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Klein« hydrographische Notizen.
Kleine hydrographische Notizen. 1 )
1. Beschreibung der Yali-Bucht. Karamanien. Südküste von
K leinasicn. 2 ) („Hydrograf. Nachr.“ No. 7/29. Pola 1883.) Nach einer Mit-
tkeilung des Kommandanten des Österreich. Dampfex-s „Taurus“, Liuieusch.-Ltn.
Carl Baritz von Ikafalva, ist die Fo/t-Buclit von schroffen, zerklüfteten und
mit niedrigem Gebüsche bewachsenen Bergen umgeben. Sie bietet Schiffen mit
geringem Tiefgang bei frischen Winden zuweilen einen vorzüglichen Zufluchtsort.
Der sandige, mit Seegras bedeckte Ankergrund kann jedoch nicht als besonders
haltbar bezeichnet worden; es ist daher uothwendig, den Anker gegen den böig
auftreteuden NE-Wiud am Lande zu verketten, oder bei längerem Aufenthalte
sich hinten und vorn zu vertäuen. Wegen der stellenweise in den Felsen
vorkommenden Löcher ist es nothwendig, stets den Anker mit einer Ankorbojo
zu versehen.
Die Ya/i-Bueht wird am besten und leichtesten durch die nördliche Ein
fahrt angesegelt, da diese frei von Untiefen, direkt nach dem Ankerplätze führt.
Bei Benutzung derselben rnufs man sich au der Inselseite halten, darauf erblickt
man drei kleine über Wasser befindliche Klippen, welche man einsegelnd in einem
Abstand von 200 m an St.-B. passiven mufs.
Die mittlere Einfahrt hat zwar sehr tiefes Wasser, ist jedoch nur schmal;
die südliche Einfahrt ist theilweise durch zwei in derselben befindliche Un
tiefen versperrt.
In den Monaten April bis August 1882 war vorherrschend SW-Wind;
derselbe stellte sich täglich während der Tagesstunden ein, frischte Mittags auf
und flaute gegen Abend wieder ab, worauf dann für einige Stimdcn Land-
briesen wehten. Nur zweimal wurde N E-Wind beobachtet, dieser war stets böig
und von kurzer Dauer und von drückender Hitze begleitet. NW-Wiude kamen
selten vor.
Lebensmittel sind schwer zu erhalten, lebende Tldere nur während der
Wintermonate. Bei längerem Aufenthalte muls man Fleisch und Trinkwasscr
aus dem nahegelegem n Pkinela, am besten mit Küstenfahrern, und anderen
Proviant aus Rhodas oder Castettorizzo sich beschaffen. In Rhodas und
Castellorizso findet man auch Lotsen für die Fd/i-Bucht.
2 Ankerplatz bei Ghuzzeh (Gaza). Syrien. 3 ) („Notice hydro
graphique“ No. 1. Paris 1883.) Nach einem Bericht des Kommandanten des
französischen Schiffes „Bisson“ sind die Minarets von Ghuzzeh schlecht zu
erkennen; deshalb halte man sich beim Ansteuern dieses Ankerplatzes von
Norden kommend längs der Küste, welcher man sich auf 1 bis 2 Sm nähern
kann. Die Landspitze, bei welcher man ankern mufs, ist durch ein kürzlich
am Ufer erbautes Haus von 10 in Breite mit einem Flaggenmast, von dem die
türkische Flagge weht, erkennbar. Dieses Haus steht südlich von Scheikh Arduan
und nördlich eines weitläufigen Gebäudes, welches ein Lazareth sein soll. Es
dient dem Zollbeamten, welcher zugleich Sanitätswächter ist, als Amtslokal.
Die Anmeldung eingelaufcuer Schiffe erfolgt jedoch in Ghuzzeh selbst, wo auch
die Papiere revidirt werden. Dieses Haus und das Lazareth sollen geweifst
werden und geben dann eine vorzügliche Landmarke für das Anlaufen dieses
Ankerplatzes ab.
3. Ankerplatz bei der Spitze Akropedi. Insel Cypern*). („Hydro
grafische Nachricht“ No. 47/338. Pola 1882.) Nach einem Bericht des
Kommandanten der österreichischen Fregatte „Laudon“, Linienschiffs-Kapitän
Julius Steyskal, ist der Ankerplatz westlich der Spitze Akropedi gegen SW-
und Westwind gut geschützt, und können die gröfsten Schiffe daselbst bis auf
3 Kblg Abstand vom Ufer ankern. Von der Spitze Akropedi liegen bis etwas
über 1 Sm seewärts Klippen; dagegen hat die als Ankerplatz dienende grofsc
Bucht östlich der Spitze überall sanft aufsteigeudeu Sand- und Schlammgruud.
Beim Ansteuoru der Spitze Akropedi von Osten ist nur eiue weifse Kuppel des
') Die mit (1). 8.) bezcichueten Notizen sind vou dee Deutsche» Seeuxute eingeseudet.
Vgl. „Mediterranean Pilot“, Vol. 2, 1877, pag. 287.
;) ) Vgl. „Mediterranean Pilot“, Vol. 2, 1877, pag. 329.
') Vgl. ..Mediterranean Pilot“, Vol. 2, 1877, pag. 257.