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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Ketscher Mite S. M. S. .Carola*. 
hei ungünstigem Stand der Sonne und dem wühl bis zu 2 Kn laufenden Strom 
nicht ungefährlich, da sic au der engsten Stelle kaum breiter als 30m ist. Beim 
Hineiugehen wurde der Angabe S. M. S. n Ariadnv* gernäfs verfahren und W'/.N 
hiueiugcsteuert. Hierbei wurde jedoch das Schilf, sobald es das nördliche Riff 
passirt hatte, von dem entgegenkommenden Strom seitlich gefafst und nach 
Süden auf das weiter westlich reichende Riff zu gedrückt, so dafs es für den 
Moment nicht steuerte. Der in AJeoko ansässige Vertreter der Gesellschaft, 
Kapt. Fand, sagte mir, dafs man besser tliuc, genau in der Richtung der 
Passage zwischen beiden Riffeu hindurch zu steuern, WNW, weil dadurch das 
Schiff genau in der Richtung des Stromes gehalten und der obenerwähnte 
Uebelstaud vermieden würde. Beim Verlassen dos Hafens wurde dies bestätigt 
gefuuden. Im Hafen ist ein guter Ankergrund und mäfsige Tiefen. Wie ver 
lautet, soll vou einem englischen Kriegsschiff der Hafen von AJeoko kürzlich 
vermessen und die Karte in Sydney veröffentlicht sein. Schiffsvorräthe und 
Kohlen sind ebenso wie in Alatupi bei der Niederlage der Handels- und 
Plantageu-Gesellschaft zu haben. 
Am 17. Januar 4 h p. in. wurde dor Hafen unter Dampf wieder verlassen, 
nach Beendigung von Maschinenproben der günstige nordwestliche Wind int 
St. George-Ka.m\ benutzt und unter Segel allem bis zum nächsten Morgen 4 h 
weitergegaugen. Dann Haute der Wind ab. Es wurde im Kanal ein mit- 
laufcnder Strom von ca 1 Srn Stärke konstatirt. Am 18. Januar wurden zuerst 
das Nordkap, die Nordspitze vou Bovku (BougainviUe), und am 19. Januar 
Vormittags die CarUret-Inseln nochmals angestcuert, um die (oben pag. 279 
erwähnte) Differenz in der geographischen Länge der Inseln mit der des 
„Habicht“ aufzuklärcu und um die Aufnahme des Atolls zu vollenden; zu 
diesem letzteren Zweck wurde um das Atoll, von Westen kommend, über Südeu 
und Osten herumgedampft; durch Observation wurde nochmals die Lage der 
nördlichsten Insel bestimmt. Es ergab sieh, auf die Länge vou Alatupi 
basirend, für diese: 4° 39,0' S-Br und 155° 19,6' O-Lg, so dafs als Mittel aus 
dieser und den früheren Beobachtungen: 4° 39' S-Br und 155° 19' O-Lg an 
genommen wurde. 
Das Riff war auf der dem Ostpassat zugekehrten Seite, auf der auch 
jetzt eine höhere Brandung stand, mehr als doppelt so breit, wie auf der West 
seite, an welcher auch die Passageu sich befinden. Innerhalb des Atolls wurden 
noch einige grofsc Koralleubänke an der helleren Wasserfärbuug erkannt. Die 
von S. M. Kbt. „Habicht“ Sila und Irinalan benannten Inseln (s. „Aun. d. 
Hydr. etc.“, 1882, pag. 227) müssen ihres geringen Breitenunterschiedes wegen 
die boiden nordöstlichen, dicht zusammenliegeuden Inseln sein, wodurch die 
Differenz mit der diesseitigen Längenbestimmung noch gröfser (ca 18 Sin) wird. 
Die Richtigkeit der diesseitigen Länge wird auch noch dadurch konstatirt, dafs 
S. M. S. „Carola“ am Nachmittag mit SWzW ‘/-'W bei unbedeutendem Strom 
ca 46 Sin gedampft, um das nach „Habicht“ in 5° 1' S-Br und 154 c 38' O-Lg 
gelegene Nordkap von Bouka (Bwgairtville-L) zu erreichen. Die Br. Adm.-Karte 
No. 780 (Tit. XI, No. 210) giebt dafür 5° S-Br und 154° 35' O-Lg. Wenn die 
Länge von S. M. Kbt. „ Habicht“ richtig wäre, so müfste die Distanz mindestens 
um 18 Sm geringer sein. Ich habe auf die Festlegung dev OY<ricre<-Inseln des 
halb so grofsen Werth gelegt, weil dieselben für die Ansteuerung des St. George- 
Kanals wichtig sind. 
ln der Nacht vom 19. zum 20. Januar wurde bei dem Nordkap beigedrekt, 
um am 20. Vormittags einen mir als sehr gut geschilderten Hafen an der 
NW-Seito Bouka'e (dem nördlichsten Thcilc vou Bougainville-J.) anzulaufeu. 
Das Nordkap selbst ist die Spitze eines mit Bäumeu, im Norden ca 80m 
hohen, dichtbewaldeten Landstrichs, der sieh ca 13 Sm südlich zieht, ehe die 
ersten Berge aufsteigen; je weiter südlich, desto niedriger wird das Laud, und 
auf 5° 10' S-Br ist es ganz niedrig, und nur der Wald mit seinen sehr hohen 
Bäumeu erreicht noch 50m. Im Norden sind die Ufer gleichmäfsig erhöht, und 
sehen die Ränder tuffsteinartig aus. 
Um 6 h a. m. wurde längs der Küste gedampft, bis einige kleine Inseln 
der Beschreibung gernäfs mich annehmen liefsen, dafs ich vor dem richtigen 
Eingang sei. Die beiden Kutter lotheten zuerst in der in ein grofses Bassin 
führenden Riffpassage, und wurde nach ihrer Rückkehr in diesen Hafen ge-
	        
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