Eingangs von meteorolngiäoheu Jöanialen «U*., -laimar 1883.
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Am '23. Dezember ging „Diamant“ wieder von New- York aus in See, um
nach Bremen zurückzukehren. Westwind, bei dem die Reise angetreten wurde,
blieb während derselben vorherrschend und wehte an manchem Tage stürmisch.
Der heftigste der beobachteten Stürme war derjenige, welcher am 29. und
30. Dezember, unweit 40° N-Br in 52° W-Lg, Überstunden wurde. Derselbe,
aus nordwestlicher Richtung, bei einem niedrigsten Barometerstaude von 756mm
wehend, zwang das Schiff zum Beidrehen. Während eines am 12. Januar 1883
in der Nähe von 49,5° N-Br und 12° W-Lg wehenden kurzen, aber sehr hef
tigen SE-Sturmes erreichte das Barometer einen niedrigsten Stand von 732,5 mm.
Der Wind nahm während dieses Sturmes ganz plötzlich von SE Stärke 11 bis
zum ganz leisen Zuge ab, und wehte später nur noch für kurze Zeit stürmisch
auä nordnordöstlicher Richtung. Am 15. Januar erreichte „Diamant“ bei
frischem Westwinde die Mündung des Kanals. Während der 23 Tage, welche
erforderlich gewesen waren, um die Reise über den Oceau zurückzulegen, hatte
man: 70° W-Lg in 40° N-Br am 25. Dezember, 60° W-Lg in 39,5° N-Br am
27. Dezember, 50° W-Lg in 40,3° N-Br am 30. Dezember und 30° W-Lg in
46° N-Br am 6. Januar gekreuzt. Als der „Diamant“ die Nordsee erreicht
hatte und sich dort am Morgen des 20. Januar unweit des Borl-wm-Feuerschiffes
befand, war Kapt. Haesloop so glücklich, einen Theil der Besatzung und der
Passagiere des in der Nacht vorher untergegangeneu Hamburger Postdampfers
J'imb'ia* retten zu können. Man erblickte die aus dem Wasser ragenden
Masten des gesunkenen Dampfers mit den sich in der Takelung anklammernden
Menschen und sandte augenblicklich die Boote zur Rettung.
Aus den Reiseberichten des Kapitän F. C. Meyerheine,
Führer der Deutschen Bark „Humboldt“.
(Mittheilung von dev ihutm-hen Seeicatie.)
1. Die Rheden von Las Palmas und Santa Cruz (Canarisclie Inseln).’)
„Die gänzlich nach Osten hin offene Rhede von Las Palmas kann nicht
als eine sehr gute betrachtet werden, da fast beständig eine ziemlich hohe
nordöstliche Dünung hiueinläuft, die den hier ankernden Schiffen gerade nicht
gefährlich, dein Löschen und Laden derselben jedoch mitunter sehr hinderlich
ist, indem selbst in der guten Jahreszeit (Marz bis Oktober) Tage Vorkommen,
an denen diese Arbeiten au Bord eingestellt werden müssen.
Das Ansegeln der Insel ist leicht und ohne Schwierigkeit, da die im NO
derselben liegende und mit ihr nur durch einen schmalen sandigen Isthmus ver
bundene Halbinsel lsleta ein leicht zu erkennendes Merkmal bietet; zumal in
den letzten Jahren auf dem höchsten der drei lsleta bildenden Hügel ein
Louchtthurm errichtet ist. Obgleich ich im Besitz der neuesten englischen
Karte der Canariscfien Inseln bin, so fand ich auf dei'selben doch nicht das
Leuchtfeuer verzeichnet.“) Es ist dieses ein weifses festes Feuer mit rothem
Blink, aber nicht weit zu sehen, da es zu hoch steht uud während der Nacht
von den die Hügel umhüllenden Dünsten verschleiert wird. Während meines
lltägigen Aufenthalts in Las Palmas war der Himmel des Tages über fast
immer bewölkt, des Nachts klar. Die tägliche Periode des Barometerstandes
trat regelmäfsig ein und der Wind war vorherrschend nördlich.
Von Las Palmas nach Santa Cruz de Tenerife bestimmt, ging ich gegen
4 Uhr Nachmittags den 11. August 1882 (beiläufig gesagt die günstigste Tages
zeit) in See und erreichte Santa Cruz am folgenden Mittag.
In jeder Hinsicht ist die Rhede von Santa Cruz derjenigen von Las
Palmas vorzuziehen. Wenngleich offen von ONO bis SW, so ist doch kein
>) S. Fhidiay * „North All. Men».* (1873), pag. «91 n. 693.
In der Englischen Admiralitäts-Karte No. 1894 vom Jahre 1876 ist dieses Feuer angegeben.