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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Reiseberichte  S.  M.  S.  „Carola“.

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die  Zähne  allmählich  mit  plattenförmigem  Ansatz  behaftet  werden,  der  bis  zu
1,5  cm  zwischen  den  Lippen  hervorragt.  Die  Amchoreten-Insulaner  sind  unkriegerisch ­
  und  scheinen  im  Aussterben  begriffen  zu  sein,  da  sic  nur  noch
wenig  Kinder  aufbringen  und  Lungenkrankheiten  unter  ihnen  stark  aufräumeu.
Ihre  Zahl  wird  im  Ganzen  auf  90  geschätzt.  Die  Anachoreten  treiben  Tauschhandel ­
  mit  Kokosnüssen,  Kopra  und  Schildpatt  und  scheinen  gute  Fischer  zu
sein.  An  Lebensmitteln  konnten  anfser  Kokosnüssen  und  Fischen  einige  Schweine
und  Hühner  erlangt  werden.  Ihre  Kanoes  sind  grofs  und  werden  mittelst
pageienartigen  Ruders  gerudert.  Merkwürdig  ist,  dal's  sie  sich  einen  Schmuck
aus  einem  verzierten  Unterkiefer  herstellen,  welchen  sie  als  Andenken  au  den
Verstorbenen  tragen,  aber  den  sie  sowohl  wie  die  zu  demselben  Zweck  aufbewahrten ­
  Schädel  bereitwillig  gegen  Tabak  vertauschen.
Am  24.  Dezember  Abends  wurde  das  Wetter,  welches  schon  am  Tage
böig,  trübe  und  regnerisch  gewesen  war,  wieder  schlechter.  Um  8 h  p.  m.  wurde
die  Reise  nach  den  Ufrmt'i-Inseln  fortgesetzt.  Der  Westwind  frischte  am  Morgen
des  25.  unter  häufigen,  schweren  Regenböen  und  bei  dicker  Luft  bis  zu
Stärke  7  auf,  so  dafs  ich  mit  den  Schiffen  nicht  durch  die  wenig  bekannte  Riffpassage ­
  in  die  noch  unbekanntere  Lagune  der  JTermi'i-Inseln  vor  dem  Winde
einlaufen  wollte.  Die  //«'«»i-Inselu  wurden  während  des  Vormittags  eben  in
Sicht  gehalten.  In  der  Nacht  ging  der  Wind  etwas  herunter  und  wurde  das
Wetter  klar,  so  dafs  die  Insel  Commersm  vorübergehend  in  Sicht  war.  Am
26.  Dezember  Vormittags  besserte  sich  nach  einigen  schweren  Regenböen  das
Wetter  um  ll h  so  weit,  dafs  ich  auf  die  Westpassage  abhaltcn  und  in  die  Lagune
hineinsteuern  liefs.  Das  Barometer  hatte  in  keiner  Weise  Anhalt  gewährt,
sondern  war  immer  innerhalb  der  Grenzen  759—761mm  geblieben.  Gegen
Mittag  wurde  der  Wind  flau  und  der  Himmel  klar.  Die  Westpassage  bot  keine
Schwierigkeit;  dieselbe  ist  ca  1  Sm  breit;  der  Kurs  0'/-'S  führt-,  frei  hindurch,
auf  die  Insel  Gelun  zu;  um  4 h  wurde  iu  der  SO-Bai  geankert.
Während  des  Aufenthalts  der  Schiffe  bei  den  Hermit-Inseln  vom  26.  Dezember ­
  1882  bis  5.  Januar  1883  war  das  Wetter  in  deu  ersten  zwei  Tagen  noch
böig  und  regnerisch,  daun  wurde  der  westliche  Wind  flauer  und  ging  auf  SW,
worauf  bis  zum  31.  Dezember  trockenes,  schönes  Wetter  vorherrschte,  ln  der
Nacht  vom  31.  Dezember  zum  1.  Januar  wehte  wieder  der  starke  Westwind  mit
schweren  Regenböen,  doch  flaute  derselbe  an  diesem  Tage  ab,  und  blieb  das
Wetter  nun  gut  bis  zum  Ende  des  Aufenthalts.  Die  aufserhalb  der  Lagune  sehr
starken  Böen  wurden  innerhalb  derselben  weniger  empfunden  und  reichten  zum
Theil  nicht  an  die  Inseln  heran.
Der  Ort,  auf  welchem  das  Hauptdorf  staud,  ist  bestimmt  zu  1°  31,2'  S-Br
und  145°  2,8'  O-Lg.  Die  Fluthhöhe  wurde  nur  gering,  bis  zu  0,7m  gefunden,
und  scheint  dieselbe  abhängig  von  dem  herrschenden  Wind  zu  sein,  da  der  an
Bord  befindliche  Kapt.  Schcrrl  behauptet,  dafs  er  zur  Zeit  des  Ostpassats  bei
Niedrigwasser  Riffe  trocken  gefunden  hat,  auf  denen  jetzt  zu  derselben  Zeit
noch  0,7—lm  Wasser  stand.
Die  Inseln  sind  säinmtlieh  dicht  bewaldet  und  haben  besonders  an  deu
Ufern  viele  Kokospalmen.  Auf  den  niedrigen  Inseln  stand  aulserdem  viel
Eisenholz.  Die  Eingeborenen  hielten  Schweine,  Hunde  und  Hühner.  Auf  den
kleinen  Inseln,  besonders  der  Comsippi  1.  leben  sehr  viele  Tauben.  Wasser
existirt  in  einem  kleinen  Bach  an  der  SW-Seite  von  />«//.,  doch  konnte  er  von
See  aus  nicht  gefunden  werden.
Die  Ufer  der  niedrigen  Inseln  sind  sandig,  die  der  hohen  iuseln  ebenfalls
theils  sandig,  theils  mit  vorgeschobenem  MaDgrovegebüsch  bedeckt.  Um  alle
Inseln  läuft  ein  mehr  oder  weniger  für  Boote  passirbares  Riff - .  Auf  der  Nordseitc
  von  Lm/  1.  liegt,  nördlich  der  Landenge,  eine  sehr  kleine,  zum  Theil
felsige  Insel  mit  einigen  Palmen  und  Gebüsch,  und  zwischen  den  Inseln  Zet  und
Luf  ein  kleiner  Felsen  mit  einer  Palme,  ebenso  westlich  von  Monofe  ein  kleiner
Felsen  mit  Palmen.
Die  Kanoes,  von  denen  eine  grolse  Zahl  bis  zu  15m  laug  war,  sowie  die
Hütten  der  Einwohner  waren  gut  gearbeitet;  die  letzteren  sind  meistens  bei
einer  Länge  von  10  m,  bei  einigen  auch  18,  zwei  Drittel  so  breit  und  bis  10  m
hoch,  aus  Flechtwerk  mit  ruudgewölbtem  Dach  hergestollt.  An  Lebensrnitteln
liefern  die  Inseln  Kokosnüsse,  eine  kleine  mit  sehr  harter  Schale  umgebene
            
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