accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Eingänge  von  meteorologischen  Journalen  etc.,  Januar  1883.

297

5*

8.  Reise  der  Bremer  Bark  „Anton  Günther“,  Kapt.  Fr.  Steinbrügge.
Am  20.  Mai  1882,  nur  einen  Tag  später  als  Cardiff  verlassen  worden
war,  überschritt  die  nach  Penang  bestimmte  Bark  „Anton  Günther“  den  Parallel
von  50°  Nord.  Auf  den  frischen,  dort  damals  wehenden,  Ostwind  folgte  am
nächsten  Tage  Südwind,  und  dieser  veränderte  sich  einige  Tage  später  nach  W.
Mau  konnte  dann  nur  in  langsamer  Weise  nach  Süden  hin  fortschreiten.  Eine
bedeutende  Verzögerung  der  Reise  wurde  auch  durch  die  südlich  von  44°  N-ßr
wiederholt  auftretenden  leichten  Winde  und  Stillen  verursacht.  Aus  ganz  leisem
Zuge,  der  stärker  wurde,  als  er  sich  von  W  durch  N  naehNNE  veränderte,  entstand
am  6.  Juni  in  der  Nähe  von  33°  N-Br  und  17,7°  W-Lg  der  Passat.  Das  Barometer, ­
  welches  beim  Einsetzen  desselben  einen  Stand  von  766,8  mm  zeigte,  stieg
noch  bis  auf  einen  unweit  30,5°  N-Br  beobachteten  höchsten  Stand  von  769,3  mm.
Der  anfänglich  ziemlich  kräftig  wehende  Passat  trat  später  nur  schwach  auf
und  endete,  nachdem  man  mit  seiner  Hülfe  nach  9®  N-Br  in  24,2°  W-Lg  gesegelt
war.  In  geringer  Entfernung  von  diesem  Punkte  erreichte  „Anton  Günther“
am  20.  Juni  den  Stillengürtel.  Die  in  demselben  beobachtete  Mallung  kam
vorherrschend  aus  südlicher  und  westlicher  Richtung  und  war  südlich  von
7®  N-Br  von  starker  östlicher  Strömung  begleitet.  In  fünf  Tagen  wurde  dort
eine  Versetzung  von  160  Sm  konstatirt.  Am  29.  Juni  wurde  unweit  3,9°  N-Br
in  20,4°  W-Lg  der  SE-Passat  wieder  angetrotfen,  der  die  Bark  bis  zum  2.  Juli
zu  der  in  24,2°  W-Lg  überschrittenen  Linie  führte.  „Anton  Günther“  hatte  die
zwischen  50°  N-Br  uud  Aequator  liegende  Strecke  in  43  Tagen  zurückgelegt
und  auf  derselben:  40°  N-Br  in  15°  W-Lg  am  31.  Mai,  30°  N-Br  in  20,4°  W-Lg
am  8.  Juui,  20°  N-Br  in  25,2°  W-Lg  am  14.  Juni  und  10°  N-Br  in  24,4°  W-Lg
am  19.  Juni  gekreuzt.
Im  Südatlantischen  Ocean,  wo  der  Passat  zeitweise  so  heftig  wehte,  dafs
dadurch  seine  volle  Ausnutzung  verhindert  wurde,  lag  die  polare  Passatgrenze
am  17.  Juli  in  der  Nähe  von  29,5°  S-Br  und  29,5°  W-Lg.  Erst  hier  veränderte
sich  der  kräftige  Wind  nach  NE  und  bald  darauf  durch  N  nach  W.  Der  Luftdruck, ­
  welcher  südlich  von  19,5°  S-Br  fast  stets  mehr  als  769,5  mm  betrug,
der  unweit  26°  S-Br  mit  771,4  mm  seinen  höchsten  Stand  erreichte,  zeigte  in
der  Nähe  der  Passatgrenze  auf  770,0  mm.  Nachdem  später  folgende  Südwinde
wieder  längere  Zeit  geweht  hatten,  wurde  uuweit  32°  S-Br  in  15°  W-Lg  ein
höchster  Barometerstand  von  773,8  mm  abgelesen.  Am  2.  August  ging  „Anton
Günther*  in  39,4°  S-Br  von  westlicher  in  östliche  Länge  über.  Der  2.  August
war  der  31.  bis  dahin  in  südlicher  Breite  verbrachte  Tag.  10°  S-Br  war  in
28°  W-Lg  am  7.  Juli,  20°  S-Br  in  32,2°  W-Lg  am  12.  Juli  und  30°  S-Br  in
28,6°  W-Lig  am  17.  Juli  geschnitten  worden.  Am  30.  Juli  war  die  Insel  Tristan
d’Acunha  erblickt  worden.
Beim  Zurücklegen  der  erforderlichen  Länge  wurde  am  14.  August  als
südlichster  Punkt  43°  S-Br  in  33°  O-Lg  berührt.  Man  beobachtete,  während
dasselbe  geschah,  meistens  Westwinde,  doch  waren  nordöstliche  Winde  auch
nicht  selten.  Unter  den  angetroffenen  Stürmen  war  deijenige,  welchen  die  Bark
am  25.  August  in  der  Nähe  von  40,5°  S-Br  uud  67°  O-Lg  überstand,  der
heftigste.  Derselbe  wehte  aus  westlicher  Richtung  bei  dem  verhältnifsmäfsig
sehr  hohen  Barometerstände  von  761,1  mm.  Am  29.  August,  27  Tage  später
als  östliche  Länge  erreicht  worden  war,  überschritt  „Anton  Günther*  in  37°  S-Br
den  Meridian  von  80°  Ost.  Auf  dem  Wege  zum  Passatgebiet  wurden  Westwinde ­
  angetroffen,  welche  bis  nach  35°  S-Br  hin  stürmisch  und  nördlich  von
diesem  Parallel  in  mäfsiger  Stärke  auftraten.  Unweit  31,5°  S-Br  gerieth  die
Bark  in  ein  Gebiet  leichter  umlaufender  Winde  und  Stille,  dessen  Ueberschreitung
eine  längere  Zeit  erforderte.  Am  8.  September,  in  etwa  27,5°  S-Br  und
91°  O-Lg,  folgte  auf  Windstille  ein  frischer  SSW-Wind,  der  sich  bald  nach
rechts  veränderte  und  schliefslich  in  den  Passat  überging.  „Anton  Günther“
überschritt  die  polare  Grenze  dieses  letzteren  Windes  am  9.  September  in  der
Nähe  von  26,5°  S-Br  und  91,2°  O-Lg.  Der  Luftdruck  erreichte  dort  einen
höchsten  Stand  von  771,1  mm.  Das  Gebiet  dos  in  mäfsiger  Stärke  angetroffouon
Passats  dehnte  sieh  aus  bis  nach  6°  S-Br  in  93°  O-Lg.  Nachdem  die  Bark  am
17.  September  nach  diesem  Punkte  gekommen  war,  endete  der  Passat,  und  an
seine  Stelle  trat  ganz  leichte,  unbeständige,  östliche  Briese.  Nördlich  von
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.