Zeitbestimmung aus Cireuuuneridi&nhölntn.
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warte in Wien, XXI. Theil (1841) enthalten sind. Von der Ansicht ausgehend,
dafs die Beobachtung der Mittagshöhe zur See mit dem Spiegelsextanteu einigen
Schwierigkeiten unterliegt, schlägt er vor, die Mühseligkeit und Ungenauigkeit
dieses Verfahrens mit einer kleinen Rechnung zu vermeiden. Differenzirt mau
nämlich die bekannte Gleichung:
cos z = cos p sin </ -f- sin p cos (f cos s
nach s und z, so erhält man, wenn die Beobachtung für die Nähe des Meridians
gilt, nahe:
, dz sin(®—d)
sins — 1)
d s cos o cos <j,
hat man also, etwa eine halbe Stunde vor Mittag, zwei Höhen genommen, so
kann mau mit einer vorläufig geschätzten Breite den Stundenwinkel s finden,
welcher, zum arithmetischen Mittel der Bcobachtungszeiten hinzugegeben, den
Augenblick des Mittags giebt, in welchem die Beobachtung vorzunehmen ist.
Zugleich erreicht man den Vortheil, die näherungsweise gefundene Uhr
zeit des Mittags mit der bekannten Uhrzeit des Mittags für den letzten Ort, wo
man eine genaue Längenbestimmung vorn ahm, vergleichen zu können und damit
eine beiläufige Länge des Bcobaehtuugsortes zu erhalten.
Bei der weiteren Untersuchung dieser Methode lesen wir in 0. von
Littrow’s Abhandlung: „Man sieht, dafs die eben rnitgetheilte Methode, den
Augenblick des wahren Mittags zu bestimmen, eigentlich auf eine genäherto
Zeitbestimmung hinansläuft. So ungeeignet auch zu solchem Zwecke die hier
in der Nähe des Meridians angestellteu Beobachtungen auf den ersten Anblick
scheinen, so zeigt sich die Sache doch einer genaueren Prüfung werth, wenn
man bedenkt, dafs hier nicht einzelne Zenithdistanzen, sondern die Aenderungen
der Zenithdistanzen der Rechnung zu Grunde gelegt werden. Will man nämlich
aus diesen auf den Stundenwinkel schliefseu, so mufs man, wie schon aus der
Natur der Sache hervorgeht und wie wir uns weiter unten zu überzeugen Ge
legenheit haben werden, gerade in der Nähe des Meridians, also dort beob
achten, wo man ohnehin aus einer einzelnen Zeuithdistanz die Polhöhe ge
wöhnlich bestimmt.“
Aus den Gleichungen:
COS Z = COS S Sin p COS <f -j- COS p sin
cos z' cos s' sin p cos <fi cos p sin <p
folgt, wenn man z'—z und s'—s anstatt sin '/*(*'—z) und siu *A-(s'—s) setzt,
was in der Nähe des Meridians gestattet ist:
. s-4-s' z'—z sin ‘AfZ-f-Z'i ...
sin —k -- = : ——. 2)
2 s'—s sin p cos (f
Beobachtet man also eine halbe Stundo vor der Kulmination zwei Zenith
distanzen mit einem kurzen Intervall, und endlich noch etwas später eino dritte
Zenithdistanz, so geben die ersten beiden die beiläufige Zeit des Mittags, zu
welcher die Breitenbestimmuug vorzunehmen ist. Mit der dann gefundenen Breite
berechnet man aus der ersten uud dritten Zenithdistanz nach Gleichung 2) die
Zeit uud hat so Länge und Breite. Dieser Art entwickelt C. vou Littrow
seine Methode in den Annalen der Wiener Sternwarte.
Wir kommen nun zur Sehlufsfolgerung. Die Idee, Doppelhöheu mit
Zwischenzeit zur Bestimmung der Länge zu benutzen, ist jedenfalls älter, als
der jüngere Littrow es war. Dio Methode des Obristen Tempelhof hätte
sehr leicht zur simultanen Positionsbestimmung aus Circummeridianhöhen führen
können, doch wissen wir, dals dies nicht geschehen ist. Der ältere Littrow
hat ganz bestimmte und ganz deutliche Methoden besprochen und geliefert, um
das Problem der gleichzeitigen Längen- und Breiteubestimmung zu lösen. Doch
Circummeridianhöhen dazu zu verwenden, hat er auch nicht gedacht, wofür wil
den Beweis in dem bereits angeführten Citat aus Seite 225 seiner Vorlesungen
finden. Freilich ist hier der Umstand zu berücksichtigen, dafs in den Tropen
z. B. die Sonne sehr nahe am Zenith den I. Vertikal passirt, wodurch für jene
Gegenden (für welche auch die hier besprochene Methode am besten anwendbar
ist) das Problem so gut wie gelöst war. Die Methode des jüngeren Littrow
lehnt sich sehr an die Idee seines Vaters an. Mag aber auch die Methode
des ersteren mutatis mutandis dieselbe wie jene seines Vaters sein, so hat er