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Kiiigüiigo von meieorologis-ciien Journalen -IrtiuiHV 1883.
gewesen; 20° S-Br hatte man in 1,4° W-Lg am 14. September und 10° S-Br
in 15° W-Lg am 22. September gekreuzt.
ln nördlicher Breite ging der SE-Passat unmittelbar in den südwestlichen
Monsun über, und ebenso wurde auch vor dem Einsetzen des NE-Passats Mallung
oder Stille nicht beobachtet. Man überschritt die äquatoriale Grenze des
letzteren Windes am 8. Oktober in der Nähe von 10,2° N-Br in 44,4° W-Lg.
Der nur zwischen 11,5° und 17° N-Br einigermafsen kräftig angetroffeue Passat
begleitete das Schiff nicht weiter als bis nach 19,5° N-Br in 56,5° W-Lg.
Unweit dieses Punktes wurde am 14. Oktober Stille und leichte Mallung an
getroffen, auf die nach viertägiger Dauer noch wieder östlicher Wind folgte.
Ostwind blieb in der That auf dem ganzen noch vorliegenden Reiseabschnitt
vorherrschend, und bei NE-Wind erreichte man auch am 3. November den ITafen
von New- York. Die Reise war in 144 Tagen vollendet worden. Im Nord-
atlantischen Oceau hatte man 34 Tage zugebracht, und dort: 10° N-Br in
44,2° W-Lg am 8. Oktober, 20° N-Br in 57,4° W-Lg am 15. Oktober und
30° N-Br in 68° W-Lg am 24. Oktober geschnitten.
16. Reise des Bremer Vollseliiffes „Roland“, Kapt. Ad. JUlicher.
Am 2. August 1882 verliefs das auf einer Reise von Shields nach San
Francisco begriffene Vollschiff „Roland“ den Kanal. Der an diesem Tage aus
W wehende Wind veränderte sich am nächsten Tage durch N nach NNE, und
segelte man dann bis zum 8. August nach 36,5° N-Br in 16,5° W-Lg in rascher
Fahrt. Südlich von diesem Punkte traf das Schiff leichte, von Windstille unter
brochene Mallung an, aus der sich endlich am 12. August, in etwa 33,8° N-Br
und 16,2° W-Lg, der Passat entwickelte. Der Luftdruck, welcher beim Ein
setzen dieses Windes 764,1 mm betrug, stieg später bis auf einen unweit
30,5° N-Br beobachteten höchsten Stand von 769,3mm. Das Gebiet des nur in
mäfsiger Stärke auftretenden Passats dehnte sich südwärts aus bis nach
15° N-Br in 26,1° W-Lg. Unweit dieses Punktes ging der Passat am 23. August
in Windstille über, und auf' diese folgte, nachdem sie acht Stunden laug an
gehalten hatte, der SW-Monsun. Von diesem, von starkem Oststrome begleiteten
Winde wurde „Roland u bis zum 2. September nach 17,7° W-Lg in 5,2° N-Br
geführt, und vier Tage später erreichte das von jenem Punkte ab südwestwärts
segelnde Schiff den Aequator in 25,8° W-Lg. Dasselbe hatte die zwischen
Kanal und diesem Punkte liegende Strecke in 35 Tagen zurückgelegt, und auf
derselben: 40° N-Br in 14° W-Lg am 6, August, 30° N-Br in 18° W-Lg am
14. August, 20° N-Br in 25° W-Lg am 20. August und 10° N-Br in 23.8° W-Lg
am 26. August gekreuzt.
Im Südatlontischcu Occau wurde „Roland“ bis uach 16° S-Br von
Irischem Passat begleitet. Südlich von diesem Parallel trat derselbe dagegen
nur in geringer Stärke auf. Schon unweit 17,5° S-Br in 34,2° W-Lg nahm der
Wind am 14. September nordöstliche Richtung au, dadurch andcutend, dafs die
polare Passatgrenzo crroicht sei. Dor Luftdruck betrug dort 767,3 mm. Südlich
vom Passatgebiet traten zunächst leichte, sich mehrere Male von NE durch N
nach W verändernde Winde auf, bei doucn sich ein im ganzen befriedigender
Fortschritt erzielen lief«. Ungünstiger wurde dagegen der Fortgang bei den
südlich von 30° S-Br auftretendeu, wiederholt bis zum Sturme zunehmenden
südlichen und westlichen Winden. Ein hef'tigor Sturm, ein sogenannter Pampero,
wurde vom „Roland* am 1. und 2. Oktober, in dor Nähe von 37° S-Br und
51° W-Lg, Überstauden. Derselbe begann aus nordöstlicher Richtung uud wehte
am stärksten, nachdem sich der Wind nach SW verändert hatte. Ein niedrigster
Luftdruck von 750,2mm, heftige Gewitter und St. Elmsfeuer begleiteten diesen
Sturm. Am 15. Oktober erreichte „Roland“ in 66,5° W-Lg den Parallel von
50° Süd. Der 15. Oktober war der 39. bis dahin in südlicher Breite verbrachte
Tag. 10° S-Br war in 32,5° W-Lg am 11. Septomber, 20° S-Br in 26° W-Lg
am 17. September, 30° S-Br in 45,8° W-Lg am 23. September und 40° S-Br
in 51,6° W-Lg am 4. Oktober gekreuzt worden.
Am 18. Oktober umsegelte „Roland“ bei mäfsigom NW-Winde die Ost-
spitze der Staafcn-Iusel. Südlich von derselben konnte man bei sehr veränder
lichen, wiederholt aus östlicher Richtung wehenden Winden zunächst befriedigend
rasch nach Westen hin fortschreiten. Am 20. Oktober befand „Roland“ sieli