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Reise der Diinisilwn Bark _IInmbohtt“,
Granja Point ist eine vorzügliche Land marke, da diese Landspitze schon
von Weitem sichtbar ist und klar und deutlich gegen die sonst niedere Küste
hervortritt. Granja Point fuhrt seinen Namen mit vollem Rechte, denn es sieht
einem Scheunendaeh wirklich ähnlich. Eiusegelud brachte ich das Kap in die
Peilung SSO und steuerte dann gerade auf dasselbe za, liefs also auf diesem
Kurse Monte Christi Shoat an St.-B., Haut Fond Shoal an B.-B. liegen. Ich lief
bis auf etwa 3 Kblg unter das Kap, hielt nun ab und steuerte längs dem
deutlich erkennbaren Riff zwischen dem Kap und der Insel Cabra, umsegelte
die Westpitze dieser Insel in einer Entfernung von */* Kblg, erhielt hier einen
Lotsen und kam kurz darauf zu Anker. Es ist dieses der Ankerplatz, deu alle
einkommenden Schiffe zuerst anlaufcn müssen. Segeln sic gleich nach ihrem
Ladeplatz, so verweigert der Ilafcnkapitän die Visite, und die Schüfe müssen
unter grofsem Zeitverlust und mit einem Lotsen an Bord wieder nach dem
äufseren Ankerplatz zurück kreuzen oder durch ein entsprechendes Geldgeschenk
den Hafeukapitän für sich günstig gestimmt machen. Auf dem SSW von der
Insel Cabra liegenden Riff befindet sich eine kleine rothe Boje, die jedoch nur
schlecht zu erkennen ist; im Uebrigen halte ich die Rhede für ziemlich sicher.
Ich erhielt Order, nach Manzanillo Bai zu segeln, um dort zu laden. Am
folgenden Tage giDg ich mit einem Lotsen au Bord (der für seine Dienste
8 Doll, erhielt) dorthin ab und langte etwa 6 Stunden später an meinem Be
stimmungshafen an.
Manzanillo Hai gewährt einen vorzüglichen Ankerplatz. Bis jetzt soll
dieser Hafen noch nie von einem Orkan heimgesueht worden sein. Die Schiffe
liegen dort auf einer Wassertiefe von & Fad. (9m) und laden Blauholz. Aufser
Trinkwasser, das man leicht holen kann, ist weiter nichts zu bekommen.
Die Seebriese setzt in der Regel um 10 Uhr Vormittags ein und ist in
der Bai gewöhnlich E—ENE. Die Laudbriese stellt sich gegen 9 Uhr Abends
aus SE ein. Das Barometer deutete die tägliche Periode des Luftdrucks regel-
mäfsig an. Der durchschnittliche Stand desselben war ungefähr 766,4mm,
nureduciit für die Temperatur. Die Temperatur der Luft betrug um 6 Uhr
Morgens etwa 21,4°, die der Oberfläche des Wassers 24,7° C. Geregnet hat
es während meines vierwöehentlichen Aufenthalts in Manzanillo Bai daselbst an
drei Tagen.
Am 21. Dezember segelte ich nach Monte Christi zurück, klarirte daselbst
am 22. aus und trat am 23. um 4 Uhr Morgens meine Reise nach Hamburg an.
Wir gingen mit leichter Briese aus SE—ESE unter Segel und setzten den Kurs
auf die Türke Island Passage. Da indefs der Wind bald aus EzN bis ENE auf-
frischte, so entschlofs ich mich, durch die Caycoe Passage zu segeln.“
Beschreibung der Westküste von Borneo, 1 ) zwischen dem Flusse
Pawan und Pontianak.
(,Bericht aan Zeevareiulou“ No. 51 1453, 1882 nn<l No. 5/141, 1883, 's (irarothage.)
Der Kommandant des niederländischen Vermessungsschiffes „Hydrograaf
Lieut.. z. See 1. Klasse M. 0. van Doorn, hat im August und Oktober 1882
aus Pontianak Nachstehendes über die Westküste von Borneo, zwischen dem
Flusse Pawan und Pontianak, berichtet. Die hier vorkommenden Peilungen
sind rechtweisend.
Der Flufe Pawan, der erste gröfsere Flufs südlich von Soekadana
(Succadana), tneilt sich ca 12 Sm oberhalb der Mündung in zwei Arme, von
welchen der südliche Ketapang und der nördliche Karbauw beifst. Auf der
aus hartem Sande bestehenden Barre des Ketapang ist bei Niedrigwasser 0,8 bis
1,1m Wassertiefe; der Lauf dieses Armes erstreckt sich ungefähr Ost—West.
1) Vgl. Fittdlay: Archipel etc.* 2. Edit. (1878), pag. 281 ft'.
A<n. d. Hjrdr. etc,, 1Ш, l!«ft V.
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