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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Relwlierielm* S. M, S. „Carola“, 
Passats war das Schiff nicht weit genug östlich gekommen, um das A/el/w/i-Riff 
(ca 17,4° S-Br und 156° O-Lg) zu erreichen, welches zuerst mein Abgangs- 
pnnkt nach Süden mit dem Passat sein sollte. Am 26. Januar wurden die 
LanghUm In. gegen Mittag augesteuert, um deren Breite zu bestimmen, weil 
die Br. Adm.-Karte No. 214 (TU, XII, No. 124a) die nördlichste Insel auf 
9® lti' Süd legt, während die Br. Adm.-Karte No. 2764 (Tit. Xll, No. 261) 
dieselbe Insel auf 9° 25' Süd zeigt. Die nach gutem Mittagsbesteck vor- 
genonnnene Peilung ergab die Breite zu ca 9° 17' Süd, also ungefähr wie die 
ersterwähnte Karte. Die Länge ist auf beiden Karten gleich und scheint ziemlich 
richtig zu sein. Am 27. Januar wurde Adele I. (OSO von Roenel /.) gleichfalls 
gegen Mittag passirt und deren Lage nach der Br. Adm.-Karte No. 2764 (Tit. Xll, 
No. 261) für richtig befunden. 
Der Strom hatte aui 25. Januar unter den S«/o»to-lnseln rw. NNW 15 Sm, 
am 26. nur 4 Sm SzW’/vW, am 27. Januar WSW’/aW 10 Sm gesetzt. Bis 
zum 30. setzte durchschnittlich zwischen WSW und WNW ein starker West 
strom 15—29 Sm; vom 30. bis 31-, in der Nähe vom Mmoa-Riff, setzte der 
Strom WSW7-W 10 Sm. Der Passat hatte seit dem 28. Januar ziemlich 
konstant zwischen ESE und SEzE in Stärken 3—5 gewellt, bei denen das 
Schiff zeitweise etwas über 5 Sm p. h. lief. 
Das Barometer hatte seit dem 24. Januar mit täglichen Schwankungen 
zwischen 760 und 762mm gestanden. Die Tagestemperatur war mit dem Passat 
auf 29° als Maximum gesunken, während sie in der Nacht nur bis auf 27® 
horunterging. Die Luft war iu der Zeit vom 27.—30. immer bei Tage etwas 
diesig. Infolge der ungünstigen Verhältnisse konnten wir von Marion-Riff nicht 
frei passiren; dasselbe kam am 31. Januar ll !l a. m. in Sicht, Da S. M. S. »Carola* 
unter Segel nicht dem Verlaufe des Riffes folgen konnte, so konnte von der 
Takelage aus, nachdem bis auf 2 Sm au dasselbe herangegangen war, nur 
Folgendes festgestellt werden. 
Das Riff läuft vou 19 ö 3' S-Br und 152° 26' O-Lg aus, einen Bogen 
bildend, nach WNW (von der Saling aus noch ea 8 Sm weiter beobachtet) und 
nach S'/iO (noch ca 5 Sm weiter beobachtet und dann scheinbar nach West 
utnbiegend). Dies steht sehr im Widerspruch mit dom Bilde von J/«no«-Riff 
auf der Br. Adm.-Karte No. 2763 (Tit. XII, No. 270), wonach dasselbe lang 
und schmal sein und sich weiter nach NO erstrecken soll. Der Riffgürtel selbst 
war schmal mit starker Brandung, und war westlich dahinter wieder dunkel 
blaues Wasser sichtbar. An einer weit nach WNW liegenden Stelle war das 
Riff unterbrochen und zeigte eine ca */a Sm breite hellgrüne Passage. Wie 
weit das Riff nach Westen verlief, und ob es ein geschlossenes Atoll bildet, 
liefs sich nicht erkennen. An der Ostecke wurden noch gelbe Stellen und 
Sandbänke weiter südlich auf dem Riff gesehen. Am Abend ging der Wind 
auf SE, und fing das Barometer an langsam zu fallen; die etwas östlicher als 
der Wind laufeude See verringerte die Schnelligkeit des Schiffes auf dem Öst 
lichen Kurse noch mehr; der Strom hingegen wurde '/* Sm nördlich 15 Sm 
gefunden. 
Am 1. Februar Abends wurde der Wind E bis ESE, Stärke 2—3, und 
blieb so bis zum Morgen des 3. Februar, so dafs wieder südlich gesteuert 
wurde. Am 4. hatte das Barometer seinen tiefsten Stand, 755,5mm. erreicht, 
während es seine täglichen Schwankungen von 2—3mm beibehielt, und liefs 
die schon in der Nacht vorher aufgekommene schwere östliche Dünung darauf 
schliefsen, dafs es weiter südlieh stark geweht haben müsse. Der am 4. a. m. 
drohend aussehende Himmel wurde indefs wieder klar, das Barometer stieg 
langsam und die Dünung wurde am Nachmittag nordöstlich. Der Wind war am 
3. Februar SE-—SEzE, Stärke 2—3, geworden und ging am 4. bis auf SzE 
und S, Stärke 4. Es wurde gewendet und vou da ab zwischen den Riffen 
(FrederikSaumarez-, Wreck- und Kenn -Riff) bis zum 6. Februar Vormittags 
gekreuzt. Die schwere Dünung wurde am 5. wieder östlich, am 6. Februar 
südöstlich und blieb dann SSE. Sie war auf den südlichen und östlichen Kursen 
sehr hinderlich für das Vorwärtskommen. Der Strom hatte in der Zeit vom 
1. zum 6. Februar, wohl durch die grofsen Riffe und die Gezeiten bedingt, sehr 
verschieden gesetzt, und zwar am 2. Februar NNW’/iW 10 Sm, am 3. S 18,5 Sm, 
am 4. W'/iN 23 Sm, am 5. NEzE'/rE 9 Sm, am 6. Februar- NE'/sN 7,3 Sm.
	        
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