Orkan« im nördlichen Stillen Ocean.
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„Adelaide* befand sich aber, wie der NW-Wind aozeigte, zuerst itu südwest
lichen Quadranten. Indem sieh dann das, anscheinend in nächster Nähe von
heftigsten Winden umkreiste Centrum von Nordosten her dem Schiffe näherte,
«liebte sich der Wind nach W, S und ESK. Das Centrum war wahrscheinlich
iu geringer Entfernung nördlich vom Schiffe passirt, und „Adelaide*, die vom
südwestlichen zunächst in den südöstlichen Quadranten gelangt war, befand sich
schließlich, nachdem der Wind ESE geworden war, int nordöstlichen Viertel
des Slurmfeldes.
Beobachtungen während des Orkans.
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Länge
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Temp.
Wind
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Der zweite Orkan wurde am 13. Oktober 1880 südlich von der Revitla
Giyedo-Gruppe von der nach Mazatlan bestimmten Hamburger Bark „Bodild“,
Kr»pt. J. E. Hacke, beobachtet. Bei diesem Schiffe, welches den Aequator in
104,(1® W-Lg am 25. September passirte, war in nördlicher Breite der SE-Passat
direkt in den SW-Monsun üborgegaugen. Indem später der schwache Wind
seine Drehung nach rechts fortsetzte, erreichte derselbe nördlich von 14° N-Br
den nordwestlichen Quadranten. NE-Passat wurde infolge des östlichen Stand
punktes des Schiffes gar nicht angetroffen. Gegen den leichten beständigen
NNW-Wiud kreuzend, gelaugte die Bark bis zum 12. Oktober Mittags nach
16,7° N-Br in 112,5® W-Lg. In der zweiten Hälfte dieses Tages nahm der
Wind an Stärke zu, und während der letzten Wache wehte schon ein böiger
stürmischer NW-Wind. Am 13. Oktober begann nach 4 h a. m. der Luftdruck
bedeutend abzunehmen, und indem gleichzeitig auch die Stärke des Windes
größer wurde, veränderte sieh dessen Richtung weiter nach links. Um 8 h a. in.
wehte der Wind schon als voller Sturm aus WNW und zwei Stundeu später
orkanartig aus W. Am Mittage des 13. Oktober hatte bei dem nun in
17,4° N-Br und 111,1® W-Lg stehenden „Bodild“ der aus W wehende Wind
die Gewalt eines vollen Orkans erreicht. Zu derselben Zeit zeigte auch das
Barometer mit 751,4mm seinen niedrigsten Stand an. Nachmittags mäfsigte sich
die Windstärke allmählich, und bei zunehmendem Luftdrucke veränderte sich
die Windrichtung nach S. Der von 8 k a. m. bis 8 U p. m. in Strömen fallende
Regen fiel nach dieser letzteren Zoit weniger dicht, bis es schliefslich um etwa
Da. tn, am 14. Oktober ganz aufhörte zu regnen. An diesem Tage, an welchem
das Schiff sich in Sicht von der Insel Soeorro befand, nahm der uaoh SSE um-
gelaufene Wind bis zur Irischen Briese ab und ging am 15. Oktober in ganz
flauen Zug über.
Nach der Veränderung der Windrichtung zu urtheileu, scheint die Fort
bewegung dieses Orkans in W- bis WNW-Riehtung erfolgt zu sein. Die Bark
erreichte zuerst das südwestliche Viertel des Sturmfeldes. Nach 8 h a. in. ver
änderte sich bei dem von dieser Zeit au beigedreht liegenden Schiffe der Wind
von WNW nach W und bald darauf nach SW und S. Man war also nun in
«len südöstlichen Quadranten gelangt, und dadurch erwiesen, dafs der Orkan
sich inzwischen nach Westen weiter bewegt hatte.
Ab». d. Hydr. tte,, 1388, Heft V.
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