 Kblg von
den St. fWro-Klippen liegenden Untiefen ist keine Untiefe mit weniger als 8,2 in
Wasser bei halber Floth vorhanden. Schiffe können zu jeder Zeit bequem eiu-
laufen, nur tliut mau bei Nacht besser, südlich der Insel Arvoredo zu bleiben.
Bei dem Fort Santa Cruz ist guter Ankergrand, und kann man daselbst einen
Lotsen erhalten, welcher das Schiff bis au die Stadt bringt.
5. (D. S.) Ueber die Einsegeluug in den Rio Grande do Sul
(Küste von Brasilien) berichtet Kapt. A. Bette vom deutschen Schoner
„IAli a das Folgende:
„Am 10. Oktober 1880 um 6 h p.m. sahen wir die Küste von Brasilien nördlich
von Rio Grande. Unter beständigem Lothen in 20 bis 16 m (11 bis 9 Fad.)
Tiefe, längs der Küste segelnd, setzten wir die Reise bis 12 Uhr Nachts fort; als
dann rnufste wegen eintretenden Nebels back gebrafst werden. Der Nebel hielt
während der Nacht und am nächsten Vormittage an. Als derselbe um 12 Uhr
Mittags plötzlich aufklarte, peilten wir die Thürtne von Rio Grande WzN recht
weisend, 8 Sm entfernt. Da wieder Nebel eingetreten war, ankerten wir um
37** p. m. in 12,6 m (7 Fad.) Tiefe und bemerkten, dafs der Strom hier ziemlich
stark auf die Küste zu setzte. Bis zum nächsten Mittage, den 12. Oktober,
hatten wir fortwährend Nebel mit dem Winde zwischen SE und ENE. Bei
aufklarendem Wetter gingen wir alsdann Anker auf. Als wir uns der Barre
genähert hatten, fand sich jedoch nicht genügend Wasser auf derselben. Wir
legten das Schiff deshalb wieder bei dem Winde und zwar, da der Strom nord
wärts setzte, bei E- bis SE-Wind nach Süden.
Von Mitternacht bis zum Mittage des 13. Oktober herrschte dichter Nebel
bei dem Winde von S bis SW. Unter beständigem Lotheu hatten wir uns
abermals der Barre genähert und das Wetter klarte auf. Aber jetzt brach
ein Pampero los, und obgleich wir südlich der Barre standen, konnten wir
wegen des starken nördlichen Stroms und weil die Segel gerefft werden
mufsten, doch nicht die Höhe derselben halten, soudern wurden vorbeigetrieben.
Am Abend des 14. war bei stark fallendem Barometer der Wind NE.
Um 3 h a. m., den 15., setzte abermals ein Pampero ein, welcher von heftigem
Regen und Gewitter begleitet war, worauf daun bis zum 17. eiu Sturm wehte.
Endlich, am Abend des 18., wurden wir eingeschleppt.
Nach Aussage der Lotsen war die Bane seit Menschengedenken nicht so
schlecht passirbar gewesen wie in diesem .Jahre, und hatten deshalb einige
Schiffe von 3,6 ui (12 Fufs) 30, 40 und selbst 60 Tage vor der Barre treiben
müssen.“
6. Lage der African-iuseln. Amiraute-Gruppe. 3 ) („Notice hydro-
graphiqne“ Ko. 65. Paris 1882.) Nach einem Bericht des französischen Kom
mandanten Le Timbre liegt die nördliche der African - Ioselu in 53° 22'
15" O-Lg. Die vier Bäume, welche nach einem Bericht vom Jahre 1864 sich
auf dieser Iusel befinden sollten, waren nicht mehr vorhanden. Von dieser
Insel erstreckt sich 5 Sm nach WNW eine Bank, auf welcher bei 4*/* Sui
Abstand von der Insel beim Passiren 18 bis 26 in Wasser gelothet wurden.
I) „South America Pilot“', Part I, 1874, pag. 154
7 S. „Nachr. /. Seef, 1883, No. IOC u. 847.
*) Vgl. „Indian Ocean Directory““, 1876, von A. G. Findlay. pag. 50T>.