Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Januar 1883.
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In nördlicher Breite wurde beim Uebergange vom SE- in den NE-Passat
kein Stillengürtel angetroffen. Unweit 5° M-Br in 28,3° W-Lg war der Wind
am 13. Dezember für kurze Zeit flau, das Wetter böig, und schien dort etwa
die Grenze jener beiden Winde zu liegen. Der durchweg sehr kräftig auf-
tretende NE-Passat endete, nachdem er das Schiff bis zum 20. Dezember nach
26,5° N-Br in 39° W-Lg geführt hatte In geringer Entfernung von diesem
Punkte, wo ein Luftdruck von 765,5mm beobachtet wurde, veränderte sich der
noch immer frische Wind zuerst nach SE und später durch S nach SW. Sich
dann beständig in dem letzteren Quadranten haltend, gewährte er dem Schiffe
eine solch erwünschte Gelegenheit zur raschen Zurücklegung des letzten Reise
abschnitts, dafs schon am 1. Januar 1883 die Mündung des Kanals erreicht
werden konnte. Von der 86tägigen Dauer der Reise waren nur 20 Tage in
nördlicher Breite zugebracht worden. Der weder zu grofse noch zu geringe
Stärke besitzende Wind hatte sich im Nordatlantischeu Occan in seiner Richtung
nicht anders verändert, als von SE nach NE und dann zurückdrehend von
letzterer Richtung durch E und S nach SW. Es waren weder Windstillen noch
Stürme beobachtet worden. Durch das Zusammentreffen dieser Umstände und
deren energische Ausnutzung konnte eben allein die erwähnte ungewöhnlich
rasche Fahrt möglich gemacht werden; 10° N-Br war in 32° W-Lg am 15. De
zember, 20° N-Br in 39° W-Lg am 18. Dezember, 30° N-Br in 38* W-Lg
am 21. Dezember und 40* N-Br iu 30° W-Lg am 25. Dezember überschritten
worden.
14. Reise des Bremer Vollscliiffes „Maryland“, Kapt. E. Kuhlmann.
Das auf einer Reise von Bremen nach Baltimore begriffene Vollschiff
„Maryland“ befand sich am 19. August 1882, 10 Tage nach dem Antritt der
Reise, in der Nähe von Lizard. Da die hier und später zunächst angetroffenen
Winde aus westlicher und nordwestlicher Richtung wehten, schlug Kapitän
Kn hl mann einen südwestlichen Kurs ein, auf dem man auch einen ganz be
friedigenden Fortgang erzielen konnte. In geringer Entfernung von 40* N-Br
wurde Ostwind ango troffen, der nach dieser Zeit, obgleich noch mehrere Male
wieder von westlichem Winde unterbrochen, vorherrschend blieb. Das Schiff'
segelte später, indem es sich in der Nähe von 32° N-Br hielt, westwärts und
gelangte bis zum 25. September nach 36,2° N-Br in 74,5° W-Lg. Bis soweit
war der Verlauf der Reise keiu ungünstiger. Verlängert wurde die Reise erst
durch die nach dieser Zeit angetroffenen Winde. Anhaltende nördliche Winde,
die zeitweise sogar stürmisch wehten, verursachten dann, dafs man nicht eher
als am 2. Oktober die Chesapeake-Bai erreichen konnte. Die Reise war in
44 Tagen vollendet worden. 30° W-Lg batte man in 31,8* N-Br am 4. Sep
tember, 50° W-Lg in 31,5* N-Br am 12. September, 60° W-Lg in 31,7* N-Br
am 19. September und 70* W-Lg in 33,4° N-Br am 23. September überschritten.
Während „Maryland“ auf dieser südlichen Route ihre Reise nach Nord-Amerika
vollendete, führte die nach New-York bestimmte Bremer Bark „Europa“ ihre
Reise auf hoch nördlicher, Nord um Schottland führender Route aus. „Europa“,
welche am 12. August die Weser verlassen hatte, befand sich am 19. August
in 61,5° N-Br und 2,3* W-Lg. Sie legte die Reise über den Ocenn bei ver
änderlichen, jedoch vorherrschend aus westlicher Richtung wehenden Winden
zurück und erreichte den Bestimmungshafen am 25. September.
Am 3. Dezember verlief» „Maryland“ die Ckesapeake-Bai wieder, um
nach Bremen zurückzukchren. Westlicher Wind, der während dieser Fahrt
über den Ocean fast nur angetroffen wurde, begünstigte dieselbe derart, dafs
am 25. Dezember der Kanal erreicht werden konnte. Stürme, die einer beson
deren Erwähnung werth erscheinen, wurden nicht augetroffen. Während der
22tägigen Reise war: 70° W-Lg in 36,7* N-Br am 5. Dezember, 60° W-Lg in
37,7° N-Br am 8. Dezember, 50* W-Lg in 38,2° N-Br am 11. Dezember und
30° W-Lg in 42,2° N-Br am 17. Dezember überschritten worden.
15. Reise des Hamburger Dreimastsehoners „Johann Hinrieh“, Kapt. N. Meyer.
Am 4. Oktober 1881 verlief» der von Hamburg nach Penang bestimmte
Schoner „Johann Hinrieh“ den Kanal. Einen Tag früher war dasselbe von
der Barther, auf einer Reise nach Valparaiso begriffenen Bark „Mercur“