accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

ню 
Reis« 1 der Deutschen Bark „Humboldt“, 
Tag während meines dreifsigtägigen Aufenthalts daselbst vorgekommen, an dem 
wittenmgshalber hätte nicht gearbeitet werden können. Während cs in Las 
Pahnas unmöglich ist, mit dein Schiffsboot an Land zu fahren, und man ge 
zwungen ist, ein anderes Boot zu miethen, bietet die Landung in Santa Ctnr; 
durchaus keine Schwierigkeiten. 
Des Nachts über ist cs meistens still, oder es weht ein leichter XW- 
Wind vom Lande ab. Gegen 10 Uhr Vormittags tritt gewöhnlich der NE-Passat, 
welcher in der Bucht aus E bis ESE weht, frisch, mitunter auch steif auf. 
Gegen 4 Uhr Nachmittags flaut der Wind ab und gegen 6 Uhr Abends wird 
es meistens ganz still. Zweimal hatte ich Gelegenheit, zur Zeit des abnehmen 
den Mondes, während drei auf einander folgender Nächte ziemlich steife Stofs 
winde aus NNE zu beobachten. An zwei oder drei Tagen war der Wind süd 
lich, Stärke 2—3. Was mich sehr Wunder nahm, war das fast gänzliche Fehlen 
der täglichen Barometerschwankungen. Der Himmel war meistens wolkenlos, 
nur eine im Osten stehende, schwarze, scharf abgcschnittenc Wolkenbank zeigte 
die Grenze des Passats an. 
Schiffe, die nach hier bestimmt sind, sollten Point Ana ffa antaufen und 
dann in unmittelbarer Nähe der Küste auf Santa Cruz zu steuern, damit sie, 
wenn sie von Windstille überfallen werden sollten, sofort ankern können, und 
sieb nicht der Gefahr aussetzen bei der Bhedo vorbei zu treiben.“ 
2. lieber den Hafen von Cientüegos (Jagua) auf Cuba. 1 ) 
„Am Mittag des 13. Oktober 1882 standen wir auf 21° 53' N-Br und 
80° 30' W-Lg und steuerton unter Peilungen von Laudobjekteu mit leichter 
südöstlicher Briese der Küste von Cuba zu. Um 1 Uhr Nachmittags kam Fort 
Jagua in Sicht und um 3 Uhr 30 Minuten erhielten wir einen Lotsen an Bord, 
unter dessen Anleitung wir auf die Einfahrt des Hafens von Cienftiegos zu 
segelten. Um 4 Uhr Nachmittags mnfston des starken, beständig auslaufenden 
Stromes halber, auf ungefähr 20 Fad. (36m) Tiefe unter Fort Jagua zu Anker 
gehen. Den nächsten Tag versuchten wir, mit der einsetzenden Seebriese ein- 
zusegeln, was uns jedoch gänzlich mifslang, trotzdem dieselbe die Stärke 4 er 
reicht hatte. Mufstcn abermals ankern und wurden dann um 5 Uhr Nachmittags 
durch einen Dampfer nach Cicnfuegos hinauf geschleppt. 
Der Hafen von Cienfucffos ist geräumig uud grofs. Schifte unter 14 Fufs 
(4,2m) Tiefgang holen direkt an die Werften. Das Trinkwasscr kostete zur 
Zeit unserer Anwesenheit 1’Д Gents per Gallon. Ballast ist thouer und kostet 
1 Doll, für die Tonne Saud, 1 */-' Doll, für die Tonne Sterne. Schlepper sind 
zur Zeit drei vorhanden. Gelöscht wird von des Morgens 6 Uhr au bis Nach 
mittags 4 Uhr. Lotsen sind immer anzutreffen, doch mufs man sieh erst dem 
Lande ziemlich genähert haben, bevor dieselben an Bord kommen. Das Erste 
was sic thuu, ist, sich von jeder Verantwortlichkeit für Verlust von Anker und 
Ketten oder gar des ganzen Schiffes zu entbinden, weil sehr häufig in der 
Nähe der Küste Windstille cinfritt uud das Schiff dann durch die mitunter 
ziemlich hohe südöstliche Dünung auf den Strand getrieben wird. 
Das Lotsengeld sowie alle andern Unkosten sind anfsorordentlich hoch. 
Ich mufste für mein Schiff vou 329,30 Reg.-t. Gröfse über 63 Doll, an See- 
imd Hafenlotsen bezahlen. Das Barometer verhielt sich während meiues Hier 
seins sehr regelmäfsig. Die Temperatur des Oberflächenwassers fand ich 4“ 
niedriger in der Bai, als aufserlialb derselben. Dementsprechend war auch die 
Temperatur der Luft in der Bai nicht so hoch als auf See.“ 
3. lieber die Häfen von Monte Christi und Manzanillo Bai auf St. Domingo. 2 ) 
„Am 3. November 1882 versegelte „Humboldt* von Cienfuegos nach Monte 
Christi, woselbst er am 23. November anlangte. Um 1 Uhr 20 Minuten Nach 
mittags am letztgenannten Tage kam der Lotse an Bord und 10 Minuten später 
ankerten wir im Hafen von Monte Christi auf 2 3 Д Fad. (5m) Tiefe. Vom Anker 
platz aus peilte die Westspitze der Insel Cabra NzW'/sW und die Flaggen 
stange in Monte Christi SSO'ДО mifswoisend. 
>) S. ..Wnslindia Pilot“, II (1870), pag. ЗЗУ. 
*) S. „T!i<> WVsttiulm Pilot-, II (1876), pag. 212 mul 213.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.