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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Januar 1883. 
2,7° N-Br in 93,2° O-Lg trat häufig Windstille auf; die dort herrschende 
Mallung besafs eine sehr geringe Stärke und kam jetzt meistens aus westlicher 
Richtung. Man konnte bei diesen Verhältnissen nur langsam vorschreiten und 
den Aequator in 93,8° O-Lg erst am 24. September erreichen. Man überschritt 
denselben bei leichter westlicher Briese, und diese, welche von etwa I o S-Br 
au herrschte, ging, indem sie in nördlicher Breite auffrischte, in den SW-Monsnn 
über. Mit dem Antreffen dieses Windes waren alle Schwierigkeiten der Reise 
überwunden. Am 28. September befand sich „Anton Günther“ in der Nähe 
der NW-Spitze Sumatra’s, und am 1. Oktober konnte auf der Rhede von Penang 
geankert werden. Zur Vollendung der Reise waren 134 Tage erforderlich 
gewesen. Auf dem letzten im Indischen Ocean liegenden Rciseabsehuitt war: 
30° S-Br in 90,7° O-Lg am 6. September, 20° S-Br in 92° O-Lg am 11. Sep 
tember und 10° S-Br in 93° O-Lg am 15. September gekreuzt worden. 
10. Reise des Belgischen Dreimastschoners „General Brialmont“, 
Kapt A. Ziemann. 
Am 26. Mai 1882 befand sich der Dreimastschoner „General Brialmont“, 
welcher auf einer Reise von Antwerpen nach Banana begriffen war, in der 
Nähe von Lizard. Frische, während der nächsten Zeit angetroffene, SW-Winde 
verursachten, dafs man zunächst nur langsam nach Süden hin vorrücken konnte. 
Nachdem aber am 30. Mai, in der Nähe vou 49,5° N-Br und 8,5° W-Lg, auf 
dort beobachtete Windstille ein östlicher Wind gefolgt war, nahm die Reise 
einen befriedigenderen Verlauf. Bei später noch wieder augetroffenem West 
winde konute auch eiu guter Fortgang erzielt werden, und ein noch rascherer 
wurde derselbe, nachdem aus dem sich nach rechts verändernden Westwinde 
der Passat entstanden war. Man überschritt dessen, in etwa 37° N-Br und 
14,8° W-Lg liegende, polare Grenze am 6. Juni. Der Luftdruck, welcher dort 
766,2 mm betrug, stieg später bis auf einen unweit 35° N-ßr beobachteten 
höchsten Stand von 771,1 mm. „General Brialmont“ fand im Gebiete des 
Passats keinen sehr kräftigen und beständigen Wiud, und nachdem man am 
18. Juni nach 13° N-Br in 25° W-Lg gelangt war, endete der Passat, ln 
geringer Entfernung von diesem, für ein nach der Westküste Afrika’» bestimmtes 
Schiff wenig geeignet erscheinenden Punkte — vortheilhafter würde es gewesen 
sein, diese Breite 6° weiter östlich zu setmeiden — betrat der „General 
Brialmont“ den Stillengürtel. Er traf in demselben auch für längere Zeit 
nur sehr ungünstige Verhältnisse und konnte erst, nachdem am 26. Juni in 
etwa 7° N-Br und 22° W-Lg etwas beständigere südsüdwestliehe Winde ange- 
troffeu worden waren, wieder rascher vorrücken. Am 5. Juli konnte in 3,7° 
N-Br der Meridian des Kap Palmas überschritten werdeu, und am 11. Juli 
ging das Schiff in 1,2° W-Lg von der nördlichen zur südlichen Halbkugel über. 
Es waren daun 46 Tage vergangen, seit der Kanal verlassen worden war; 
während dieser Zeit batte man: 40° N-Br in 16° W-Lg am 4. Jnui, 30° N-Br 
in 20,3° W-Lg am 9. Juni, 20° N-ßr in 25° W-Lg am 15. Juni und 10° N-Br 
in 23,4° W-Lg am 21. Juni gekreuzt. 
Ausnahmsweise ungünstige Verhältnisse traf „General Brialmont“ zunächst 
in südlicher Breite an. An die Stelle der zuletzt herrschenden mäfsigeu Süd 
winde trat dort wieder ganz schwache Mallung ein, die oft sogar von Stille 
unterbrochen wurde. Das hier zuin zweiten Male in einen Stillengürtel geratheude 
Schiff konnte dort gegen die Aequatorialströmung kaum irgend etwas gewinnen 
und befand sich am 15. Juli noch in 0,7° S-Br und 0,3° W-Lg. Am nächsten 
Tage wurde der Südwiud endlich wieder etwas frischer, und segelte mau dann 
über B. B.-Bug ostwärts, dabei nur sehr selten, und zwar nur dann, wenn eine 
Windveränderung es besonders wünschenswert!) erscheinen liefs, wendend. Man 
näherte sich nun dem Ziele mehr und mehr und gelangte am 30. Juli in Sieht 
von Kap Padrón. Am 31. Juli wurde in der Nähe desselben geankert nach 
einer Reise, deren Dauer 66 Tage betrug. 
Am 12. Oktober verliefs der „General Brialmont“ die Mündung des 
Congo wieder, um nach dem Kanal zurückzukehren. Derselbe trat die Reise 
bei leichter Briese aus SW an, die, als man etwas gröfseren Abstand von der 
Küste gewonnen hatte, frischer wurde, sich langsam nach links veränderte 
und schliefslich in den Passat überging. Ohne dafs sieh Störendes ereignete,
	        
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