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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Januar 1883. 
Am 23. Mai wurde bei nordöstlichem Winde in 82° W-Lg der Parallel 
von 50° Süd wieder erreicht. Südlich von demselben waren 28 Tage zu gebracht 
worden. Die Länge dos Kap Horn hatte die Bark in 57,3° S-Br am 6. Mai 
überschritten. Auf den stürmischen Wind, bei welchem „Neptun“ wieder nörd 
lich von 50° S-Br gelangte, folgte, nachdem der Luftdruck auf 739,1 mm gesunken 
war, ein westlicher Wind, bei dem fast der ganze noch vorliegende Theil der 
Reise vollendet werden konnte; 40° S-Br wurde in 79,7° W-Lg am 28. Mai 
überschritten, und am 2. Juni die Rhede von Valparaiso erreicht. Zur Voll 
endung der Reise waren 103 Tage erforderlich gewesen. 
Von Valparaiso versegelte „Neptun“ nach Phagua. Die Reise wurde 
am 6. Juli angetreten und bis zum 14. Juli vollendet. Nachdem die Bark dann 
im letzteren Hafen beladen worden war, trat dieselbe am 20. September die 
Heimreise nach Hamburg an. Der in der Nähe der Küste wie gewöhnlich sehr 
flaue Passat nahm an Stärke zu, als der Abstand vom Lande ein gröfserer 
wurde, und segelte die Bark dann bis zum 27. Septembor nach 27,5° S-Br in 
85,5° W-Lg. ln der Nähe dieses Punktes drehte der ganz schwach gewordene 
Wind, bei einem Barometerstände von 768,4 mm, nach NE und bald darauf 
durch N nach W. Westwinde, bei denen die Reise einen befriedigenden Ver 
lauf nahm, blieben nach dieser Veränderung die herrschenden. Der einzige 
Sturm, der überstanden wurde, ereignete sich am 14, Oktober in der Nähe von 
55,5° S-Br und 78° W-Lg. Derselbe wehte aus nordwestlicher Richtung und 
war von einem niedrigsten Barometerstände von 741,8 mm begleitet. Am 
16. Oktober, 26 Tage nach dem Antritt der Reise, befand sich „Neptun“ in 
Sicht von Diego Ramirez; 30° S-Br war in 85,8° W-Lg am 29- September, 
40° S-Br in 88,5® W-Lg am 7. Oktober und 50° S-Br in 84,5° W-Lg am 
12. Oktober überschritten worden. 
Im Südatlantischen Ocean traten die Westwinde nicht so beständig auf, 
wie dieselben während der letzten, im Grofsen Ocean verbrachten Zeit beob 
achtet worden waren. Ungewöhnlich günstig waren die nördlich von 42° S-Br 
angetroffenen SE-Winde, welche anhielten, bis sic die Bark nach 30,5° S-Br 
geführt hatten. Nördlich von diesem Parallel traten nördliche Winde auf, aus 
denen sich durch eine Drehung nach rechts schliefslich der Passat entwickelte. 
Man erreichte dessen Gebiet am 11. November in etwa 26® S-Br und 25,5° W-Lg. 
Der Luftdruck betrug dort 762,7 mm. Der mäfsige beständige Passat führte 
die Bark bis zum 23. November zu der in 29° W-Lg überschrittenen Linie. 
Um zu derselben vom Kap Horn her zu gelangen, waren 38 Tage erforderlich 
gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 50° S-Br in 45,2® W-Lg am 25. Ok 
tober, 40® S-Br in 85,2° W-Lg am 30. Oktober, 30° S-Br in 29,7° W-Lg am 
5. November, 20° S-Br in 26,2° W’-Lg am 14. November und 10° S-Br in 
28,4® W r -Lg am 19. November gekreuzt. Am 25. Oktober hatte sieh die Bark 
unweit 50° S-Br in Sicht eines grofsen Eisberges befunden, und am nächsten 
Tage wurde, als der Schiffsort etwa 48,5® S-Br in 43,5° W r -Lg war, ein zweiter 
grofser Eisberg gesehen. Die Wassertemperatur betrug im letzteren Falle 5° C. 
Der SE-Passat begleitete den „Neptun“ in nördlicher Breite bis nach 
3,2® N-Br in 28,8® W-Lg. Unweit dieses Punktes begann am 25. November 
der Stillengürtel, zu dessen Ueberschreituug drei Tage erforderlich waren. 
Leichte östliche Mallung war in demselben vorherrschend. Im Gebiete des in 
der Nähe von 5,8® N-Br in 29,5® W-Lg erreichten NE-Passats traf inan auf 
der zwischen 9° und 26° N-Br liegenden Strecke den kräftigsten Passat an. 
Die polare Passatgrenze lag am 8. Dezember in geringer Entfernung von 
28,5° N-Br und 39® W-Lg. Der Wind ging dort, bei einem höchsten Luftdruck 
von 769,0 mm, in kurze Windstille über, auf die bald ein frischer, sich nach 
rechts verändernder SE-Wind folgte. Nördlich von 31® N-Br waren Westwinde, 
bei denen der letzte Reiseabschnitt in rascher ungestörter Weise zurück 
gelegt werden konnte, vorherrschend. Am 25. Dezember gelang es, die 
Mündung des Kanals zu erreichen. Die Dauer der ganzen Reise betrug 103 Tage. 
In nördlicher Breite waren 32 Tage zugebracht worden; 10° N-Br hatte man 
in 32° W-Lg am 30. November, 20° N-Br in 36,5° W-Lg am 4. Dezember, 30° 
N-Br in 38,6® W-Lg am 9. Dezember und 40® N-Br in 29,5® W-Lg am 16. De 
zember überschritten.
	        
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